Windows 11: Flyby11-Werkzeug umgeht TPM-2.0-Anforderung

Modifizierte Installationsmedien und Tools wie Flyby11 umgehen die Hardware-Hürden von Windows 11. Microsoft verschärft parallel die Sicherheitsvorgaben für Unternehmen.

Die strikten Hardware-Vorgaben für das Betriebssystem Windows 11, insbesondere die Notwendigkeit eines Trusted Platform Modules (TPM) in der Version 2.0 sowie Secure Boot, bleiben ein zentrales Thema für Nutzer älterer Computersysteme. Aktuelle Entwicklungen Ende Juli 2026 zeigen eine fortlaufende Dynamik bei Software-Werkzeugen und modifizierten Installationsmedien, die diese Barrieren adressieren, während der Hersteller Microsoft gleichzeitig neue Sicherheitsmechanismen für Unternehmenskunden einführt.

Neue Werkzeuge zur Hardware-Emulation und angepasste Installationsabbilder

In Berichten vom 27. Juli 2026 wurde die Anwendung Flyby11 thematisiert. Neue Anleitungen demonstrieren, wie dieses Werkzeug genutzt werden kann, um die Installationsbeschränkungen für Windows 11 auf Systemen ohne offizielle Hardware-Unterstützung zu überwinden. Flyby11 zielt darauf ab, die Abfrage von TPM- und Secure-Boot-Parametern während des Setup-Prozesses zu umgehen.

Parallel dazu erschienen am 26. und 27. Juli 2026 verschiedene modifizierte Installationspakete (ISO-Dateien). Eine am 27. Juli 2026 veröffentlichte Version trägt die Bezeichnung Windows 11 25H2 Build 26200.8968 als sogenannte „7in1 Clean Integrated Version“. Diese wurde speziell dafür konzipiert, die TPM-2.0-Anforderung auf älteren PCs zu deaktivieren. Bereits einen Tag zuvor, am 26. Juli 2026, wurden umfangreichere Pakete identifiziert, darunter eine „32in1 ISO“ mit einer Größe von 14,49 GB. Diese umfasst neben dem Windows 11 Build 26200.8246 und Windows 10 22H2 (Build 19045.7184) auch Microsoft Office 2024 Pro Plus in der Version 2603. Diese in englischer Sprache verfügbaren Versionen sind laut vorliegenden Informationen voraktiviert und setzen für den Betrieb keine TPM-Hardware voraus.

Sicherheitsanpassungen im Enterprise-Sektor

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Während im Privatbereich Umgehungslösungen florieren, verschärft Microsoft die Sicherheitsanforderungen für die Lizenzierung in Unternehmen. Berichte vom 26. und 27. Juli 2026 beleuchten die Einführung von „KMS Hardware-Secured“. Dieses Verfahren verlangt für Key Management Service (KMS) Hosts eine TPM-basierte Attestierung. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Nutzung von emulierten KMS-Servern, die häufig für Software-Piraterie eingesetzt werden, zu unterbinden.

Branchenbeobachter stellten fest, dass diese Änderung primär Enterprise-KMS-Server betrifft und keine Auswirkungen auf Privatanwender hat. Bestehende Bereitstellungen sollen zudem bis zur Veröffentlichung der nächsten LTSC-Version (Long-Term Servicing Channel) funktionsfähig bleiben. Trotz dieser neuen Hürden existieren bereits alternative Methoden zur Systemaktivierung, wie etwa HWID oder das Verfahren TSforge, die von der neuen TPM-Pflicht für KMS-Hosts unberührt bleiben sollen. Für Windows Server 2025 wird die entsprechende Bereitschaft für August 2026 erwartet; mit der darauffolgenden LTSC-Generation soll die TPM-Attestierung zur Pflicht werden.

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Verlängerter Support-Zeitraum für Windows 10

Im Kontext des Auslaufens von Windows 10 wurden am 26. Juli 2026 Details zu den Extended Security Updates (ESU) bekannt. Ursprünglich war das Support-Ende für Oktober 2025 vorgesehen. Für Privatanwender in den Editionen Home und Pro wurde das Programm nun bis zum 12. Oktober 2027 verlängert. Nutzer können diese kostenlosen Sicherheitsupdates erhalten, sofern sie sich mit einem Microsoft-Konto anmelden und den Dienst OneDrive aktivieren.

Für Unternehmenskunden ist der verlängerte Support hingegen kostenpflichtig. Die Preisgestaltung sieht für das erste Jahr nach dem regulären Support-Ende 61 US-dollar pro Arbeitsplatz vor. In den Folgejahren steigen die Gebühren deutlich an: auf 122 US-Dollar im zweiten Jahr und auf 244 US-Dollar im dritten Jahr. Diese gestaffelte Preispolitik soll Firmen dazu motivieren, zeitnah auf aktuellere Betriebssystemgenerationen zu migrieren.