Microsoft hat am 29. September 2026 mit der schrittweisen Bereitstellung von Windows 11 26H2 (Build 26300) begonnen. Das Betriebssystem-Update wird für geeignete Computer mit den Versionen 24H2 oder 25H2 in Form eines Enablement-Pakets verteilt und setzt für die Einrichtung in den meisten Fällen lediglich einen Systemneustart voraus.
Gemeinsamer Wartungszweig und erneuerte Supportzyklen
Die Versionen 24H2, 25H2 und 26H2 nutzen denselben gemeinsamen Wartungszweig. Durch das Update auf Version 26H2 werden bereits im System vorhandene Funktionen aktiviert und die Supportlaufzeiten neu gestartet.
Diese Fristen gelten rückwirkend ab dem 29. September 2026. Geräte mit Windows 11 Home und Pro erhalten daraufhin 24 Monate lang Sicherheits- und Wartungsaktualisierungen bis Oktober 2028. Für die Editionen Enterprise und Education beläuft sich der Unterstützungszeitraum auf 36 Monate bis Oktober 2029. Systeme mit der Version 26H1 sind von diesem Aktualisierungspfad ausgeschlossen, da sie auf einem abweichenden Betriebssystemkern basieren.
Optimierte Reaktionszeiten durch das Low Latency Profile
Zu den technischen Schwerpunkten zählt das Low Latency Profile, das mit 26H2 auf nahezu allen Rechnern bereitgestellt werden soll. Die Funktion hebt den Prozessortakt für eine Zeitspanne von ein bis drei Sekunden gezielt an, um anstehende Rechenaufgaben schnell abzuarbeiten und den Prozessor rasch wieder in energieeffiziente Ruhezustände zu versetzen.
Dieser Mechanismus beschleunigt das Öffnen des Startmenüs, die Suchfunktion, das Benachrichtigungscenter sowie den Start einzelner Anwendungen. Nach Angaben des Unternehmens zeigen sich die Effekte insbesondere auf älteren oder leistungsschwächeren Rechnern: In internen Tests starteten Microsoft Edge und Microsoft Outlook rund 40 Prozent schneller, während das Startmenü sowie Kontextmenüs eine um bis zu 70 Prozent verkürzte Reaktionszeit aufwiesen.
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Speicheroptimierungen und Erfahrungen zur RAM-Auslastung
Für das Jahr 2026 formulierte Microsoft das Ziel, die Speicherverwaltung auf PCs mit mindestens 8 GB Arbeitsspeicher zu optimieren. Eine direkte Senkung des RAM-Bedarfs spezifisch durch Version 26H2 bestätigte das Unternehmen jedoch nicht, da der Verbrauch maßgeblich von aktiven Hintergrundprozessen, dem System-Cache und individuellen Konfigurationen abhängt.
Erste Messungen von Anwendern zeichnen ein differenziertes Bild: Einzelne Nutzer berichteten von Einsparungen von bis zu 3 GB im Leerlauf. So sank die Speichernutzung auf einem Testrechner mit 48 GB RAM nach dem Start von zuvor 6,9 GB unter Version 25H2 auf 4,8 bis 5 GB unter 26H2. Auf einem System mit 32 GB ging der Bedarf von 9,1 GB auf 7,5 GB zurück.
Ein drei Jahre altes Notebook mit 16 GB Arbeitsspeicher verzeichnete nach dem Systemneustart einen Rückgang von zuvor über 10 GB auf rund 7,0 von 15,7 GB belegtem Speicher (45 Prozent), bei 4 GB Zwischenspeicher und 8,8 GB freier Kapazität. Bei einem Gerät mit 8 GB RAM trat hingegen keine Änderung auf; die Auslastung verharrte bei 96 Prozent.
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Neuerungen bei Benutzeroberfläche und Systemfunktionen
Mit dem Update führt Microsoft mehrere funktionale Anpassungen ein. Die Taskleiste lässt sich nun wahlweise am oberen, linken oder rechten Bildschirmrand positionieren und in der Größe reduzieren. Das Startmenü erhält zusätzliche Anpassungsoptionen für das Layout.
Im Datei-Explorer stehen neue KI-gestützte Funktionen bereit, darunter Zusammenfassungen für in OneDrive oder SharePoint gespeicherte Dateien, die ein Microsoft-365-Abonnement sowie eine Copilot-Lizenz voraussetzen. Das System unterstützt nun Archivformate wie uu, cpio, xar und nupkg nativ. Der Task-Manager visualisiert künftig auch die Auslastung dedizierter KI-Recheneinheiten (NPUs).
Zudem erweitert Microsoft die Sicherheitsfunktion Windows Hello Enhanced Sign-in Security auf Fingerabdruckleser von Drittherstellern, ergänzt Wiederherstellungsfunktionen wie die zeitpunktbezogene Systemrücksetzung (Point-in-time restore), integriert Sysmon standardmäßig in deaktiviertem Zustand und fügt Schnittstellenunterstützung für ML-KEM und ML-DSA hinzu.
Microsoft ordnete das Update als vorhersehbare Aktualisierung mit geringem Unterbrechungspotenzial ein. Im Verlauf des Jahres 2026 waren zuvor mehrere außerplanmäßige Fehlerkorrekturen notwendig geworden, nachdem Probleme unter anderem bei Diensten wie Outlook, OneDrive, Dropbox und Remote Desktop aufgetreten waren. Für den 7. Oktober 2026 hat das Unternehmen zudem ein Windows- und Surface-Event angekündigt.
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