Offiziell verlangt Microsoft für den regulären Betrieb von Windows 11 mindestens 4GB Arbeitsspeicher. In der Modding-Szene wird diese technische Untergrenze jedoch regelmäßig ausgelotet.
Am 31. Oktober 2026 demonstrierte der Tiny11-Entwickler NTDEV, dass sich Windows 11 in der Version 26H2 auch mit lediglich 128MB RAM starten lässt. Das entspricht rund 3,1 Prozent der von Microsoft festgelegten Mindestanforderung beziehungsweise einer Reduzierung um das 32-Fache. Auf der Plattform X ordnete NTDEV den erfolgreichen Startversuch als möglichen Weltrekord ein.
Funktionsumfang und Grenzen des 128-Megabyte-Experiments
In einer auf X geteilten Videodemonstration vom 31. Oktober 2026 zeigte der Entwickler eine lauffähige grafische Benutzeroberfläche. Neben dem Desktop ließen sich der Datei-Explorer, das Startmenü sowie das Notizprogramm Notepad öffnen.
Gleichzeitig räumte NTDEV ein, dass das System quälend langsam reagiere. Genaue Details zur benötigten Bootzeit oder zur zugrunde liegenden Hardware-Umgebung – etwa ob der Versuch auf physischen Komponenten oder in einer virtuellen Maschine durchgeführt wurde – blieben ungenannt.
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Das Pico11-Projekt als technische Basis
Der Test mit extrem reduziertem Arbeitsspeicher baut auf Vorarbeiten auf, die NTDEV kurz zuvor öffentlich machte. Am 25. Oktober 2026 zeigte der Entwickler Einblicke in ein Vorhaben namens Pico11. Das zugehörige ISO-Abbild umfasst 699.811.840 Bytes und findet damit auf einer herkömmlichen CD-ROM mit 700MB Speicherkapazität Platz. Ein Standard-Installationsmedium für Windows 11 26H2 belegt im Vergleich dazu rund 8,2GB.
Trotz der drastischen Verkleinerung bleiben in der Pico11-Distribution verschiedene Standardwerkzeuge nutzbar. Neben dem Desktop und dem Datei-Explorer starten auch der Rechner, das Einstellungsmenü, Paint und Notepad. Um Systemressourcen einzusparen, ersetzte NTDEV den Task-Manager durch eine ältere und schlankere Ausführung der Software.
Tiefe Eingriffe in die Systemarchitektur
Der geringe Speicherbedarf verlangt erhebliche Kompromisse bei der Funktionalität. In Pico11 wurden Windows Update sowie die Servicing-Komponenten vollständig entfernt, weshalb das Betriebssystem keine Sicherheitsupdates oder Patches empfangen kann. Eine lückenlose Dokumentation aller entfernten Bestandteile hat der Entwickler bisher nicht vorgelegt.
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In einem Testlauf innerhalb einer virtuellen Maschine mit 4GB RAM belegte Pico11 rund 883MB Arbeitsspeicher. Das Vorhaben schließt an ein Redesign des Tiny11-Builders mit Unterstützung für 26H2 an. Es handelt sich um ein experimentelles Konzept, das nicht auf den alltäglichen Einsatz ausgelegt ist. Veröffentlichungsdaten, Editionsangaben oder offizielle Downloads existieren für Pico11 bislang nicht.
Frühere Experimente mit minimalen Ressourcen
Versuche zur extremen Lastreduktion führt NTDEV bereits seit längerer Zeit durch. Im Jahr 2023 gelang es ihm, Windows 11 mit 176MB RAM zu starten, damals allerdings noch ohne den regulären Desktop.
Im Dezember 2022 brachte er zudem Windows 7 mit 128MB RAM auf einem emulierten Pentium-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 5MHz in der Simulationssoftware 86Box zum Laufen; der Desktop lud seinerzeit im abgesicherten Modus nach etwa 28 Minuten. Die aktuellen Versuche knüpfen an diese Reihe technischer Grenztests an.
Mehr zum Thema bei Tom’s Hardware: „Developer manages to run Windows 11 26H2 with just 128MB of RAM, just 3.1% of recommended minimum …“

