Die nativen Windows-11-Anwendungen fressen zu viel Arbeitsspeicher – Microsoft will das Problem nun endlich angehen.
Der Softwarekonzern hat eingeräumt, dass Apps, die auf dem WinUI-Framework basieren, derzeit übermäßig viel RAM belegen. Am 26. Juli 2026 präsentierte das Unternehmen eine neue Strategie: Statt großer optischer Neuerungen steht nun erst einmal die Optimierung des Frameworks im Vordergrund. Erst danach sollen geplante Überarbeitungen wie der Umbau des Startmenüs und der Agenda-Ansicht im Benachrichtigungscenter folgen.
WinUI bekommt einen System-Compositor
Um die Performance-Probleme und den hohen Speicherverbrauch in den Griff zu bekommen, will Microsoft WinUI auf einen System-Compositor umstellen. Dieser Schritt soll für spürbar mehr Geschwindigkeit und ein flüssigeres Nutzererlebnis sorgen. Branchenbeobachter betonten am 26. Juli, dass diese Framework-Verbesserungen abgeschlossen sein müssen, bevor Microsoft das modulare Redesign des Startmenüs umsetzen kann.
Während das Framework optimiert wird, arbeiten die Entwickler parallel an neuen Steuerelementen für Unternehmen. So wurden etwa DataGrid- und Charting-Komponenten zur Suite hinzugefügt. Auch Drittanbieter sind aktiv: Gigasoft veröffentlichte am 26. Juli ProEssentials v11 – eine native WinUI-Charting-Bibliothek, die über eine Direct3D-Swap-Chain bis zu 100 Millionen Datenpunkte in rund 15 Millisekunden rendern kann.
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Dateisystem und modulare Oberfläche
Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab. Wie aus Berichten vom 25. Juli hervorgeht, zeigt der Windows-11-Insider-Build 26300.8935 – ursprünglich am 20. Juli veröffentlicht – eine Leistungssteigerung von mindestens 30 Prozent beim Löschen großer, fragmentierter Dateien. Auch der Home-Tab im Datei-Explorer lädt in aktuellen Tests spürbar schneller.
Für den Herbst 2026 ist mit dem Update 26H2 eine Reihe lang erwarteter Neuerungen geplant: Die Taskleiste soll sich dann an jeder beliebigen Bildschirmkante positionieren lassen. Das Startmenü wird modular – Nutzer können einzelne Bereiche ausblenden. Hinzu kommen datenschutzorientierte Funktionen wie ein Schalter zum Ausblenden von Kontonamen sowie lokale Suchoptionen, die Web- und Microsoft-Store-Ergebnisse trennen.
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Warum native Tools oft die bessere Wahl sind
Während die Betriebssystem-Entwickler ihre nativen Umgebungen verfeinern, empfehlen Produktivitätsexperten zunehmend die integrierten Werkzeuge. Eine Analyse vom 26. Juli hob hervor, dass native Windows-Apps wie das Snipping Tool (inzwischen mit Texterkennung OCR) und PowerToys Arbeitsabläufe optimieren können – ohne den Ballast externer Software. Auch die Phone Link-App wurde gelobt: Sie reduziert Smartphone-Ablenkungen, indem sie Android-Funktionen direkt auf den Desktop bringt.
Dieser Trend zu nativen Lösungen zeigt sich auch auf anderen Plattformen:
* Google Pixel: Ein Test vom 26. Juli ergab, dass nur wenige Produktivitäts-Apps dauerhaft auf den Geräten bleiben – darunter Obsidian, TickTick und Journey. Obsidian erhielt zudem ein Redesign für schnellere Startzeiten.
* ChromeOS: Ratgeber vom 26. Juli empfehlen den integrierten Task-Manager (über Search+Alt+T), um Systemressourcen zu überwachen und rechenintensive Prozesse manuell zu beenden.
* macOS: Die Entwickler-Beta von macOS 27 Golden Gate führt einen Transparenz-Regler für die Liquid-Glass-Oberfläche ein. Der Performance-Effekt ist noch unklar, aber für ältere Hardware bleiben manuelle Methoden wie der Aktivitätsmonitor oder Terminal-Befehle zum RAM-Leeren empfehlenswert.
Windows 10: Verlängerte Unterstützung für Zögerer
Für alle, die noch nicht auf Windows 11 umsteigen möchten, gibt es eine überraschende Wendung. Microsoft kündigte am 26. Juli an, den Support für Windows 10 zu verlängern. Verbraucher erhalten eine kostenlose einjährige Verlängerung der Extended Security Updates (ESU) – eine Abkehr von den ursprünglich geplanten Gebühren. Damit verschiebt sich das endgültige Support-Ende für Windows 10 auf das Jahr 2028. Für Unternehmen bleibt die Sicherheitsabdeckung allerdings weiterhin kostenpflichtig.

