Windows 11 26H2: Microsoft bringt Bing-Such-Schalter im Herbst

Microsoft kündigt Windows 11 26H2 als kleines Aktivierungspaket an, während fehlerhafte Juni-Updates Bluescreens und BitLocker-Risiken verursachen.

Microsoft bereitet den nächsten großen Windows-11-Release vor, kämpft aber gleichzeitig mit schwerwiegenden Fehlern durch die jüngsten Sicherheitsupdates. Die Version 26H2 soll im Herbst erscheinen – als kleines Aktivierungspaket.

Kleines Update, große Wirkung

Anders als frühere Hauptversionen wird Windows 11 26H2 als sogenanntes Enablement Package ausgeliefert. Für die meisten Nutzer bedeutet das: Der Download ist weniger als 500 Kilobyte groß. Das Update aktiviert lediglich Funktionen, die in den Versionen 24H2 und 25H2 bereits schlummern, aber deaktiviert sind.

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Wichtig zu wissen: Die 26H2-Version unterscheidet sich grundlegend vom 26H1-Zweig, der für spezielle Chip-Plattformen wie den Nvidia N1 oder Snapdragon X2 entwickelt wurde. Da beide Versionen unterschiedliche Kernel nutzen, ist ein direktes Upgrade von 26H1 auf 26H2 nicht möglich. Die Hardware-Anforderungen bleiben mit 4 Gigabyte RAM und 64 Gigabyte Speicher unverändert.

Der Support-Zeitraum fällt unterschiedlich aus: Home- und Pro-Editionen erhalten 24 Monate lang Updates – bis Oktober 2028. Enterprise- und Education-Versionen dürfen sich über 36 Monate Support freuen, also bis Oktober 2029. IT-Profis können die Bereitstellung über Autopatch, Intune und WSUS steuern.

Neue Funktionen im Anmarsch

Microsoft testet die 26H2-Builds bereits in den Experimental- und Beta-Kanälen. Am 19. Juni veröffentlichte der Konzern Build 26300.8697 für den Experimental-Kanal und Build 26220.8690 für die Beta-Tester. Der Fokus liegt auf Plattform-Stabilität, Barrierefreiheit sowie Verbesserungen am Datei-Explorer und der Windows-Suche.

Eine besonders lang geforderte Funktion hat March Rogers, Microsofts Partner Director of Design, Mitte Juni bestätigt: Windows 11 26H2 erhält einen nativen Schalter, mit dem Nutzer die Bing-Websuche in der Windows-Suche abschalten können. Statt Internet-Ergebnissen werden dann nur noch lokale Dateien angezeigt.

Update-Debakel: Recycling-Panne und Bluescreens

Doch die Zukunftsmusik kann nicht über die aktuellen Probleme hinwegtäuschen. Die kumulativen Updates vom 9. Juni 2026 (KB5095051 und KB5094126) haben erhebliche Schäden angerichtet.

Am bekanntesten ist der „Papierkorb-Bug“: Statt des tatsächlichen Dateinamens zeigt das System beim Löschen interne Kennungen wie „$Rxxxxx.ext“ an. Microsoft betont, dass keine Daten verloren gehen – der visuelle Fehler betrifft jedoch ein breites Spektrum von Windows 10 Enterprise LTSB 2016 bis zu den aktuellsten Windows-11-Builds.

Noch schwerwiegender sind die Stabilitätsprobleme:

  • Hardware-spezifische Abstürze: Besitzer von HP-Geräten wie dem EliteBook 840 G10 oder ProBook 460 G11 berichten von Bluescreens mit den Fehlercodes 0xc0430001 oder DPC_WATCHDOG_VIOLATION.
  • BitLocker-Risiken: Bei manchen Systemen erscheint nach dem Neustart der BitLocker-Wiederherstellungsbildschirm – selbst wenn die Verschlüsselung angeblich deaktiviert war. Wer keinen Wiederherstellungsschlüssel zur Hand hat, riskiert Datenverlust.
  • Cloud-Probleme: OneDrive und Dropbox zeigen Zugriffsstörungen, der Datei-Explorer reagiert träge, und Office-Anwendungen stürzen bei der Nutzung von Drittanbieter-Integrationen ab.

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Microsoft bietet Workarounds vor allem für Geschäftskunden an. Ein offizieller Fix ist für den nächsten monatlichen Patch-Zyklus am 14. Juli 2026 angekündigt.

Secure Boot: Zertifikate laufen ab

Parallel zu den Software-Problemen naht ein sicherheitstechnischer Meilenstein: Am 24. Juni 2026 laufen bestimmte Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011 ab. Systeme, die nicht auf die 2023er-Zertifikate aktualisiert wurden, booten zwar weiterhin – erhalten aber keine Boot-Level-Sicherheitsupdates mehr. Besonders betroffen sind ältere Geräte aus der Zeit vor 2018, falls die Hersteller keine BIOS-Updates bereitgestellt haben. Der Schutz gegen Bootkits wie BlackLotus wäre dann nicht mehr gewährleistet.