Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows 11 durchläuft einen grundlegenden Wandel. Die Version 25H2 ist nun für alle kompatiblen Geräte verfügbar – und bringt tiefgreifende Veränderungen bei Identitätsmanagement, Biometrie und Benutzeroberfläche mit sich. Doch ein neues Hardware-Identifikationsmerkmal sorgt für Diskussionen.
Der gläserne Rechner: Global Device Identifier
Ein brisantes Detail ist die Existenz des Global Device Identifier (GDID) – eine dauerhafte Hardware-Kennung, die sich nicht deaktivieren lässt. Selbst nach System-Updates bleibt dieser Identifikator aktiv. Die Existenz dieses Trackings wurde durch ein FBI-Verfahren gegen ein Mitglied der Hackergruppe Scattered Spider bekannt. Der Fall, der einen Ransomware-Angriff aus dem Jahr 2025 betraf, offenbarte, dass der GDID als nicht optionales Tracking-Instrument fungiert.
Parallel zu diesen Enthüllungen führt Microsoft sichtbarere Kontoelemente während der Einrichtung ein. Seit dem 20. Juli 2026 erscheint ein Hinweis zur Kindersicherung während der Ersteinrichtung (OOBE). Zudem erhält das Startmenü Abonnement-Badges und neue Optionen, um persönliche Informationen wie Namen und Fotos auszublenden.
Das Startmenü wird flexibler
Experimentelle und Beta-Builds vom Juli 2026 deuten auf eine umfassende Überarbeitung von Startmenü und Taskleiste hin. Entwickler haben Schalter integriert, mit denen Nutzer bestimmte Bereiche wie „Angeheftet“, „Alle Apps“ oder „Zuletzt verwendet“ ausblenden können.
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Weitere Anpassungen im Überblick:
* Variable Größen: Das Startmenü lässt sich auf klein, groß oder automatisch einstellen.
* Neue Bezeichnungen: Die Rubrik „Empfohlen“ heißt künftig „Zuletzt verwendet“.
* Dateiverwaltung: Der Datei-Explorer zeigt Größen jetzt in KB, MB und GB an – nicht mehr einheitlich in Kilobyte. Ein Mittelklick öffnet Ordner in neuen Tabs.
* Widgets: Diese nutzen nun System-Akzentfarben für Badges. Die Funktion „Öffnen bei Mauszeigerkontakt“ wurde entfernt.
Biometrie und Barrierefreiheit auf dem Prüfstand
Technische Dokumentationen aus Mitte Juli 2026 zeigen Verbesserungen bei Windows Hello und der Zugänglichkeit. Die Release Preview-Builds für die Versionen 24H2 und 25H2 führen Enhanced Sign-in Security (ESS) für externe Fingerabdrucksensoren ein. Damit profitieren auch Peripheriegeräte von erweitertem biometrischen Schutz.
Die Barrierefreiheits-Updates vom 20. Juli 2026 konzentrieren sich auf Sprach- und Eingabesteuerung. Eine neue Funktion zur Sprachisolierung für die Sprachsteuerung bietet drei Audiomodi: Standard-Sprachisolierung, Hintergrundgeräuschunterdrückung und einen Modus ohne Filterung. Präzisions-Touchpad-Steuerungen erlauben jetzt angepasste Scroll- und Zoom-Geschwindigkeiten. Für Nutzer assistiver Technologien unterstützt die Sprachausgabe jetzt HID-Braille-Displays – und zwar bereits während der Ersteinrichtung.
Leistungssprung für KI und Stabilität
Die aktuellsten System-Builds enthalten eine Änderung am Grafik-Kernel, die speziell leistungsstarke Hardware betrifft. Systeme mit mehr als 32 GB RAM können jetzt größere lokale KI-Modelle ausführen – ein Schritt in Richtung dezentraler künstlicher Intelligenz.
Die Juli-Updates 2026 beheben zudem mehrere hartnäckige Probleme:
* Update-Steuerung: Nutzer können Updates jetzt per Kalender für bis zu 35 Tage pausieren.
* Treiber-Kompatibilität: Ein Performance-Problem auf Dell-Geräten mit Intel IPF-Treibern wurde am 18. Juli 2026 behoben.
* Systemwerkzeuge: Verbesserungen gab es bei DHCP, IPPS-Druck und der Zwischenablage.
* Copilot+-Funktionen: Auf Copilot+-PCs lässt sich die KI-Komponente zur Bildgenerierung jetzt entfernen.
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Während Version 25H2 nun für alle berechtigten Geräte verfügbar ist, testet Microsoft weiterhin über die Insider-Beta- und Experimental-Kanäle die kommenden Verfeinerungen bei Identitätsmanagement und Oberflächenflexibilität.

