Windows 11: Juli-Patchday schließt 570 Schwachstellen

Microsoft und Entwickler präsentieren zahlreiche Neuerungen für Windows 11, darunter ein Open-Source-Reinigungstool, eine native Wiederherstellungsfunktion und einen Rekord-Patchday mit 570 behobenen Schwachstellen.

Microsoft und unabhängige Entwickler haben Mitte Juli 2026 zahlreiche Neuerungen für Windows 11 vorgestellt. Von Open-Source-Reinigungsprogrammen über automatisierte Wiederherstellungsfunktionen bis hin zu Notfall-Patches – das System wird fit für die zweite Jahreshälfte gemacht.

Open-Source-Tool räumt auf

Am 20. Juli erschien FluentCleaner 26.07.03, eine Open-Source-Reinigungssoftware mit einer neuen Funktion namens „Rule Lab“. Damit lassen sich Bereinigungsanweisungen vor der Ausführung prüfen. Besonders praktisch: Browser-Erweiterungsdatenbanken von Diensten wie 1Password oder Bitwarden werden automatisch ausgespart. Das Tool gibt es in zwei Varianten: eine 140 MB große Standardversion auf Basis von WinUI 3 und eine schlanke 3,5 MB Classic-Edition für ältere Rechner.

Wie effektiv automatisierte Wartung sein kann, zeigte ein Test vom 21. Juli. Mit Claude Code wurden 57 GB überflüssige Dateien von einer Windows-11-Installation entfernt – darunter GPU-Absturzberichte, Docker-Zwischenspeicher und veraltete Git-Objekte. Das Ergebnis: Die Startzeit sank um 19 Prozent, der Arbeitsspeicherverbrauch um 21 Prozent.

Im kommerziellen Bereich meldet IObit für sein Tool Advanced SystemCare bisher 20 Millionen behobene Fehler und 85 Exabyte an entfernten Daten. Und für IT-Teams in abgeschotteten Netzwerken steht weiterhin WSUS Offline Update v12.6.1 bereit – eine unverzichtbare Hilfe für Windows 10, 11 und mehrere Server-Editionen.

Microsoft testet native Wiederherstellung

In den Insider-Builds 26100.8313 und 26200.8313 arbeitet Microsoft an einer „Point-in-Time Restore“-Funktion. Sie nutzt den Volume Shadow Copy Service (VSS), um alle 24 Stunden vollständige System-Snapshots zu erstellen und 72 Stunden lang zu speichern. Nutzer können damit problematische Updates oder Konfigurationsänderungen innerhalb von Minuten rückgängig machen. Voraussetzung: Bei verschlüsselten Geräten wird der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel benötigt.

Build 26300.8697 bringt zudem eine Cloud-Rebuild-Funktion in der Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE). Allerdings löscht dieser Vorgang sämtliche Daten – Microsoft empfiehlt daher dringend, die Wiederherstellungs-Schlüssel zuvor zu sichern.

Ein wichtiger Hinweis für Systemadministratoren: WMIC (Windows Management Instrumentation Command-line) wird im nächsten Windows-11-Release standardmäßig deaktiviert. Microsoft rät, frühzeitig auf PowerShell-CIM-Cmdlets umzusteigen, um Skripte und geplante Aufgaben kompatibel zu halten.

Rekord-Patchday mit Notfall-Update

Der Juli-Patchday KB5101650 schrieb Geschichte: 570 Schwachstellen wurden geschlossen – ein Anstieg von 316 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Grund ist das MDASH-Projekt, das KI-gestützte Methoden zur Fehlersuche einsetzt. Darunter waren zwei bereits ausgenutzte Zero-Day-Lücken: CVE-2026-56155 in Active Directory Federation Services und CVE-2026-56164 in SharePoint Server. Zudem wurde mit CVE-2026-50661 eine öffentlich bekannte BitLocker-Umgehung gestopft.

Nur wenige Tage später folgte das Notfall-Update KB5121767 vom 20. Juli. Es behebt Leistungs- und Stromprobleme auf Dell-Geräten, darunter das XPS 17 und die Pro Max Premium-Serie. Ursache war ein Konflikt zwischen dem Intel Innovation Platform Framework und dem Windows-USB-C-Verbindungsmanager.

Bloatware und lästige Werbung im Visier

Berichte vom 20. Juli zeigen: Manche Drittanbieter-Installationsprogramme – konkret für LG-Monitore – schleusen Testsoftware über Windows Update ein, ohne dass Nutzer zustimmen. Administratoren können mit Gruppenrichtlinien verhindern, dass Apps automatisch heruntergeladen werden, die mit Gerätemetadaten verknüpft sind.

Gleichzeitig testet Microsoft unter dem Codenamen „Windows K2″ eine überarbeitete Windows-Suche. Bing-Trends und Microsoft-Store-Werbung sollen verschwinden, stattdessen werden lokale Dateien priorisiert. Ein neuer Aktualisierungs-Button und eine Rechtschreibkorrektur für die Datei-Explorer-Suche sind ebenfalls in Arbeit.

Das passt zu einem Trend, der sich am 21. Juli abzeichnete: Immer mehr native Windows-Funktionen – wie das Snipping Tool oder die integrierte Unterstützung für .rar und .7z – ersetzen kostenpflichtige Drittanbieter-Programme. Microsoft scheint den Kampf gegen die eigene Bloatware ernst zu nehmen.