Windows 11: Desktop-Apps erhalten erstmals Pro-App-Berechtigungen

Neue Windows-11-Insider-Builds erweitern Datenschutzoptionen für Desktop-Apps und überarbeiten den Datei-Explorer mit anpassbarem Kontextmenü.

Microsoft hat fünf neue Windows-11-Insider-Builds ausgerollt: 29648, 28120.2738, 26340.9212, 28020.2731 und 26220.9202, verteilt auf die Kanäle 25H2 Beta und 26H1 Experimental.

Im Mittelpunkt der Aktualisierungen steht die verbesserte Kompatibilität mit System- und Hardware-Treibern, wie 9to5windows.com berichtete. Gleichzeitig testet der Konzern eine Reihe von Funktionen, die den Datenschutz stärken und die Bedienung des Datei-Explorers modernisieren sollen.

Pro-App-Berechtigungen erstmals für Desktop-Programme

Besonders auffällig ist eine Neuerung in Build 26340.9212 aus dem Experimental-Kanal für Version 26H2: Erstmals erhalten klassische Win32-Desktop-Anwendungen pro-App-Berechtigungen für Kamera, Mikrofon und Standort – eine Funktion, die bislang ausschließlich Store-Apps vorbehalten war, wie ghacks.net berichtete.

Nutzer sollen künftig beim ersten Zugriff einer Desktop-App auf diese Sensoren einen Systemdialog zur Bestätigung angezeigt bekommen. Offiziell bestätigt hat Microsoft das Feature bislang nicht, wie vgtimes.com anmerkte.

Entdeckt wurde die Funktion von einem Nutzer, der unter dem Namen @jakub25050 auf der Plattform X postete; laut ghacks.net wird die Funktion zudem nur gestaffelt an Insider ausgerollt.

WMIC entfernt, Drag Tray gestrichen

Im selben Build wird das Windows Management Instrumentation Command-line-Tool (WMIC) vollständig entfernt, wie ghacks.net berichtete. Laut geekfeed.net beginnt die Entfernung von WMIC mit den Builds für Windows 11 24H2/25H2 sowie mit Beta-Builds.

Ergänzend dazu strich Microsoft den sogenannten Drag Tray aus dem System – eine Entscheidung, die laut windowslatest.com auf Nutzerfeedback zurückgeht. Ein Ersatz für die Funktion werde derzeit geprüft; bis dahin lässt sich das Feature manuell unter Einstellungen > System > Nähere Umgebung deaktivieren.

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Überarbeitetes Kontextmenü und File-Explorer-Tempo

Build 26340.9212 sowie das parallel veröffentlichte Build 28120.2738 aus dem 26H1-Zweig testen laut theitguysfix.com ein anpassbares Kontextmenü im Datei-Explorer, eine verbesserte Wallpaper-Steuerung, Emoji 17.0, eine überarbeitete Lupe, ein Camera-Roll-Backup sowie die Wiederverwendung von WLAN-Einstellungen in der Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE).

Laut 9to5windows.com ist das neue Kontextmenü vertikal aufgebaut und lässt sich individuell anpassen. Microsoft kündigte zudem an, die Option „Weitere Optionen anzeigen“ im neuen Menü künftig standardmäßig zu deaktivieren, sie aber nicht vollständig zu entfernen – Nutzer können sie über die Einstellungen weiterhin aktivieren, wie windowslatest.com berichtete.

Für Entwickler stellt Microsoft demnach Leitfäden zur Migration bereit. Auch die Performance des Datei-Explorers selbst steht laut geekfeed.net im Fokus der aktuellen Tests.

Versteckte Einstellung für maximierte Apps

In Build 26340.9212 entdeckten Insider zudem eine versteckte Option namens „Open apps maximized“ unter Einstellungen > Erleichterte Bedienung > Visuelle Effekte, die sich per ViVeTool mit der ID 62915050 aktivieren lässt und laut windowslatest.com bislang nur für einen Teil der Insider sichtbar ist.

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Die Funktion tauchte kurz darauf auch offiziell in weiteren Builds auf: In den Experimental-Builds 26340.9233 (26H2) und 28120.2760 (26H1) sowie im Beta-Build 26220.9223 (25H2) ist die Einstellung nun regulär als neue Barrierefreiheitsoption gelistet, wie neowin.net berichtete.

Weitere Funktionen und bekannte Probleme

Die Builds 26340.9233 und 28120.2760 bringen laut neowin.net zusätzlich eine automatische PDF-Vorschau im Datei-Explorer, In-App-Käufe für WinUI-3-Apps, ein modernisiertes AutoPlay sowie die erwähnte pro-App-Datenschutzsteuerung. Als bekanntes Problem nannte Microsoft dabei, dass das Spiel PUBG in diesen Builds nicht startet. Der Beta-Build 26220.9223 führt die In-App-Käufe für WinUI-3-Anwendungen ebenfalls ein.