Speicherverwaltung und Systemgeschwindigkeit bleiben zentrale Themen rund um Windows 11. Mehrere Ankündigungen und Berichte aus dem Umfeld von Microsoft zeigen, dass sowohl auf Software- als auch auf Hardwareseite an Stellschrauben gearbeitet wird, um Ladezeiten zu verkürzen, Speicherplatz freizugeben und Systeme insgesamt reaktionsschneller zu machen.
Startprogramme als unterschätzter Hebel
Microsoft weist darauf hin, dass sich langsame Windows-11-PCs oft ohne Hardware-Upgrade beschleunigen lassen, indem unnötige Startprogramme deaktiviert werden. Der Weg dorthin führt über die Einstellungen unter Apps und Start.
Der Task-Manager klassifiziert die Startauswirkung einzelner Programme in drei Stufen: Niedrig (unter 300 Millisekunden CPU-Zeit, unter 292 Kilobyte Datenträgeraktivität), Mittel (300 Millisekunden bis 1 Sekunde, 292 Kilobyte bis 3 Megabyte) und Hoch (über 1 Sekunde, über 3 Megabyte).
Wer Programme mit hoher Auswirkung deaktiviert, kann Bootzeiten spürbar reduzieren und Systemressourcen entlasten, ohne in neue Komponenten investieren zu müssen.
Speicherplatz durch KI-Modelle und Systemdateien zurückgewinnen
Ein weiteres Optimierungsfeld betrifft den Umgang mit vorinstallierten KI-Funktionen. In der Windows-11-Preview-Version 26300.8553 findet sich eine bislang versteckte option, mit der sich KI-Modelle wie Phi Silica deinstallieren lassen – dadurch werden mehr als 2,59 Gigabyte Speicherplatz freigegeben.
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Phi Silica wird unter anderem für Textzusammenfassungen und Bildgenerierung eingesetzt und ist Teil der Copilot+-Funktionalität, die auf entsprechend ausgestatteten PCs mit mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, 256 Gigabyte Speicherplatz und einer NPU mit 40 TOPS läuft.
Für Nutzer, die diese KI-Funktionen nicht benötigen, bietet die Deinstallationsoption eine unkomplizierte Möglichkeit, Speicherplatz zurückzugewinnen.
Zudem hat Microsoft eingeräumt, dass Windows 11 auf Systemen mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher eine hohe Speichernutzung aufweist, und Optimierungen für diese Konfiguration bis zum Jahresende angekündigt.
Ältere Werkzeuge weichen moderneren Lösungen
Parallel dazu vollzieht Microsoft einen Wechsel bei etablierten Bordmitteln. Das klassische Werkzeug „Datenträgerbereinigung“ (cleanmgr.exe) wird in Windows-Build 17758 als veraltet markiert und durch Storage Sense ersetzt, das Speicherplatz automatisiert freigibt, etwa durch die Übertragung von Dateien an OneDrive oder das Entfernen temporärer Dateien.
Auch das Kommandozeilenwerkzeug WMIC wird aus Windows 11 entfernt, und zwar vollständig in den Versionen 24H2, 25H2 und 26H2. Als Grund nennt Microsoft den wiederholten Missbrauch durch Malware und Ransomware. Als Ersatz stehen PowerShell, die WMI-COM-API sowie .NET-Schnittstellen zur Verfügung; die zugrunde liegende WMI-Infrastruktur selbst bleibt weiterhin unterstützt.
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Speicherprobleme mit teils erheblichem Ausmaß
Nicht alle Speicherthemen sind gewollter Natur: Ein bekannt gewordener Fehler lässt die Datei CapabilityAccessManager.db-wal in Windows 11 auf bis zu 500 Gigabyte anwachsen. Der Fix KB5101650 verbessert zwar die Speichernutzung, löscht die betroffene Datei jedoch nicht automatisch – Betroffene müssen selbst manuell nachhelfen, etwa mit Werkzeugen wie robocopy oder WizTree.
Entwicklerorientierte Speicherlösungen
Für Entwicklerinnen und Entwickler bietet Windows 11 zudem die Funktion Dev Drive, die auf dem Dateisystem ReFS statt NTFS basiert. Voraussetzung sind Build 10.0.22621.2338 oder höher, mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher (minimal 8 Gigabyte) sowie 50 Gigabyte freier Speicherplatz.
Bestehende Volumes lassen sich nicht direkt konvertieren, weshalb eine Umsetzung über virtuelle Festplatten empfohlen wird. In Kombination mit dem Performance-Modus von Microsoft Defender sollen sich Build-Prozesse um bis zu 30 Prozent beschleunigen lassen – für den Einsatz mit dem Windows-Subsystem für Linux (WSL) eignet sich Dev Drive laut den Berichten allerdings nicht.
In der Summe zeichnet sich ab, dass Microsoft an mehreren Fronten gleichzeitig arbeitet: an automatisierter Speicherbereinigung, an der Entfernung sicherheitskritischer Altlasten und an gezielten Optionen, mit denen Nutzer selbst Speicherplatz und Systemleistung beeinflussen können.

