Microsoft hat mit der schrittweisen Verteilung des neuen Funktions-Updates Windows 11 26H2 für berechtigte Computer begonnen. Die Auslieferung startete am 30. September 2026 und richtet sich zunächst an nicht verwaltete PCs, auf denen bereits die Versionen 24H2 oder 25H2 installiert sind. Um den Bezug zu beschleunigen, müssen Anwender in den Windows-Update-Einstellungen die Option zur sofortigen Installation neuester Updates aktivieren.
Effiziente Installation durch Aktivierungspaket
Das Update auf die Version 26H2 unterscheidet sich technisch von herkömmlichen großen Upgrades. Für Systeme, die bereits auf den Versionen 24H2 oder 25H2 laufen, wird die neue Version als sogenanntes Enablement-Paket bereitgestellt. Da diese drei Versionen denselben Code-Zweig und dieselben Systemdateien nutzen, sind die neuen Funktionen oft bereits durch frühere monatliche Updates auf den Geräten vorhanden, jedoch noch inaktiv.
Das Aktivierungspaket für vollständig aktualisierte Systeme umfasst lediglich 174 KB und erfordert nach der Installation nur einen einzigen Neustart. Als technische Voraussetzung nennt das Unternehmen das kumulative Update KB5124010, welches am 22. September 2026 veröffentlicht wurde.
Nutzer älterer Versionen wie Windows 11 23H2 müssen hingegen ein vollständiges Feature-Upgrade oder eine Neuinstallation durchführen. PCs mit Arm-Architektur unter der Version 26H1 sind vom aktuellen Rollout zunächst ausgenommen.
Erweiterte Anpassungsoptionen und neue Funktionen
Ein Schwerpunkt der Version 26H2 liegt auf der Individualisierung der Benutzeroberfläche. Die Taskleiste kann nun flexibel am oberen, unteren, linken oder rechten Bildschirmrand positioniert werden. Zudem lassen sich die Größe der Taskleiste und des Startmenüs anpassen. Das Startmenü selbst bietet neue anpassbare Bereiche sowie eine automatische Ansicht nach Kategorien.
Im Bereich der Produktivität erhält der Datei-Explorer KI-gestützte Funktionen für OneDrive- und SharePoint-Dateien, sofern ein entsprechendes Microsoft-365-Abonnement und eine Copilot-Lizenz vorliegen. Zudem wurden die Unterstützung für zusätzliche Archivformate und die Ladegeschwindigkeit der Startseite optimiert.
Sicherheitsrelevante Neuerungen umfassen einen verbesserten Administratorenschutz, das integrierte Systemüberwachungstool Sysmon sowie die Unterstützung der kryptografischen Algorithmen ML-KEM und ML-DSA.
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Supportzeiträume und bekannte Probleme
Mit dem Upgrade auf 26H2 verlängert sich der offizielle Supportzeitraum für die Betriebssysteme deutlich. Für die Editionen Home, Pro, Pro Education und Pro for Workstations gewährt Microsoft eine Unterstützung von 24 Monaten ab Veröffentlichung, was eine Versorgung mit Sicherheitsupdates bis zum 10. Oktober 2028 bedeutet.
Die Versionen Enterprise, Education, IoT Enterprise und Enterprise Multisession erhalten 36 Monate Support bis zum 9. Oktober 2029. Im Vergleich dazu endet der Support für die Version 24H2 in den Editionen Home und Pro bereits am 13. Oktober 2026.
Trotz des optimierten Rollouts wurden bereits drei bekannte Probleme identifiziert, die Microsoft als mitigiert einstuft. Bei manchen USB-Audio-Class-1.0-Geräten kann es nach der Installation zu Ausfällen kommen. Zudem wurden Anmeldeprobleme bei Maschinenkonten in Active-Directory-Umgebungen gemeldet, die durch Credential Guard geschützt sind.
In virtuellen Umgebungen auf Azure-Virtual-Desktop-Hosts können schwarze Bildschirme oder Probleme beim Laden des Desktops auftreten. Microsoft behalte sich vor, das Update bei erkannten Kompatibilitätsproblemen durch einen sogenannten Safeguard Hold für betroffene Geräte vorerst zurückzuhalten.
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Erste Einschätzungen zur Systemperformance
Berichte über die Auswirkungen auf die Systemleistung fallen bisher unterschiedlich aus. Laut Nutzerangaben auf Plattformen wie Reddit und X konnten bei Systemen mit großem Arbeitsspeicher teilweise Reduzierungen des RAM-Verbrauchs beobachtet werden. So berichtete ein Anwender mit 48 GB RAM von einer Verringerung um 2 GB, während ein Nutzer mit 32 GB RAM einen Rückgang von 9,1 GB unter Version 25H2 auf 7,5 GB unter 26H2 verzeichnete.
Auf Geräten mit einer Kapazität von 8 GB RAM blieb die Auslastung hingegen unverändert hoch bei etwa 96 Prozent. Analysten bewerteten die Leistung in ersten Tests nach sechs Monaten Betrieb mit der Note „B“, wobei insbesondere bei Systemen mit geringem Arbeitsspeicher weiterhin Verbesserungsbedarf konstatiert wurde.
Als mögliche Ursachen für eventuelle Verlangsamungen nach dem Update werden veraltete Treiber, Hintergrundaktivitäten oder die Suchindexierung angeführt. Microsoft hat bisher keine offiziellen Benchmarks veröffentlicht, welche die Performance der Version 26H2 gegenüber der Vorgängerversion direkt vergleichen.
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