Dem Entwickler NTDEV ist es gelungen, ein voll funktionsfähiges Installationsabbild von Windows 11 so weit zu verkleinern, dass es auf ein herkömmliches optisches Speichermedium passt.
Wie das IT-Portal Tom’s Hardware am 26. Oktober 2026 berichtete, erstellte NTDEV mithilfe eines bislang unveröffentlichten Werkzeugs namens Pico11 eine ISO-Datei mit einer exakten Größe von 699.811.840 Bytes. Damit findet das Betriebssystem auf einer klassischen CD-ROM mit einer Kapazität von 700MB Platz, startet bis zum gewohnten Desktop durch und führt grundlegende Programme aus.
Lauffähige Grundfunktionen und sparsamer Arbeitsspeichereinsatz
Im Rahmen von Tests in einer virtuellen Maschine, der NTDEV einen Arbeitsspeicher von 4GB zugewiesen hatte, belegte das stark komprimierte Betriebssystem lediglich ca. 883MB RAM. Trotz der radikalen Reduzierung der Dateigröße bleiben zentrale Basisanwendungen nutzbar. So lassen sich die bordeigenen Werkzeuge wie der Rechner, die Windows-Einstellungen, der Texteditor Notepad sowie das Zeichenprogramm Paint weiterhin regulär ausführen.
Beim Task-Manager griffen die Entwickler auf einen pragmatischen Ansatz zurück: Anstelle der modernen, ressourcenintensiven Ausführung enthält die Installation eine ältere Legacy-Variante, die dem Anschein nach aus Windows 7 stammt.
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Radikaler Verzicht auf Updates und Systemdienste
Um das Betriebssystem auf ein derart geringes Speichervolumen zu reduzieren, mussten allerdings weitreichende Abstriche beim Funktionsumfang gemacht werden.
Wie das Portal Mezha am 26. Oktober 2026 berichtete, wurden essentielle Komponenten wie Windows Update sowie die gesamte allgemeine Systemwartung vollständig aus dem Build entfernt. Das System ist somit nicht in der Lage, eigenständig Sicherheitspatches oder Versionsaktualisierungen zu beziehen.
NTDEV ordnet das Projekt entsprechend ein: Der Entwickler betonte, dass es sich bei dem Build ausdrücklich um ein reines Experiment und einen Machbarkeitsnachweis handle. Die Installation sei nicht als dauerhafter Ersatz für eine reguläre Windows-Umgebung im Alltag gedacht, sondern zeige primär die Grenzen der technischen Komprimierbarkeit auf.
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Ausblick auf Integration in Tiny11
Das Projekt reiht sich in eine Serie früherer Optimierungsversuche des Entwicklers ein. Bisherige Varianten aus dem Tiny11-Projekt deckten eine weite Spanne ab: Sie reichten von extrem reduzierten Varianten mit einer Größe von rund 100MB ohne grafische Benutzeroberfläche bis hin zu etwa 2GB großen Abbildern, bei denen vor allem überflüssige Standardsoftware entfernt wurde. Der minimale Arbeitsspeicherbedarf lag bei früheren Modifikationen bereits ab 176MB RAM.
Die für das aktuelle Experiment genutzten Mechanismen sollen künftig einem breiteren Publikum zur Verfügung stehen. Die Funktionen des Werkzeugs Pico11 sollen nach Angaben von NTDEV schrittweise in das quelloffene Skript des Tiny11-Builders auf der Entwicklerplattform GitHub einfließen. Auf diese Weise könnten Anwender die dahinterstehenden Reduktionsverfahren später auch für eigene Systemanpassungen nutzen.

