Windows 11: Funktion installiert unerwünschte Bloatware automatisch

Windows 11 Nutzer berichten von automatisch installierter Software durch Update-Funktion. Microsoft liefert Komponenten aus, die nicht zwingend nötig sind.

Eine Funktion in Windows 11 sorgt für Ärger: Die Option „Updates früher erhalten“ installiert offenbar automatisch Komponenten, die viele Nutzer gar nicht benötigen. Betroffen sind vor allem Anwender, die schneller Zugriff auf neue Features haben möchten.

Der Schalter befindet sich in den Windows-Update-Einstellungen. Wer ihn aktiviert hat, berichtet seit heute von unerwarteten Installationen. Microsoft liefert damit Software aus, die für den normalen Systembetrieb nicht zwingend erforderlich ist. Die Lösung ist simpel: Das Feature einfach deaktivieren.

Die Probleme reihen sich in eine Serie von Updates und Sicherheitsmeldungen ein, die Microsoft in der zweiten Julihälfte 2024 veröffentlicht hat. Sie betreffen unter anderem die Systemleistung, die Speicherverwaltung und Sicherheitslücken.

Bandbreitenfresser und unerwünschte Bloatware

Doch damit nicht genug: Bereits gestern wurde bekannt, dass die Delivery Optimization – eine Funktion, die Update-Dateien per Peer-to-Peer verteilt – die Internetgeschwindigkeit zu Hause massiv beeinträchtigen kann. Betroffene Nutzer konnten das Problem beheben, indem sie in den erweiterten Optionen der Windows-Update-Einstellungen Bandbreitenlimits festlegten.

Ebenfalls seit gestern sorgen Berichte über automatisch installierte Drittanbieter-Software für Unmut. Konkret geht es um den LG Monitor App Installer, der offenbar über Windows Update ausgeliefert wird und unter Umständen McAfee-Sicherheitskomponenten enthält. Experten raten, über die Gruppenrichtlinien die automatische Installation von Treibern und zugehöriger Software zu unterbinden. So lässt sich unerwünschte Bloatware effektiv verhindern.

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Juli-Vorschau-Updates: Neue Funktionen und wichtige Fehlerbehebungen

Microsoft hat gestern mehrere Vorschau-Updates für Windows-Insider veröffentlicht, darunter die Builds 26100.8968 und 26200.8968 (KB5101684). Sie bringen eine Reihe praktischer Neuerungen:

  • Sprachzugriff: Eine neue Funktion zur Sprachisolierung verbessert die Erkennung.
  • Datei-Explorer: Dateigrößen werden jetzt in lesbaren Einheiten wie KB, MB und GB angezeigt. Zudem lassen sich Ordner per Mausrad-Klick in neuen Tabs öffnen.
  • Suche und Startmenü: Die Windows-Suche verzeiht jetzt Tippfehler. Das Startmenü erhält neue Abschnitt-Schalter.
  • Energiemanagement: Individuell einstellbare Akku-Sparmodi und die Anzeige des Akku-Prozentsatzes im Energiesparmodus.

Parallel dazu wurde ein gravierender Speicherfehler behoben, der als 500-GB-Bug bekannt wurde. Das Update KB5101650, das im Rahmen des Juli-Patchdays ausgeliefert wurde, behebt ein Problem, bei dem die Datei „CapabilityAccessManager.db-wal“ übermäßig anwuchs. Zwar verhindert der Patch weiteres Wachstum, doch betroffene Nutzer müssen die bestehende Datei unter Umständen manuell löschen, um Speicherplatz zurückzugewinnen.

Sicherheitslage: Windows 11 deutlich sicherer als Vorgänger

Die Sicherheitsbilanz von Windows 11 fällt im Vergleich zum Vorgänger positiv aus. Eine Studie von Lansweeper zeigt: Windows 11 weist durchschnittlich 652 aktive Sicherheitslücken auf – deutlich weniger als Windows 10 mit durchschnittlich 1.903 Schwachstellen. Trotz dieses Vorteils laufen laut Statcounter-Daten vom Juni 2024 in den USA noch 19,28 Prozent aller Windows-PCs mit Windows 10.

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Sicherheitsforscher wiesen zudem auf die Veröffentlichung des LegacyHive Zero-Day-Exploits im Juli-Patchday hin. Der Entdecker der Sicherheitslücke kritisierte dabei die aus seiner Sicht unzureichenden Bug-Bounty-Zahlungen von Microsoft.

Für Nutzer experimenteller Builds wie Build 26300.8553 gibt es eine interessante Entwicklung: Microsoft hat offenbar versteckte Optionen integriert, um bestimmte KI-Komponenten zu deinstallieren. Dazu gehört das Phi Silica AI-Modell, dessen Entfernung auf Copilot+-PCs mehr als 2,59 Gigabyte Speicherplatz freigeben kann.