Windows 11: Automatische System-Snapshots alle 24 Stunden ab Juli

Windows 11 erhält eine automatisierte Rücksetzfunktion. Veeam und Acronis reagieren mit aktualisierten Backup-Lösungen auf die neuen Sicherheitsanforderungen.

Microsoft erweitert Windows 11 um eine automatisierte Rücksetzfunktion. Die Branche reagiert mit neuen Backup-Lösungen auf wachsende Sicherheitsanforderungen.

Der US-Softwarekonzern führt mit dem Update KB5095093 eine „Point-in-Time Restore“-Funktion ein. Das Feature, das ab Juli 2026 in die monatlichen Updates integriert wird, erstellt automatische System-Snapshots im 24-Stunden-Rhythmus. Wer häufiger sichern möchte, kann das Intervall auf vier, sechs, zwölf oder 16 Stunden verkürzen.

So funktioniert die neue Wiederherstellung

Die Funktion nutzt den Volume Shadow Copy Service (VSS) und ist standardmäßig aktiviert – vorausgesetzt, die Systempartition ist größer als 200 GB. Windows reserviert dafür etwa zwei Prozent des Speicherplatzes, mindestens 2 GB und maximal 50 GB. Bei einer 512-GB-SSD wären das rund 10 GB für den Wiederherstellungspool.

Die Snapshots bleiben 72 Stunden erhalten. Sinkt der freie Speicherplatz unter 20 GB, löscht das System automatisch ältere Sicherungen. Anwender erreichen das Tool über die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) im Fehlerbehebungsmenü oder direkt in den Systemeinstellungen.

Der Wiederherstellungsprozess setzt Betriebssystem, Anwendungen, Einstellungen und lokale Dateien auf den Zustand des gewählten Snapshots zurück. Wichtig: Bei verschlüsselten Laufwerken wird der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel benötigt.

Veeam und Acronis legen nach

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Parallel zu Microsofts Neuerung haben die großen Backup-Anbieter ihre Plattformen aktualisiert. Veeam veröffentlichte am 30. Juni Version 8.5 seiner Backup for Microsoft 365 Lösung. Die Neuerung bringt PowerShell-Cmdlets für die Datenwiederherstellung und unterstützt nun den Exchange Server Subscription Edition. Besonders auffällig: Die Exchange-Backup-Geschwindigkeit stieg um bis zu 26 Prozent.

Bereits am 25. Juni erschien Windows Admin Center Version 2606. Der Fokus liegt auf einem reinen Verwaltungsmodus und verbesserten Barrierefreiheits-Tools für Screenreader und Tastaturnavigation. Enthalten ist zudem Dell OpenManage Integration 3.6.0 mit Hardware-Alarmabfrage und BitLocker-Verbesserungen.

Die 3-2-1-1-0-Regel als neuer Standard

Branchenexperten warnen: Die nativen Aufbewahrungsrichtlinien in Microsoft 365 ersetzen kein vollständiges Backup. Angesichts zunehmender Cyber-Bedrohungen empfehlen sie die 3-2-1-1-0-Regel: Drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Medientypen, eine Kopie extern gelagert, eine unveränderbar – und null Fehler bei Wiederherstellungstests.

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Veeam wurde 2026 zum zehnten Mal in Folge als Leader im Gartner Magic Quadrant für Backup- und Datenplattformen ausgezeichnet. Der Anbieter betreut über 550.000 Kunden, darunter 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen. Acronis Cyber Protect Cloud erhielt im G2 Summer 2026 Grid Report für SaaS-Backup die Spitzenbewertung. Im April startete das Unternehmen zudem die GenAI Protection-Funktion zur Überwachung von KI-Nutzung in geschützten Umgebungen.

Die Kosten für Drittanbieter-Backups von Microsoft 365 liegen zwischen 2,50 und 5 Euro pro Benutzer und Monat. Server-Backups mit Cloud-Replikation kosten zwischen 60 und 180 Euro monatlich. Fachleute raten, Microsoft-365-Daten monatlich testweise wiederherzustellen und jährlich vollständige Notfallübungen durchzuführen.