In einem Preview-Build von Windows 11 hat Microsoft eine bislang verborgene Funktion namens „IntelligentCarveout“ entdeckt, die künftig die Zuteilung von Unified Memory zwischen Grafikkarte und KI-Beschleunigern steuern soll. Die Funktion mit der Feature-ID 61121285 fand sich in Build 29648.1000, das Microsoft veröffentlichte.
Enthaltene Zeichenketten wie „Reserved memory for accelerators“ sowie eine Datei namens SettingsHandlers_UnifiedMemory.dll deuten darauf hin, dass die Einstellung tief in die Systemsteuerung integriert werden soll, ist derzeit aber inaktiv und für Nutzer nicht sichtbar.
Zielhardware: Chips mit gemeinsamem Speicherpool
Laut den Hinweisen im Build zielt „IntelligentCarveout“ auf Geräte mit Unified-Memory-Architektur, bei denen sich Grafikeinheit und Recheneinheiten einen gemeinsamen Speicherpool teilen.
Als konkretes Beispiel wird RTX Spark genannt, für das eine Speicherreservierung von bis zu 128 GB vorgesehen ist. Damit könnte Windows künftig granularer festlegen, wie viel Speicher für Grafikaufgaben und wie viel für KI-Beschleunigung reserviert wird – eine Fragestellung, die mit dem Aufkommen von Notebooks und Mini-PCs mit großen Unified-Memory-Pools zunehmend relevant wird.
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Parallel: Task Manager rüstet NPU-Überwachung nach
Im selben Zeitraum hat Microsoft den Task Manager um Funktionen erweitert, die in die gleiche Richtung zielen: mehr Transparenz über die Auslastung spezialisierter Recheneinheiten.
Ab dem 19. und 20. August ergänzte Microsoft die Registerkarten Prozesse, Details und Leistung um neue, optional einblendbare Spalten für NPU-Nutzung, NPU-Engine sowie dedizierten und geteilten NPU-Speicher. Auch GPU-Neural-Engines tauchen künftig auf der Leistungsseite auf.
Der Windows IT Pro Blog von Microsoft sowie Berichte auf betanews.com und xitongzhijia.net beschreiben, dass sich damit erstmals nachvollziehen lässt, wenn eine KI-Anwendung eigentlich für die NPU vorgesehen ist, aber mangels Unterstützung auf die CPU zurückfällt – erkennbar daran, dass die NPU-Auslastung bei 0 Prozent verharrt und die Engine-Spalte leer bleibt.
Hintergrund: Wachsende Nachfrage nach Unified-Memory-Hardware
Der Zeitpunkt der Entwicklungen fällt mit steigendem Interesse an Geräten mit großen Unified-Memory-Pools zusammen. ASUS teilte mit, dass die Nachfrage nach RTX-Spark-Laptops die eigenen Erwartungen übertroffen habe; die erste Zuteilung sei vollständig vorbestellt.
Die RTX-Spark-Plattform kombiniert laut ASUS eine CPU mit bis zu 20 Kernen mit 128 GB LPDDR5X Unified Memory, unterstützt Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern und soll in 1440p rund 100 Bilder pro Sekunde erreichen. Der Marktstart ist für später im laufenden Jahr vorgesehen.
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Dass Windows an einer feineren Steuerung der Speicherzuteilung arbeitet, passt zu dieser Entwicklung: Je mehr Geräte mit gemeinsamem Speicherpool für Grafik und KI in den Handel kommen, desto wichtiger wird eine Betriebssystem-Ebene, die Nutzern oder Anwendungen erlaubt, Prioritäten zwischen beiden Aufgabenbereichen zu setzen.
Bislang ist „IntelligentCarveout“ allerdings nur als Code-Fragment im Preview-Build sichtbar, ohne dass Microsoft eine Benutzeroberfläche oder einen Aktivierungszeitpunkt genannt hätte. Ob und wann die Funktion offiziell ausgerollt wird, bleibt damit offen.

