Microsoft hat eine neue Testversion für sein Betriebssystem veröffentlicht, die erweiterte Datenschutzfunktionen für Desktop-Programme mitbringt. In der Windows 11 Insider Preview Build 26220.9836, die im Beta-Kanal für die Version 25H2 unter der vollständigen Kennung 10.0.26220.9836.ge_release_svc_betaflt_prod1.261023-1259 bereitgestellt wird, können Nutzer Zugriffe auf Kamera, Mikrofon und Standort erstmals einzeln pro klassischer Desktop-App steuern. Zuvor war für diese Programme lediglich ein geräteweiter Gesamtschalter verfügbar.
Granulare Berechtigungen bei sensibler Hardware
Die Verwaltung der einzelnen Zugriffsrechte erfolgt zentral in den Systemeinstellungen im Bereich für Datenschutz und Sicherheit unter den jeweiligen Unterpunkten für Kamera, Mikrofon und Standort.
Startet eine Desktop-Anwendung zum ersten Mal und versucht, auf diese Schnittstellen zuzugreifen, wird eine Berechtigungsabfrage ausgelöst. Anwender können einsehen, welche Freigaben das Programm anfordert, und diese individuell bewilligen oder ablehnen.
Wie Microsoft am 30. Oktober 2026 darlegte, soll diese Umstellung eine feinere und transparentere Kontrolle über die Privatsphäre ermöglichen. Bereits gesetzte Berechtigungen bleiben durch die Aktualisierung unberührt, und es erfolgen keine automatischen Rücksetzungen. Auch bestehende Unternehmensrichtlinien laufen unverändert weiter.
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Microsoft weist allerdings darauf hin, dass manche Anwendungen in den Auswahllisten unter unerwarteten Bezeichnungen oder mit dem Vermerk „Ohne Signatur“ beziehungsweise „Unsigned“ erscheinen können. Ausgeliefert wird die Beta-Aktualisierung unter der Update-Bezeichnung KB5127930.
Parallele Testversion und begleitende Fehlerkorrekturen
Parallel dazu stellte der Konzern die Windows 11 Insider Experimental (Future Platforms) Preview Build 29698.1000 bereit. Diese enthält dieselben anwendungsbezogenen Datenschutzkontrollen für Hardwarekomponenten, nachdem die Funktion zuvor bereits in anderen Vorabkanälen getestet worden war. Für die Testversionen im experimentellen Kanal nennt Microsoft keine Termine für stabile Veröffentlichungen.
In beiden Testfassungen – Build 26220.9836 sowie Build 29698.1000 – wurden die ringförmigen Ladeanimationen beim Systemstart, der Anmeldung, beim Neustart, Herunterfahren und während Systemaktualisierungen vorübergehend zurückgerollt. Grund dafür ist ein Fehler; ein Zeitplan für die Wiederherstellung der Animationen wurde nicht genannt.
Darüber hinaus bringt Build 26220.9836 verschiedene Fehlerkorrekturen mit. Behoben wurden Systemabstürze innerhalb der Maus-Einstellungen sowie ein Problem, bei dem das Desktophintergrundbild nach einem Neustart zurückgesetzt wurde.
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Im Datei-Explorer stellt das System Dateivorschauen im Bereich „Empfohlen“ nun schärfer dar. Unter den Barrierefreiheitseinstellungen für die Lupe findet sich ein neuer Schalter für das Tastaturkürzel aus Windows-Taste und Plus-Taste, der standardmäßig aktiviert ist.
Die integrierte Sprachausgabe unterstützt die Interpretation mathematischer Inhalte nun in acht weiteren Sprachen, darunter Griechisch, Indonesisch, Norwegisch Bokmål, Polnisch, Russisch, Schwedisch, Ungarisch und Vietnamesisch. Bei der PIN-Eingabe für Sicherheitsschlüssel entfällt zudem das bisherige Symbol für andere Benutzer.
Für das experimentelle Build 29698.1000 vermerkt Microsoft unter anderem Verbesserungen an den Taskleisteneinstellungen bei Systemen mit mehreren Monitoren sowie eine Textkorrektur beim endgültigen Leeren des Papierkorbs im Datei-Explorer. Als bekanntes Problem gilt dort ein mögliches Einfrieren des Titels Fortnite Battle Royale während des Matchmakings, für das bisher keine Fehlerbehebung angekündigt wurde.

