Microsoft hat heute die weltweite Veröffentlichung von Windows 11 Version 25H2 für alle berechtigten Nutzer bestätigt. Die Aktualisierung fällt mit dem Juni-Patchday zusammen und bringt sowohl ein neues Performance-Feature als auch eine Rekordzahl an Sicherheitskorrekturen.
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Low Latency Profile: Windows wird spürbar flotter
Das Herzstück des Updates mit der Bezeichnung KB5094126 ist das neue Low Latency Profile (LLP). Entwickelt im Rahmen der internen K2-Initiative, soll diese Funktion die Systemreaktionsfähigkeit verbessern – und zwar durch eine temporäre CPU-Beschleunigung bei Benutzerinteraktionen.
Der Mechanismus ist simpel: Sobald jemand das Startmenü, die Windows-Suche oder das Action-Center öffnet, pusht LLP den Prozessor für ein bis drei Sekunden auf maximale Taktfrequenz. Die Folge: Shell-Interaktionen sollen bis zu 70 Prozent schneller ablaufen, das Starten von Anwendungen immerhin bis zu 40 Prozent. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und soll weder die Akkulaufzeit noch die Spieleleistung beeinträchtigen – der Boost bleibt auf bestimmte UI-Auslöser beschränkt.
KI-Funktionen nun auch für Grafikkarten-Besitzer
Bisher waren lokale KI-Workloads den teuren Copilot+-PCs vorbehalten. Das ändert sich nun teilweise. Microsoft hat die lokalen Sprachmodell-APIs, insbesondere Phi Silica, für Rechner mit Nvidia GeForce RTX 30-Serie oder neuer geöffnet – vorausgesetzt, sie verfügen über mindestens 6 GB VRAM. Damit können Nutzer textbasierte KI-Aufgaben wie Zusammenfassungen oder Textumformulierungen lokal ausführen.
Allerdings: Features wie Recall und Click to Do bleiben weiterhin Geräten mit dedizierten neuronalen Prozessoren (NPUs) vorbehalten. Für diese Nutzer hält der Task-Manager ab sofort eine eigene Spalte bereit, die die NPU-Auslastung pro Prozess anzeigt.
Weitere Neuerungen im Überblick:
- Shared Audio: Gleichzeitiges Streamen an zwei Bluetooth-LE-fähige Geräte
- Multi-App Camera: Mehrere Anwendungen können parallel auf die Webcam zugreifen
- Schnellere Suche: Windows Search zeigt Ergebnisse bereits nach zwei eingegebenen Zeichen an
- Benutzerordner: Bei der Ersteinrichtung kann nun ein eigener Name für den Benutzerordner vergeben werden
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Rekord bei Sicherheitslücken – drei Zero-Days geschlossen
Der Juni-Patchday 2026 geht als einer der umfangreichsten in die Windows-Geschichte ein: Insgesamt 206 Schwachstellen wurden behoben. Der sprunghafte Anstieg der identifizierten Bugs ist laut Microsoft auf den verstärkten Einsatz KI-gestützter Erkennungstools zurückzuführen.
Besonders kritisch: Drei Zero-Day-Lücken wurden geschlossen, darunter eine schwerwiegende Kernel-Schwachstelle (Remote Code Execution) mit einem CVSS-Score von 9,8 sowie eine Sicherheitslücke, die physischen Zugriff auf BitLocker-verschlüsselte Laufwerke ermöglichte.
Vertrauenswürdige Konfigurationen neu definiert
Microsoft hat zudem die Handhabung von „desktop.ini“-Dateien aus nicht vertrauenswürdigen Quellen geändert. Definitionen aus WebDAV-, HTTP- oder Netzwerkpfaden, die mit dem Mark-of-the-Web (MOTW) gekennzeichnet sind, werden künftig nicht mehr automatisch angewendet. Administratoren können die Einstellungen weiterhin über Gruppenrichtlinien oder durch das Hinzufügen vertrauenswürdiger Pfade steuern.
Ein weiterer wichtiger Hinweis: Legacy-Secure-Boot-Zertifikate aus den frühen 2010er-Jahren laufen am 24. Juni 2026 ab. Die aktuellen Firmware- und Bootloader-Updates bereiten das System darauf vor – ein wichtiger Schritt für die langfristige Systemsicherheit.

