Windows 10: 400 Millionen PCs können nicht auf Windows 11 upgraden

Microsoft stellt Funktionsupdates für Microsoft 365 auf Windows 10 ein. Millionen Rechner ohne Upgrade-Perspektive, während der Konzern Preise erhöht und starke Quartalszahlen meldet.

Microsoft zieht einen weiteren Schlussstrich unter Windows 10: Funktionsupdates für Microsoft 365 unter dem Betriebssystem laufen nach der Version 2608 aus. Der OneDrive-Support für Windows 10 endet dagegen erst am 10. Oktober 2028. Der Schritt markiert eine weitere Etappe im schrittweisen Rückzug des Konzerns von seinem einst meistgenutzten Betriebssystem.

Millionen Geräte betroffen

Nach aktuellen Erhebungen laufen noch immer 42 Prozent aller Windows-Geräte mit Windows 10. Besonders brisant: 43 Prozent dieser Geräte erfüllen nicht die für Windows 11 erforderliche TPM-2.0-Anforderung und können somit nicht regulär auf das aktuelle Betriebssystem umsteigen.

Die US-Verbraucherorganisation PIRG schätzt, dass weltweit rund 400 Millionen PCs technisch nicht auf Windows 11 aktualisierbar sind. Werden diese Geräte entsorgt, könnten laut PIRG allein in den USA 100 Millionen Pfund Elektroschrott entstehen, weltweit sogar bis zu 1,6 Milliarden Pfund.

Der reguläre Support für Windows 10 war bereits am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Nutzer können sich seither über das Extended-Security-Updates-Programm (ESU) gegen eine Gebühr von 30 US-Dollar bis zum 12. Oktober 2027 zusätzliche Sicherheitsupdates sichern.

Technische Probleme und neue Anforderungen

Parallel zur Ankündigung sorgt ein aktuelles Update für Ärger: Das im August 2026 ausgerollte Update KB5121003 verursacht Abstürze in Kombination mit den Kopierschutzsystemen Denuvo und Easy Anti-Cheat. Microsoft plant zudem künftige KMS-Anforderungen mit TPM-Bindung, was die Abgrenzung zwischen alten und neuen Geräten weiter verschärfen dürfte.

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Für die neue Copilot+-Geräteklasse verlangt der Konzern mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, 256 Gigabyte Speicherplatz sowie eine NPU mit mehr als 40 TOPS Rechenleistung – Anforderungen, die viele ältere Windows-10-Rechner ebenfalls nicht erfüllen.

Auch im Kernsystem tut sich etwas: Die Kommandozeilen-Schnittstelle WMIC wird als veraltet markiert, ebenso das klassische Werkzeug zur Datenträgerbereinigung (cleanmgr.exe), dessen Funktionen künftig vollständig von Storage Sense übernommen werden sollen.

Als möglichen Anreiz zum Umstieg wird zudem beobachtet, dass Windows 11 weiterhin Produktschlüssel von Windows 7 und 8.1 akzeptiert – ein Hinweis darauf, dass kostenlose Upgrades für Besitzer älterer Lizenzen weiterhin möglich sein könnten.

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Kontext: Preiserhöhungen und Konzernzahlen

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Microsoft an mehreren Stellen die Preisschraube anzieht. Die Windows-OEM-Lizenzgebühren wurden im Juli 2026 um 7 bis 10 Prozent erhöht, was der Konzern mit Kapitalausgaben von rund 175 Milliarden US-Dollar für KI-Investitionen begründet.

In der Folge dürften die PC-Preise im dritten Quartal 2026 um etwa 5 Prozent steigen. Auch die Preise für Microsoft 365 wurden zum 1. Juli 2026 angehoben.

Finanziell zeigt sich der Konzern robust: Im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 erwirtschaftete Microsoft einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 18 Prozent. Das Betriebsergebnis stieg ebenfalls um 18 Prozent auf 40,6 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn kletterte um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden US-Dollar.

Gegenläufig entwickelte sich das Windows-OEM-Geschäft, dessen Umsatz im letzten Quartal um 7 Prozent zurückging. Zudem hat Microsoft nach eigenen Angaben 4.800 Mitarbeiter entlassen.

Als weiteren Kostenfaktor für Unternehmen nennen Sicherheitsberichte steigende Cyberverluste: Für 2024 wird ein Schaden von 16 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, ein Anstieg um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.