Das kommende Betriebssystem-Update Windows 11 26H2 soll die Leistungsfähigkeit von Rechnern mit kleineren Speicherkonfigurationen spürbar steigern. Wie Windows-Chef Pavan Davuluri mitteilte, reagieren PCs mit 8 GB RAM unter der neuen Version bis zu 20 Prozent schneller.
In internen Multitasking-Labortests habe das System sogar einen Zuwachs von bis zu 40 Prozent verzeichnet. Microsoft reagiert damit auf die anhaltende Kritik an den Speicheranforderungen moderner Windows-Installationen.
Verbesserte Speicherverwaltung und optimierte Anwendungen
Bislang lagerte Windows 11 auf Geräten mit 8 GB RAM geöffnete Anwendungen vergleichsweise aggressiv auf Datenträger aus, was bei einem Wechsel oft zu Verzögerungen durch erneutes Laden führte. Künftig hält das Betriebssystem bis zu 2 GB mehr aktive Daten direkt im Arbeitsspeicher.
Der von Microsoft genannte Reaktionsgewinn von 20 Prozent stützt sich auf Telemetriedaten von 8-GB-Rechnern bei alltäglichen Operationen wie dem Startmenü, der Suche, dem Rechtsklick, den Einstellungen, dem Snipping Tool und dem Datei-Explorer im Vergleich zum Update vom Januar 2026. Der Zuwachs von bis zu 40 Prozent beruht hingegen auf einem spezifischen Labortest auf einem HP OmniBook 3 mit Snapdragon X Plus und 8 GB RAM unter extremer Last durch 20 Edge-Tabs, ein 4K-Video, große Office-Dateien, Outlook sowie den Explorer. Das Unternehmen betonte, dass es sich hierbei um ein einzelnes Szenario und keinen allgemeingültigen Benchmark handle.
Zusätzlich sinkt das Wachstum des zugesicherten Speichers in Multitasking-Tests um bis zu 900 MB, wovon Word, PowerPoint, Excel und Outlook bis zu 360 MB einsparen. Auch Randkomponenten wurden überarbeitet: Widgets werden erst beim Öffnen in den Speicher geladen, was im geschlossenen Zustand rund 200 MB spart.
Der Browser Microsoft Edge versetzt inaktive Tabs nun bereits nach 15 Minuten statt nach 2 Stunden in den Ruhezustand und startet bis zu 33 Prozent schneller, typischerweise um 15 Prozent. Die Kollaborationssoftware Teams startet auf 8-GB-Geräten bei standardmäßig aktiviertem Effizienzmodus bis zu 20 Prozent schneller.
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Technische Umstellung auf WinUI3
Der Maßnahmenkatalog folgt laut Microsoft einem dreigleisigen Ansatz: eine effizientere Speicherverwaltung, der Schutz unmittelbarer Nutzerinteraktionen und ein reduzierter Ressourcenbedarf von Systemkomponenten.
Technisch vollzieht das System einen Plattformwechsel. Programme wie der Datei-Explorer, Notepad, Paint, Photos sowie die Suchfunktion setzen künftig auf WinUI3 statt WebView2, während Windows Search und Widgets eine gemeinsame Web-Engine erhalten.
Für die Leistungsverbesserungen sind Windows 11 26H2 ab Build 26300.9818 (KB5127936) sowie aktuelle Versionen von Edge, Microsoft 365 und Teams erforderlich.
Für anspruchsvolle Aufgaben wie 3D-Modellierung, Videoschnitt und umfangreiche Datenverarbeitung empfiehlt Microsoft weiterhin mindestens 16 GB RAM, für lokale KI-Anwendungen mindestens 24 GB.
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Unabhängige Messungen bestätigen Speichereinsparung
Unabhängige Tests bestätigen geringere Belegungen. Windows Central maß auf einem Acer Swift Air 14 mit Intel Core 5 320 und 8 GB LPDDR5x nach dem Booten einen RAM-Bedarf von 4,1 GB statt zuvor 5,3 GB, während der verfügbare Speicher von 2,3 GB auf 3,5 GB stieg. Windows Latest verzeichnete auf einem 8-GB-Laptop nach dem Neustart einen Rückgang von 5 GB auf 3,3 GB.
Eine Messung von How-To Geek auf einem 16-GB-System zeigte zwar eine geringere CPU-Last und einen von etwa 1,75 auf 1,0 Sekunden beschleunigten Start der Einstellungen, jedoch bei Basisfunktionen kaum spürbare Unterschiede, da diese auf dem System bereits zuvor unmittelbar reagierten.
Ein von Microsoft beauftragter Test von Principled Technologies ergab zudem, dass ein Dell XPS 13 aus dem Jahr 2026 mit 8 GB RAM im Cinebench eine um bis zu 94 Prozent höhere Multi-Core-Leistung erzielt als das Modell von 2021 und damit auf dem Niveau einer damaligen 16-GB-Konfiguration liegt, wobei dieser Vergleich vor allem auf die veränderte Hardwarearchitektur zurückzuführen ist.
Nach einer ersten Vorschauversion Ende Oktober plant Microsoft den Beginn der finalen Verteilung ab dem 10. November 2026.
Mehr zum Thema bei Windows Central: „I installed a year-old Windows 11 on an 8GB laptop, then upgraded to the latest 26H2 — Idle RAM usage dropped …“

