Microsoft feiert den fünften Geburtstag von Windows 11 mit einem umfassenden Update – und räumt endlich mit den größten Kritikpunkten der Nutzer auf.
Seit der Vorstellung im Juni 2021 und dem offiziellen Start im Oktober desselben Jahres hatte das Betriebssystem mit harten Hardware-Anforderungen und umstrittenen Interface-Änderungen zu kämpfen. Nun, im Juni 2026, zeigt der Konzern aus Redmond, dass er zugehört hat. Das optionale Vorschau-Update KB5095093 bringt gleich mehrere Funktionen, die den Alltag spürbar erleichtern sollen.
Das Ende der Widgets-Quälerei
Ein Dauerärgernis vieler Nutzer war das Verhalten der Widgets-Leiste: Sie öffnete sich automatisch, sobald der Mauszeiger über das Icon fuhr. Dieses Verhalten gehört nun der Vergangenheit an. Microsoft hat die Funktion angepasst – die Leiste öffnet sich nur noch auf aktiven Klick hin.
Hinzu kommt eine „Kalender-Pause“: Über die Kalender-Oberfläche lassen sich Updates nun bis zu 35 Tage zurückstellen. Für die Barrierefreiheit wurde zudem „Screen Tint“ eingeführt, eine Funktion mit sechs Voreinstellungen zur Anpassung der Bildschirmfarben. Auch Bluetooth-Nutzer von AirPods und Beats-Produkten profitieren von verbesserten Verbindungen.
Schneller, schlanker, neustartfrei
Der zentrale Fokus der Juni-Updates liegt auf der Systemgeschwindigkeit. Erste Tests und Nutzerberichte bestätigen eine deutliche Steigerung der Reaktionszeiten. Der Datei-Explorer arbeitet flotter – und das, wie Microsoft betont, durch echte Optimierung, nicht durch Vorladen von Dateien im Hintergrund.
Auch die Taskleiste wurde überarbeitet: Sie ist nun in der Größe anpassbar. Das Einstellungsmenü erlaubt zudem die direkte Verwaltung von Update-Kanälen. Besonders beeindruckend: Das Upgrade auf die Version 26H2 erfolgt nahezu augenblicklich – mittels eines Aktivierungspakets von gerade einmal 174 Kilobyte.
Der wohl größte Fortschritt betrifft jedoch die Update-Infrastruktur selbst. Microsoft hat einen Mechanismus vorgestellt, der Windows 11-Updates ohne Neustart installieren soll. Das Ziel: Unterbrechungen während der Wartung auf ein Minimum reduzieren. Ein Novum in der Windows-Geschichte.
Das 174-KB-Update macht Schluss mit lästigen Neustarts. In dieser kostenlosen Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie das Update installieren – plus wie Sie die Widgets-Leiste dauerhaft deaktivieren und den Datei-Explorer beschleunigen. Kostenlose Anleitung jetzt anfordern
KI für alle – auch ohne Spezial-Hardware
Bislang waren die lokalen KI-Funktionen von Windows 11 eng an spezielle Neural Processing Units (NPUs) gebunden. Das ändert sich jetzt. Microsoft öffnet die KI-Features für NVIDIA RTX 30-Serien-Grafikkarten. Damit können auch Nutzer ohne die neueste Hardware von den lokalen KI-Fähigkeiten profitieren.
Windows 10 lebt – aber nur noch bis 2027
Trotz aller Fortschritte bleibt Windows 10 ein bedeutender Faktor im Markt. Microsoft reagiert darauf mit einer Verlängerung des Extended Security Updates (ESU)-Programms bis Oktober 2027. Unternehmen und Privatnutzer, die noch nicht umgestiegen sind, erhalten damit weiterhin Sicherheitsupdates – gegen Aufpreis.
Entwickler aufgepasst: WSL-Container kommen
Im Entwicklerbereich sorgte Microsoft für Klarheit: Ein „WSL 3“ werde es nicht geben. Stattdessen bestätigte das Unternehmen, dass die auf der Build 2026 vorgestellten WSL-Container in der ersten Juliwoche 2025 ausgeliefert werden sollen. Ein wichtiger Schritt für Linux-Entwickler unter Windows.
Nicht alles Gold, was glänzt
Stört Sie die automatisch öffnende Widgets-Leiste? Mit der neuen Update-Funktion können Sie sie per Klick deaktivieren. Die Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie auch den Datei-Explorer flotter machen – ohne Vorladen. Widgets-Leiste deaktivieren – Anleitung sichern
Das Update ist nicht frei von Problemen. Microsoft hat einen bekannten Bug eingeräumt: Nach der Installation des Vorschau-Updates KB5095093 können bestimmte Office-Anwendungen abstürzen. Ein Fix wird für das kumulative Juli-Update erwartet, das die Vorschau-Features dann für alle Nutzer freischalten soll.
Fünf Jahre nach dem Start zeigt sich: Windows 11 wird erwachsen. Die aktuellen Updates adressieren endlich die Kernkritik der Nutzer – und machen das Betriebssystem fit für die zweite Hälfte seines Lebenszyklus.

