Windows 11 bleibt auf 90er-Jahre-Code angewiesen – Apple bereitet radikalen Umbruch vor

Microsoft hält an Win32-Kompatibilität fest, während Apple mit macOS 27 die Intel-Ära beendet. Beide Tech-Riesen verfolgen gegensätzliche Strategien.

Microsoft setzt auf alte Technik, Apple auf Neuanfang: Die Tech-Welt steht vor einem fundamentalen Wandel.

Microsofts Betriebssystem Windows 11 basiert weiterhin auf Win32-Code aus den 1990er Jahren. Das bestätigte Chief Technology Officer Mark Russinovich am heutigen Freitag. Der Grund: Unternehmen brauchen verlässliche Kompatibilität zu jahrzehntealter Business-Software. Um die Lücke zwischen Alt und Neu zu schließen, setzt Microsoft auf Sandboxing und Virtualisierung – alte Komponenten werden isoliert, neue Leistungsschichten kommen obendrauf.

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Parallel dazu treibt der Konzern die Performance-Optimierung voran. Seit dem 14. Mai steht im Release Preview Channel ein neues „Low Latency Profile“ bereit. Die Funktion boostet die CPU-Frequenz für ein bis drei Sekunden beim Start von Anwendungen. Ende Mai soll sie optional für alle Nutzer kommen, ab Juni wird sie mit den Patch-Tuesday-Updates verpflichtend.

WinUI 3: 41 Prozent weniger Speicherverbrauch

Die Optimierungen am UI-Framework WinUI 3 zeigen Wirkung: Der Speicherverbrauch im Datei-Explorer sank um 41 Prozent, die Ausführungszeit von WinUI-Code um 25 Prozent. Auch das PowerToys-Tool wurde erweitert: Seit dem 13. Mai erlaubt die Funktion „Grab And Move“ das Verschieben von Fenstern durch Klick auf beliebige Stellen im Fenster – nicht mehr nur auf die Titelleiste.

Apple: Das Ende der Intel-Ära naht

Während Microsoft auf Rückwärtskompatibilität setzt, plant Apple einen radikalen Schnitt. Auf der WWDC am 8. Juni werden macOS 27 und iOS 27 erwartet. Insidern zufolge bringt macOS 27 das größte visuelle Redesign seit macOS Monterey (Oktober 2021). Noch bedeutender: Die Rosetta-Ära endet. Zwar unterstützt macOS 27 die Intel-Emulation noch, doch mit macOS 28 im Jahr 2027 wird Rosetta komplett eingestellt. Apple drängt Entwickler, mit Xcode 26.5 – inklusive KI-gestützter Code-Funktionen – auf native Versionen umzusteigen.

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iOS 27 soll eine „Search or Ask“-Funktion im Dynamic Island bringen. Die Integration von Siri mit externen Modellen wie ChatGPT und Gemini verwandelt den Assistenten in einen „Always-on-Agenten“ mit App-Zugriff und Datei-Upload. Bereits am 12. Mai lieferte Apple macOS 26.5 aus – mit RCS-Verschlüsselung (Beta) und verbesserten ortsbasierten Vorschlägen.

Microsoft 365: Update-Pflicht bis Juli

Für Nutzer von Microsoft 365 auf Mac und iPhone wird es ernst. Bis zum 13. Juli müssen alle Apps aktualisiert sein, sonst schalten sie in einen eingeschränkten, schreibgeschützten Modus. Grund ist ein erneuerter Lizenzierungszertifikat. Betroffen sind Geräte mit mindestens macOS 12 Monterey oder iOS 17.0.

Für Unternehmen mit großen Apple-Geräteflotten hat Microsoft Intune am 13. Mai neue Richtlinien zur automatischen Geräteregistrierung (ADE) veröffentlicht. Die Empfehlung: Setup-Assistent mit moderner Authentifizierung nutzen, die Option „Auf finale Konfiguration warten“ ist nun standardmäßig aktiviert.

Raycast 2.0: Beta mit translucentem Design

Auch Drittanbieter reagieren auf die neue OS-Welt. Am 15. Mai startete Raycast 2.0 als Beta. Das Produktivitätstool kommt mit transluzenter Oberfläche und abgerundeten Ecken – setzt aber macOS Tahoe voraus. Ebenfalls gefragt: Migrations-Tools. Microsoft empfiehlt seit dem 14. Mai das PCmover Professional-Kit für den Umzug zwischen Hardware-Plattformen – zu einem deutlich reduzierten Preis.

Hardware: MacBook Neo lieferbar, Mac Studio verschoben

Der Hardware-Markt zeigt gemischte Signale. Das MacBook Neo verbessert die Verfügbarkeit, angepeilt sind zehn Millionen Einheiten. Andere High-End-Modelle wurden verschoben: Der Mac Studio mit M5 Ultra kommt erst 2027, das erwartete MacBook Pro mit Touchscreen ebenfalls später als geplant.

Aktuelle M5-Modelle werden bereits rabattiert: Das 14-Zoll MacBook Pro startet bei 1.700 Euro. Das Einsteiger-Mac mini (599 Euro) wurde aus dem Sortiment genommen. Für 2027 erwarten Analysten ein „MacBook Ultra“ mit OLED-Display und M6-Prozessor – pünchtlich zum endgültigen Aus für Rosetta.

Der Blick nach vorn

Während Apple mit WWDC den radikalen Neuanfang zelebriert, kämpft Microsoft mit den Fesseln der Vergangenheit. Beide Strategien haben ihre Berechtigung – doch die Frage bleibt: Wie schnell lassen sich Milliarden Nutzer in eine KI-zentrierte Zukunft führen, ohne die Stabilität zu opfern, die sie erwarten?