Windows 11: Automatische Sicherung alle 24 Stunden ab Juli

Microsoft führt automatische Wiederherstellungspunkte ein und testet Cloud-basierte Windows-Neuinstallation. Neues Tool Blip überträgt Daten mit 1,5 Gbit/s.

Ein neues Point-in-Time-Restore schützt Nutzerdaten automatisch, während eine Cloud-basierte Neuinstallation getestet wird. Gleichzeitig sorgt ein Open-Source-Tool für Furore, das Daten mit rasanter Geschwindigkeit zwischen verschiedenen Plattformen überträgt.

Automatische Wiederherstellungspunkte für große Systeme

Seit dem 18. Juli 2026 ist die neue Point-in-Time-Restore-Funktion für Windows 11 verfügbar. Das Update KB5095093 bringt eine automatische Sicherungslösung, die auf dem Volume Shadow Copy Service basiert. Alle 24 Stunden erstellt das System automatisch Wiederherstellungspunkte – inklusive der Nutzerdateien.

Das klingt nach einem großen Schritt nach vorne. Allerdings gibt es eine entscheidende Einschränkung: Die Funktion wird nur automatisch aktiviert, wenn die Systempartition größer als 200 Gigabyte ist. Besitzer kleinerer Festplatten müssen die Sicherung manuell einschalten. Und wer hofft, alte Versionen monatelang aufheben zu können, wird enttäuscht: Nach 72 Stunden löscht das System die ältesten Wiederherstellungspunkte automatisch.

Cloud-Neuinstallation im Test

Parallel dazu arbeitet Microsoft an einer weiteren Innovation. Insider-Nutzer können bereits eine „Cloud Rebuild“-Funktion testen. Das Prinzip ist ebenso einfach wie elegant: Statt einen USB-Stick zu suchen oder eine ISO-Datei herunterzuladen, installiert sich Windows 11 direkt aus der Cloud neu.

Die benötigten Systemkomponenten und Treiber lädt das System aus Windows Update. Der Zugang erfolgt über die Problembehandlung in der Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE). Wann die Funktion für alle Nutzer freigeschaltet wird, ist noch offen.

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Blip: 1,5 Gigabit pro Sekunde ohne Cloud

Ein neues Open-Source-Tool namens Blip sorgt derzeit für Aufsehen in der Entwickler-Community. Die Anwendung überbrückt die Grenzen zwischen Windows, macOS, Linux, Android und iOS – und das mit beeindruckender Geschwindigkeit.

Die Technik dahinter: Blip stellt direkte Peer-to-Peer-Verbindungen über das Internet her. Kein Umweg über Cloud-Server, keine Zwischenspeicherung. Die Benchmarks sprechen für sich: 1,5 Gigabit pro Sekunde sind drin. Zwei Gigabyte Daten wandern in rund 90 Sekunden von einem Gerät zum anderen – und das bei vollständig erhaltener Ordnerstruktur. Ein Benutzerkonto ist zwar nötig, aber die Daten bleiben strikt zwischen den Geräten.

Sicherheit für sensible Umgebungen

Für professionelle Anwender hält Windows 11 weiterhin die Windows Sandbox bereit. Die virtuelle Umgebung auf Basis von Hyper-V wurde erweitert. Über .wsb-Dateien lassen sich nun Mikrofon- und Webcam-Zugriff, Arbeitsspeicher-Zuteilung und schreibgeschützte Ordnerfreigaben präzise steuern.

Diese Neuerungen folgen auf eine sicherheitsrelevante Änderung vom April 2026. Damals verschärfte Microsoft die Regeln für das Remote Desktop Protocol (RDP). Seither müssen .rdp-Dateien signiert sein, sonst erscheint die Warnung „Unbekannter Herausgeber“. Für unsignierte Dateien werden Ressourcenumleitungen standardmäßig deaktiviert. Administratoren setzen am besten auf SHA-256-Signaturen, um die Sicherheitsrichtlinien einzuhalten.

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Der Zeitpunkt dieser Updates ist kein Zufall. Branchenberichte aus der zweiten Julihälfte 2026 dokumentierten mehrere Fälle, in denen Nutzer durch Dienständerungen und Ausfälle jahrzehntealte Daten verloren. Die Botschaft ist klar: Wer seine Daten nicht selbst sichert, spielt mit dem Feuer – und Microsoft liefert nun die Werkzeuge dafür.