Windows 11 26H2: Microsoft verteilt Update mit KI-Aktionen im Datei-Explorer

Microsoft verteilt das Update schrittweise; es ergänzt Explorer, Oberfläche und Sicherheit und bietet je nach Edition 24 oder 36 Monate Support.

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Microsoft hat am 29. September 2026 mit der Verteilung von Windows 11 26H2 begonnen. Das sogenannte Windows 11 2026 Update wird für berechtigte PCs schrittweise über Windows Update bereitgestellt.

Da die Versionen 24H2, 25H2 und 26H2 denselben Wartungszweig nutzen, erfolgt das Upgrade für entsprechende Systeme über ein leichtgewichtiges Enablement-Paket namens KB5121794 mit einer Dateigröße von rund 174 KB und erfordert lediglich einen Neustart.

Schneller Umstieg und technische Voraussetzungen

Für die Installation des Enablement-Pakets setzt Microsoft das Vorschauupdate KB5124010 mit der Betriebssystem-Build 26100.9546 vom 22. September 2026 oder eine spätere Version voraus.

Nach dem Neustart steigt die Build-Nummer des Betriebssystems auf 26300. Systeme, die noch auf den Versionen 22H2 oder 23H2 laufen, erhalten das Update hingegen nicht über das kleine Aktivierungspaket, sondern benötigen einen vollständigen Systemdownload.

Das Update 26H2 führt keine grundlegend neuen Systemkomponenten ein, sondern schaltet bereits in den Vorgängerversionen 24H2 und 25H2 hinterlegte, bislang inaktive Verbesserungen frei.

Für Rechner unter Windows 11 26H1, das exklusiv für Qualcomm Snapdragon X2 bereitgestellt wurde, steht kein direkter Wechsel auf 26H2 offen, da diese Geräte einen anderen Betriebssystemkern nutzen. Für diese Systeme plant Microsoft einen Umstiegspfad zu einer späteren Windows-Veröffentlichung. Pläne für ein Windows 12 bestehen laut Microsoft nicht.

Künstliche Intelligenz und Funktionsausbau im Datei-Explorer

Zu den zentralen Neuerungen gehört der erweiterte Datei-Explorer. Die Anwendung erhält KI-gestützte Aktionen zur Bearbeitung von Bildern sowie zum automatischen Zusammenfassen von Dokumenten, die in OneDrive oder SharePoint abgelegt sind. Um diese Werkzeuge nutzen zu können, sind ein Microsoft-365-Abonnement, eine Copilot-Lizenz, ein entsprechendes Benutzerkonto und eine Datenverarbeitung über die Cloud erforderlich.

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Zusätzlich unterstützt der Datei-Explorer neue Archivformate wie uu, cpio, xar und nupkg. Nutzer können Dateien nun per Sprachtipp umbenennen und das Tilde-Zeichen in der Adressleiste verwenden. Microsoft hat zudem die Arbeitsgeschwindigkeit des Explorers optimiert und den Eigenschaftendialog auf moderne WinUI-Komponenten umgestellt. Für kommerzielle Organisationen sind die Verbesserungen am Dateiverwaltungsprogramm standardmäßig aktiv.

Anpassbare Taskleiste und verändertes Startmenü

Auch die Benutzeroberfläche erfährt Anpassungen. Die Taskleiste lässt sich über die Personalisierungseinstellungen wieder wahlweise am unteren, oberen, linken oder rechten Bildschirmrand positionieren. Zudem fällt sie schmaler aus und bietet kompaktere Symbole.

Das Startmenü wurde technisch von React auf WinUI 3 umgestellt und bietet mehrere Größenkonfigurationen. Der Bereich für alle Apps ist künftig scrollbar und lässt sich in einer Raster- oder Kategorieansicht darstellen.

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Einzelne Bereiche wie angeheftete oder kürzlich genutzte Elemente können ausgeblendet werden. In den Sucheinstellungen lassen sich Web-Ergebnisse von Bing sowie Empfehlungen aus dem Microsoft Store abschalten. Gleichzeitig wurden die Fehlerkorrektur bei der Eingabe und die Ergebnisvorschauen verbessert.

Aufgrund von Nutzerkritik hat Microsoft die Sichtbarkeit von Copilot zurückgefahren. Die Integration wurde verkleinert, das Editor-Programm Notepad kommt ohne Copilot-Schaltfläche aus, und eine physische Copilot-Taste lässt sich deaktivieren oder wahlweise mit der rechten Steuerungstaste oder dem Kontextmenü belegen. Die Widgets-Übersicht blendet den Nachrichten-Feed von MSN standardmäßig aus, und der Sperrbildschirm zeigt auf Wunsch lediglich ein Wetter-Widget.

Verbesserte Sicherheit und Supportzeiträume

Im Bereich der Systemsicherheit führt Windows 11 26H2 einen Administrator-Schutz mit Just-in-Time-Rechten und Profiltrennung ein, der standardmäßig deaktiviert bleibt und über Intune oder Gruppenrichtlinien gesteuert wird. Das Überwachungswerkzeug Sysmon ist fest integriert, ab Werk jedoch ebenfalls inaktiv.

Auf Kernebene entfernt Microsoft das Standardvertrauen für kreuzsignierte Treiber nach mindestens 100 Stunden Audit und drei Neustarts; fortan bleiben nur noch WHCP-zertifizierte oder speziell deklarierte Legacy-Treiber vertrauenswürdig. Zudem stehen Entwicklern Programmierschnittstellen für die Post-Quanten-Algorithmen ML-KEM und ML-DSA zur Verfügung.

Für Privat- und Geschäftskunden gelten gestaffelte Supportfristen: Die Editionen Home und Pro erhalten 24 Monate Unterstützung bis Oktober 2028, während Enterprise- und Education-Versionen über einen Zeitraum von 36 Monaten bis Oktober 2029 gepflegt werden. Bestehende Installationen von 24H2 Home und Pro erreichen ihr geplantes Wartungsende am 13. Oktober 2026.