Windows 11: GPUs ersetzen KI-Chips, mehr Nutzer nutzen KI-Features

Windows 11 erlaubt KI-Features künftig auch auf GPUs, nicht nur auf NPUs. Neue Surface-Modelle setzen auf ARM und günstigere Lizenzen.

Windows 11 erweitert die KI-Kompatibilität: Künftig reichen auch leistungsstarke Grafikkarten statt spezieller KI-Chips aus.

Der Technologiekonzern Microsoft hat die technischen Voraussetzungen für KI-Funktionen in Windows 11 grundlegend überarbeitet. Bislang waren dafür sogenannte Neural Processing Units (NPUs) erforderlich – spezielle Chips, die nur in neueren Geräten verbaut sind. Künftig sollen auch Grafikkarten (GPUs) die rechenintensiven Sprachmodell-Schnittstellen antreiben können.

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Neue Hardware-Hürden für Tester

Die Ausweitung auf GPUs eröffnet deutlich mehr Nutzern den Zugang zu KI-Features. Allerdings gibt es Einschränkungen: Wer die Funktionen im experimentellen Stadium testen will, benötigt eine Windows-Insider-Version sowie eine Nvidia GeForce RTX 30-Serie oder neuer. Zudem müssen die Grafikkarten mindestens 6 Gigabyte Videospeicher (vRAM) mitbringen.

Die Ankündigung reiht sich ein in eine umfassendere Optimierungsoffensive. Bereits im Frühjahr hatte Microsoft Pläne vorgestellt, Windows 11 zuverlässiger und nutzerfreundlicher zu machen. Dazu gehören schnellere Startmenüs, geringerer Speicherverbrauch und ein stabileres Windows-Hello-Anmeldesystem.

Mehr Kontrolle über die Suche

Am 18. Juni 2026 bestätigte Microsoft zudem, dass Nutzer künftig selbst entscheiden können, ob sie Web-Ergebnisse in der Startmenü-Suche sehen möchten. Über die Datenschutzeinstellungen lässt sich die Bing-Suche deaktivieren – dann durchsucht Windows nur noch lokale Dateien und Apps.

Wer die Web-Ergebnisse abschaltet, entfernt damit auch das Microsoft-Rewards-Symbol und Werbung für den KI-Assistenten Copilot aus der Suchoberfläche. Die Funktion befindet sich derzeit in der Testphase.

Parallel dazu bringt Microsoft Copilot Cowork auf den Markt – ein KI-System für komplexe Geschäftsprozesse. Es nutzt die Modelle Anthropic Opus 4.8 und Sonnet 4.6 und wird bereits von mehr als der Hälfte der Fortune-500-Unternehmen eingesetzt.

Lizenzkosten sinken deutlich

Die Änderungen fallen mit einer Neuausrichtung der Preisstrategie zusammen. Eine Windows-11-Home-Lizenz kostet jetzt umgerechnet rund 55 Euro. Noch drastischer sind die Rabatte bei Windows 11 Pro: Über Drittanbieter sind lebenslange Lizenzen für unter zehn Euro zu haben – inklusive Business-Features wie BitLocker, Hyper-V und Azure-Active-Directory-Unterstützung.

Surface-Reihe setzt voll auf ARM

Bereits Anfang der Woche kündigte Microsoft an, dass die neuen Surface Pro und Surface Laptop Modelle ausschließlich auf ARM-Architektur setzen. Die Geräte nutzen Qualcomm Snapdragon X2 Prozessoren mit NPUs, die 45 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) bewältigen.

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Die Akkulaufzeiten sind beeindruckend: Das 13-Zoll Surface Pro soll bis zu 22 Stunden durchhalten, die Surface Laptop Modelle sogar bis zu 24 Stunden. Vorbestellungen starten Mitte Juli, die Auslieferung ist für August geplant.

Alte Hardware bleibt außen vor

Trotz aller Neuerungen gelten für Standardinstallationen von Windows 11 weiterhin die bekannten Mindestanforderungen: TPM 2.0, Secure Boot und kompatible Prozessoren ab Intel der 8. Generation oder AMD Ryzen 2000. Zwar existieren Methoden, diese Hürden zu umgehen – Microsoft warnt jedoch vor Sicherheitsrisiken und Problemen bei künftigen Updates. Der Support für Windows 10 war Ende 2025 ausgelaufen.