Microsoft überarbeitet mit der Version 26H2 von Windows 11 das Speichermanagement, um die Reaktionsfähigkeit auf Rechnern mit 8GB Arbeitsspeicher zu verbessern. Das Fachportal windowslatest.com führte einen entsprechenden Test auf einem Laptop mit 8GB RAM durch, nannte im Berichtstext allerdings keine konkreten Messwerte.
Ziel der Entwickler ist es, das System auf leistungsschwächerer Hardware flüssiger nutzbar zu machen und die Abhängigkeit von der Auslagerungsdatei zu verringern.
Verbesserte Reaktionszeiten und neues Speichermanagement
Nach Angaben von Navjot Virk, Vizepräsident für Windows Experience bei Microsoft, bringt der Windows-11-Build 26300.9550 eine um bis zu 20 Prozent verbesserte Reaktionszeit im Gesamtsystem. Dies betrifft zentrale Oberflächenelemente wie das Startmenü, den Datei-Explorer, die Suche, die Einstellungen sowie das Kontextmenü.
Microsoft bestätigte diese Beschleunigung um bis zu 20 Prozent im Vergleich zur vorherigen Version 26200.7628 auch für Anwendungen wie das Snipping Tool und Microsoft 365 sowie für den Rechtsklick auf Funktionen und Apps.
Ein wesentlicher Hebel für Geräte mit 8GB Arbeitsspeicher oder weniger liegt bei den Hintergrundprozessen: Das Betriebssystem stoppt auf diesen Systemen das automatische Vorladen von Widgets, sodass diese erst beim Öffnen geladen werden. Dies gibt bereits beim Systemstart über 200MB RAM frei.
Zudem hält Windows 11 bis zu 2GB mehr aktive Daten direkt im Arbeitsspeicher, anstatt sie auf Datenträger auszulagern. Zu den weiteren Optimierungen, deren Bereitstellung schrittweise erfolgt, gehören Anpassungen an der Windows-Suche, Phone Link, der neuen Photos-App und der Shader-Bereitstellung.
Bereits auf der IFA 2026 erklärte Mark Linton, Vizepräsident Windows & Devices bei Microsoft, dass Windows 11 deutliche Fortschritte bei der Bootzeit und der Reaktion der Authentifizierung per Windows Hello erzielt habe. Die Optimierungen für Rechner mit 8GB RAM seien angelaufen, wenngleich ohne konkretes Speicherziel. Der beschleunigte Systemstart war damals noch nicht in den Preview-Builds enthalten.
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Spagat zwischen Einstiegsgeräten und Speicherbedarf
Microsoft nennt 16GB als neue reguläre Basis für moderne Rechner sowie 32GB als Empfehlung für Spiele. Für Copilot+-PCs hatte der Konzern bereits im Jahr 2024 ein Minimum von 16GB vorgegeben.
Dennoch kamen im Jahr 2026 Modelle wie das Microsoft Surface, das Dell XPS 13 und das HP OmniBook 3 erneut in Einstiegsvarianten mit 8GB auf den Markt. Als ein wesentlicher Hintergrund für diese Ausstattung gilt eine allgemeine DRAM-Knappheit, die durch den hohen Bedarf von KI-Rechenzentren ausgelöst wurde.
Experten sehen die Basisausstattung im Alltag jedoch kritisch. Nach einem Bericht von Engadget waren bei einem Dell XPS 13 mit 8GB RAM bereits nach dem Start rund 80 Prozent des Speichers belegt. Mit mehreren geöffneten Browser-Tabs kletterte die Auslastung auf 95 Prozent, was zu spürbaren Verzögerungen führte.
Eine Variante desselben Geräts mit 16GB RAM arbeitete flüssiger und erreichte im identischen Akkutest eine um 1 Stunde und 44 Minuten längere Laufzeit bei einem Aufpreis von 200 US-dollar (rund 6.493 NT$). Laut windowslatest.com benötigt ein PC mit 8GB RAM bereits im Windows-11-Leerlauf rund 6GB Speicher.
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Nutzerberichte zeigen Entlastung primär bei großen Speicherkapazitäten
In der Praxis zeigen sich die Einsparungen des 26H2-Updates bislang vor allem auf Geräten mit großem Speicher. Nutzerberichten zufolge sank der belegte Arbeitsspeicher im Leerlauf überwiegend bei Konfigurationen mit 32GB bis 48GB um 1GB bis 3GB.
Ein Nutzer mit 48GB RAM verzeichnete einen Rückgang von 6,9GB auf etwa 4,8GB, während ein 16GB-Notebook im Test von Windows Latest von über 10GB auf 7GB fiel.
Ein Test auf einem Lenovo Legion 5 Pro aus dem Jahr 2022 mit 32GB RAM ergab unter der Vorgängerversion 25H2 eine Belegung von 8,5GB (23,3GB frei, 13,5GB Cache) und unter 26H2 einen Wert von 6,7GB (25,1GB frei, 11,7GB Cache), was einer Einsparung von 1,8GB entspricht.
Bei Systemen mit 8GB RAM meldeten Nutzer auf Diskussionsplattformen dagegen bislang keine erkennbare Veränderung der Leerlaufwerte. Microsoft nennt dafür keine Ursache.

