Microsoft hat mit dem Update auf Windows 11 Version 26H2 die standardmäßige Aktivierung der Windows-Einstellungssicherung für Arbeitsplatzrechner eingeführt. Die automatische Konfiguration greift ausschließlich auf geschäftlich genutzten Systemen mit einer Anmeldung über Microsoft Entra ID innerhalb einer Arbeitgeber-Domäne. Private Rechner, die mit einem persönlichen Microsoft-Konto betrieben werden, sind von dieser Änderung nicht betroffen.
Automatische Aktivierung greift nicht in der Europäischen Union
Die neue Voreinstellung gilt nicht weltweit und unterliegt strengen regionalen Vorgaben. Sie beschränkt sich auf Geräte ab Windows 11 Version 26H2 außerhalb von als datenschutzsensibel eingestuften Ländern und Regionen.
In Staaten der Europäischen Union wie Deutschland und Österreich sowie in souveränen oder restriktiven Clouds, in China und in speziellen Regierungsumgebungen bleibt die Funktion standardmäßig abgeschaltet. Rechner, die noch unter der Version 26H1 laufen, sollen die geänderte Voreinstellung erst mit dem nächsten regulären Funktionsupdate erhalten.
Zudem greift die Automatik nur dann, wenn Systemadministratoren die entsprechende Richtlinie in der Verwaltungskonfiguration auf dem Status unkonfiguriert belassen haben. Haben Unternehmen die Richtlinie vorab explizit aktiviert oder deaktiviert, respektiert das Betriebssystem diese Vorgabe weiterhin unverändert.
Speicherort im Tenant und Speicherintervall
Der automatische Sicherungsdienst läuft alle acht Tage im Hintergrund. Dabei erfasst das System grundlegende Nutzereinstellungen, persönliche Präferenzen sowie die Liste der installierten Apps aus dem Microsoft Store. Die Programme selbst sowie Dateiinhalte sind nicht Teil des Backups.
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Als Speicherziel dient nicht ein privater Cloud-Speicher, sondern der Mandant des jeweiligen Arbeitgebers in dessen Exchange-Online-Region. Die abgelegten Informationen gelten als personenbezogene Daten und verbleiben strikt an das Unternehmen gebunden.
Hintergrundbilder des Desktops und des Sperrbildschirms werden nach Unternehmensangaben nur dann in OneDrive gesichert, wenn der Arbeitgeber über ein entsprechendes Abonnement für den Dienst verfügt.
Hinsichtlich der Sicherung von Anmeldedaten und Passwörtern existieren in den technischen Beschreibungen Widersprüche: Während die Richtlinienreferenz eine standardmäßige Synchronisierung von Konten, WLAN-Netzen und Kennwörtern aufführt, weist der Richtlinienkatalog diese Elemente an anderer Stelle als ungesichert aus.
Administrative Steuerung und weitere Neuerungen
Trotz der automatischen Erstellung bleibt die Wiederherstellung der gesicherten Daten unter der Kontrolle der Administratoren und ist ab Werk deaktiviert. Laut einem Bericht zu dem Update KB5127936 erhalten IT-Verantwortliche bei einem Wiederherstellungsprozess eine Zusammenfassung der wiederhergestellten Elemente inklusive Systemeinstellungen und Anwendungslisten.
Endnutzer können die Funktion auf ihren Geräten manuell in den Kontoeinstellungen unter dem Menüpunkt für die Windows-Sicherung abschalten, indem sie das Speichern von Einstellungen und Store-Apps deaktivieren.
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Beobachter weisen auf weitere Unstimmigkeiten in den offiziellen Dokumentationen hin. Während Übersichtsseiten eine standardmäßige Aktivierung nennen, beschreiben detailliertere Handbücher weiterhin ein Opt-in-Verfahren. Zudem weichen die Angaben zum Sicherungsrhythmus zwischen einem wöchentlichen Intervall und einer Ausführung alle acht Tage voneinander ab.
Die Umstellung bei den Sicherungen gehört zu den wenigen funktionalen Anpassungen in Windows 11 26H2. Neben dem Einstellungs-Backup umfasst die Aktualisierung im Wesentlichen modifizierte Taskleisten-Aktionen für einzelne Anwendungen sowie Anpassungen im Datei-Explorer.
Sämtliche dieser Neuerungen zielen auf verwaltete Unternehmens-PCs ab, während gleichzeitig das traditionelle Kommandozeilenwerkzeug WMIC vollständig aus dem Betriebssystem entfernt wird.

