Entwickler haben diese Woche zahlreiche neue Produktivitäts-Apps und Systemwerkzeuge für Windows und macOS vorgestellt. Der Fokus liegt auf lokaler Datenverarbeitung, Open-Source-Alternativen und verbesserter Hardware-Performance.
Lokale Daten, maximale Privatsphäre
Gleich mehrere Neuerscheinungen setzen auf Datenschutz durch lokale Speicherung. Kanban Pro ist als kostenlose Early-Access-Version für Windows 10/11 und macOS erschienen – inklusive nativer Unterstützung für Apple Silicon. Das Besondere: Die App speichert alle Tickets als Markdown-Dateien lokal ab. KI-Agenten wie Claude oder Codex können so direkt auf die Daten zugreifen, ohne Cloud-Zwischenschritte. Nutzer wählen zwischen Gantt-Diagrammen, Kalender- und klassischen Board-Ansichten.
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Ebenfalls als Freeware neu: Clibor, ein Zwischenablage-Manager für beide Plattformen. Das Tool läuft komplett offline und verwaltet bis zu 10.000 Einträge. Es bietet Textvorlagen sowie FIFO- und LIFO-Verwaltungsmodi – praktisch für alle, die regelmäßig zwischen mehreren Textbausteinen wechseln.
Wer autonome Hilfe sucht, bekommt mit Hermes Desktop von Nous Research eine spannende Option. Die native Anwendung für macOS und Windows fungiert als autonomer KI-Agent mit über 40 integrierten Werkzeugen fürs Surfen, Programmieren und Kommunizieren. Das System verbessert seine Fähigkeiten selbstständig und erstellt isolierte Profile für verschiedene Aufgaben.
Open-Source-Alternative zu Microsofts Phone Link
Am 20. Juni erschien Sefirah – eine quelloffene Alternative zu Microsofts Phone Link. Die Software verbindet Android-Geräte mit Windows 11, ohne an bestimmte Hardware gebunden zu sein. Dateien, Benachrichtigungen und die Zwischenablage werden per QR-Code über das lokale WLAN ausgetauscht. Für die Bildschirmspiegelung setzt Sefirah auf das bewährte Scrcpy-Tool.
Im Multimedia-Bereich hat das FFmpeg-Projekt nachgelegt. Nach Version 8.1.2 (Codename „Hoare“) vom 17. Juni folgten stabile Updates für die Versionen 8.0.3, 7.1.5 und 6.1.6 – verteilt über signierte Archive.
Spannend: Der Entwickler des VLC Media Players hat fünf Millionen Euro für eine neue Infrastruktur-Plattform namens Kyber eingesammelt. Das Projekt zielt auf Echtzeit-Fernsteuerung von Robotern und Drohnen ab – mit synchronisiertem Video-, Audio- und Sensordaten-Stream bei minimaler Latenz.
macOS: Speicher-Analyse und Lock-Screen-Widgets
Für macOS-Nutzer gibt es gleich zwei praktische Neuheiten. Radix, ein Open-Source-Festplattenanalysator, zeigt die Speichernutzung ab macOS 14.0 in interaktiven Diagrammen – und das bei einer Speicherbelastung von unter 100 MB.
WidgetScreen wiederum erlaubt es Nutzern von macOS 15 oder neuer, Wetter-, System- und Batterie-Widgets auf dem Sperrbildschirm zu platzieren – ganz ohne die sonst nötige Bildschirmaufnahme-Berechtigung.
Windows 11 26H2: Verschiebbare Taskleiste und KI-Power
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Microsoft hat am 20. Juni offiziell Windows 11 Version 26H2 bestätigt. Das Update kommt im Oktober 2026 und bringt eine verschiebbare Taskleiste sowie KI-Funktionen im Datei-Explorer. Die technischen Dokumente verraten: Für die erweiterten KI-Features ist eine Neural Processing Unit (NPU) mit mindestens 40 TOPS Rechenleistung nötig.
Bereits am 19. Juni veröffentlichte Microsoft den Insider Preview Build 26220.8690. Dieser führt ein systemweites Niedriglatenz-Audioprofil ein, das die Round-Trip-Latenz in digitalen Audio-Workstations um bis zu acht Millisekunden senkt und die USB-Mikrofonleistung um rund 15 Prozent verbessert.
Allerdings: Aktuelle Sicherheitsupdates für bestehende Windows-Versionen haben auf bestimmten professionellen Laptop-Modellen zu BitLocker-Fehlern geführt. Auch im Papierkorb-Interface wurden vereinzelte Rückschritte gemeldet.

