Monatelange Kritik an der Dateisuche unter Windows 11 zeigt Wirkung – der Konzern liefert jetzt umfassende Verbesserungen nach.
Microsoft hat eine Reihe von Neuerungen für die Suchfunktion von Windows 11 angekündigt. Die Änderungen zielen darauf ab, eines der hartnäckigsten Ärgernisse der Nutzer zu beseitigen: das mühsame Auffinden von Dateien. Die Updates rollen derzeit über verschiedene Testkanäle aus und sollen in den kommenden Monatsupdates für alle Nutzer bereitstehen.
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Schlüsselwort-Suche wird endlich intelligenter
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Teilstring-Suche (Search by Substring). Seit dem 29. Mai 2025 ist sie in den Insider-Preview-Builds 26300.8553 und 26220.8544 verfügbar. Das System findet nun Dateien anhand von Namensfragmenten – unabhängig davon, wo diese im Dateinamen stehen. Wer nach „april“ sucht, bekommt künftig auch die Datei „MeetingNotesApril“ angezeigt. Die Logik gilt sowohl für Dateiinhalte als auch für Titel.
Parallel dazu arbeitet Microsoft an einer Option, Web-Ergebnisse aus der universellen Suchleiste zu verbannen. Die Einstellung soll unter „Datenschutz und Sicherheit“ zu finden sein und erlaubt es, vorgeschlagene Webresultate und Store-Einträge komplett abzuschalten. Flankiert wird das Ganze von Leistungsverbesserungen: Massenlöschungen sollen 30 Prozent schneller laufen, und die Suche startet bereits ab zwei eingegebenen Zeichen.
Juni-Update bringt Tempo und neue Funktionen
Am 9. Juni 2026 folgt das große monatliche Update für Windows 11 Version 24H2 und 25H2. Herzstück ist das sogenannte „Low Latency Profile“. Microsoft verspricht damit bis zu 40 Prozent schnellere App-Starts und eine um bis zu 70 Prozent verbesserte Systemreaktionsfähigkeit.
Das Update enthält zudem eine Reihe technischer Neuerungen:
- Task-Manager: Erstmals werden Kennzahlen für NPUs (Neural Processing Units) angezeigt – ein klares Zeichen für die wachsende Bedeutung von KI-Hardware.
- Audio: Shared Audio via Bluetooth LE Audio ermöglicht es zwei Nutzern, gleichzeitig zu hören.
- Sicherheit: Windows Hello wird verfeinert, und bei der Ersteinrichtung lassen sich künftig benutzerdefinierte Ordnernamen vergeben.
- Speicher: Dev Drive-Informationen werden in Gigabyte statt in kryptischen Einheiten dargestellt.
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Das K2-Projekt: Kontextmenü und Taskbar im Visier
Microsoft hat auf das anhaltende Feedback zur Windows-11-Oberfläche reagiert. Marcus Ash, Leiter des Windows-Design-Teams, bestätigte Pläne für eine grundlegende Überarbeitung des Rechtsklick-Kontextmenüs. Das neue System soll schneller sein und sich individuell anpassen lassen – Nutzer könnten dann selbst entscheiden, welche Einträge erscheinen.
Diese Arbeiten sind Teil eines internen Projekts mit dem Codenamen K2. Es umfasst weitere lang ersehnte Funktionen: die Möglichkeit, die Taskleiste zu verschieben, Anpassungen am Startmenü (etwa die Umbenennung des Bereichs „Empfohlen“ in „Zuletzt verwendet“) sowie eine Generalüberholung der Systemsteuerung.
Edge setzt auf Biometrie statt Passwörter
Parallel zu den Betriebssystem-Änderungen zieht Microsoft beim Browser Edge nach. Seit dem 4. Juni 2026 entfernt Edge die Option für ein benutzerdefiniertes Master-Passwort im integrierten Passwort-Manager. Stattdessen setzt der Browser künftig auf Windows Hello oder die geräteweite OS-Authentifizierung. Ein Umzug, der die Sicherheit erhöhen soll – aber auch die Abhängigkeit von Microsofts Biometrie-Systemen verstärkt.
KI-Offensive: Scout und MAI-Thinking-1
Auf der Build-2026-Konferenz Anfang der Woche präsentierte Microsoft zudem seine Fortschritte bei autonomer Software. Der KI-Agent Scout – entwickelt für Microsoft-365-Umgebungen – soll eigenständig Meetings koordinieren und Aufgaben priorisieren können. Scout nutzt die neue Work-IQ-Ebene und befindet sich derzeit in einer privaten Vorschau.
Ebenfalls vorgestellt wurde MAI-Thinking-1, ein auf logisches Denken spezialisiertes KI-Modell. In Vergleichstests mit Branchengrößen soll es überdurchschnittlich abgeschnitten haben. Ein klares Signal, dass Microsoft im Wettlauf um die nächste Generation intelligenter Assistenten nicht nur mitreden, sondern mitbestimmen will.

