Der Patch KB5094126 liefert nicht nur rekordverdächtige 206 Sicherheitskorrekturen, sondern macht das System auch spürbar schneller.
Neuer „Low Latency Mode“ beschleunigt die Bedienung
Das Herzstück des Juni-Updates ist der sogenannte Low Latency Profile (LLP). Diese Funktion bekämpft das gefürchtete Ruckeln in der Benutzeroberfläche, indem sie die CPU kurzzeitig auf Hochtouren laufen lässt. Öffnet der Nutzer das Startmenü, startet eine Suche oder klickt auf das Benachrichtigungscenter, schießt der Prozessor für ein bis drei Sekunden auf die maximale Taktfrequenz.
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Die ersten Tests sprechen eine deutliche Sprache: Das Startmenü und andere Systemflyouts reagieren bis zu 70 Prozent schneller. Auch Programme starten nach dem Update bis zu 40 Prozent flotter. Besonders ältere Rechner, die mit Windows 11 bislang ihre Mühe hatten, profitieren von dieser Optimierung. Zudem zeigt die Windows-Suche bereits Ergebnisse, nachdem der Nutzer nur zwei Zeichen eingegeben hat – das spart wertvolle Sekunden bei der Navigation.
Neue Funktionen für moderne Hardware
Das Update bringt aber nicht nur mehr Tempo. Für Nutzer mit kompatiblen Geräten gibt es echte Neuerungen: Shared Audio erlaubt es, zwei Bluetooth-LE-Kopfhörer gleichzeitig mit demselben PC zu verbinden. Wer etwa gemeinsam mit einem Freund einen Film schauen will, kann das nun ohne zusätzliche Hardware tun. Ebenfalls neu: Die Multi-App-Kameraunterstützung – mehrere Programme können gleichzeitig auf die Webcam zugreifen.
Der Task-Manager wurde um eine Überwachung für Neural Processing Units (NPUs) erweitert. Nutzer sehen jetzt, welche Anwendung den KI-Chip wie stark beansprucht. Das ist sinnvoll, denn immer mehr aktuelle PCs setzen auf spezielle KI-Hardware. Und auch bei der Ersteinrichtung gibt es eine lang ersehnte Änderung: Der Benutzer kann jetzt selbst bestimmen, wie der primäre Ordner heißen soll – bisher vergab Windows hier automatisch einen Namen.
206 Patches: Rekordjagd bei der Sicherheit
Mit 206 Sicherheitsupdates markiert dieser Patch einen neuen Meilenstein. Microsoft selbst erklärt die hohe Zahl mit dem verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Fehlersuche. Die KI beschleunigt die Entdeckung von Schwachstellen enorm.
Besonders brisant: Drei Zero-Day-Lücken wurden geschlossen. Die als „YellowKey“ (CVE-2026-45585) bekannte Schwachstelle betrifft BitLocker-verschlüsselte Laufwerke. Ein Angreifer mit physischem Zugriff könnte darauf unberechtigt zugreifen. Die beiden anderen Lücken – „GreenPlasma“ und „MiniPlasma“ – sind sogenannte Local Privilege Escalation (LPE)-Lücken. Sie könnten einem Angreifer SYSTEM-Rechte verschaffen, also die höchste Zugriffsebene.
Noch kritischer ist der Patch für CVE-2026-45657, eine Kernel-Schwachstelle mit einem CVSS-Score von 9,8 (maximal sind 10 Punkte möglich). Diese Lücke erlaubt das Ausführen von Schadcode auf Kernel-Ebene – dem Herzen des Betriebssystems. Sicherheitsexperten raten dringend zur sofortigen Installation.
Auslieferung und technische Details
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Das Update hebt Windows 11 auf die Build-Nummern 26100.8655 oder 26200.8655. Microsoft rollt es schrittweise über Windows Update aus – nicht alle Nutzer erhalten es gleichzeitig. Wer nicht warten will, kann es manuell über die Systemeinstellungen aktivieren.
Neben den Neuerungen behebt KB5094126 auch bekannte Fehler. Dazu gehören bestimmte Hypervisor-Fehler (0x20001 und 0x1E), die bei einigen Nutzern zu Systemabstürzen geführt hatten. Zudem wurden die Secure-Boot-Zertifikate erneuert, um die Systemsicherheit beim Start zu gewährleisten.
Der Low Latency Profile ist standardmäßig aktiviert. Microsoft hat allerdings noch keine Angaben dazu gemacht, wie sich die kurzen CPU-Boosts auf die Akkulaufzeit von Notebooks auswirken. Hier bleibt abzuwarten, ob die Funktion bei mobilen Geräten nicht doch mehr Strom frisst, als den Nutzern lieb ist.

