Windows 11: KI-Scanner findet 570 Schwachstellen im Juli-Patch

Microsofts Juli-Patch für Windows 11 behebt 570 Schwachstellen. KI-Systeme treiben die Fehlererkennung massiv voran.

Microsoft hat am heutigen Montag sein monatliches Sicherheitsupdate veröffentlicht und dabei 570 Schwachstellen in Windows 11 behoben. Das ist mehr als eine Vervierfachung im Vergleich zum Juli 2025, als „nur“ 137 Lücken geschlossen wurden. Der Grund für diesen sprunghaften Anstieg: neue KI-gestützte Erkennungswerkzeuge, die Fehler im Code in nie dagewesener Geschwindigkeit aufspüren.

KI-Scanner entdeckt Schwachstellen im Akkord

Hinter dem massiven Anstieg steckt ein internes System namens MDASH. Mehr als 100 KI-Agenten durchforsten damit die Windows-Codebasis nach Sicherheitslücken. Bereits im Mai 2026 hatte das Tool 16 kritische Zero-Day-Schwachstellen identifiziert – darunter Fernausführungs-Lücken im TCP/IP-Stack und im IKEv2-Protokoll.

Seit Juli befindet sich MDASH in einer privaten Vorschauphase innerhalb von Microsoft Security Exposure Management. Das System arbeitet mit Defender, GitHub und Azure DevOps zusammen, um Sicherheitsaudits zu automatisieren. Parallel dazu bereitet Microsoft eine kommerzielle Version unter dem Namen Project Perception vor. Sie soll noch diesen Monat starten und nutzt Multi-Model-Routing von Microsoft, OpenAI und Anthropic. Die Konkurrenz für hochpreisige Sicherheitsplattformen dürfte damit groß sein.

Die Bilanz ist beeindruckend: Zwischen Januar und Juli 2026 hat Microsoft insgesamt 1.308 Schwachstellen gepatcht – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum (680). Und die Tendenz bleibt steigend. Konzernvertreter rechnen damit, dass die Update-Pakete auch künftig groß bleiben, weil die KI immer neue Fehler aufspürt.

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Neue Wiederherstellungsfunktionen und Produktivitäts-Updates

Doch der Juli-Patch bringt nicht nur Sicherheitsfixes. Mit dem Update vom 14. Juli 2026 hält auch eine Reihe neuer Funktionen Einzug in Windows 11:

Point-in-Time-Restore ist ab sofort allgemein verfügbar. Das System nutzt den Volume Shadow Copy Service (VSS), um automatisch alle 24 Stunden Wiederherstellungspunkte zu erstellen und diese 72 Stunden lang zu behalten. Voraussetzung: Die Windows-Partition muss größer als 200 Gigabyte sein. Bei kleineren Datenträgern müssen Nutzer die Funktion manuell aktivieren. Ergänzt wird das Ganze durch eine Cloud-Neuinstallationsfunktion im Windows-Wiederherstellungsmodus (WinRE), die sich derzeit in der Testphase befindet.

Windows Search präsentiert sich mit einer komplett überarbeiteten Oberfläche. Lokale Ergebnisse haben jetzt Vorrang vor MSN-Webinhalten, und die lästige Werbung ist verschwunden.

Datei-Explorer: Die „Dieser PC“-Suche unterstützt jetzt Teilzeichenfolgen. Schon zwei Zeichen reichen für eine Trefferliste.

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Edge-Browser kann PDF-Dokumente per KI zusammenfassen.

Barrierefreiheit erhält einen „Screen Tint“-Modus für besseren visuellen Komfort. Und ein neues Kalendersystem erlaubt es, Updates bis zu 35 Tage auszusetzen.

Notfall-Patches und aktive Angriffe

Nach dem regulären Patch-Tuesday musste Microsoft nachlegen. Am 18. und 19. Juli erschien der Notfall-Update KB5121767. Es behebt Stabilitätsprobleme auf mehreren Dell-Professionallaptops, darunter die Precision-Modelle 5470 bis 5490 sowie XPS-17-Geräte.

Zwei Schwachstellen werden bereits aktiv ausgenutzt: CVE-2026-56155 betrifft eine Rechteausweitung in Active Directory Federation Services (AD FS), CVE-2026-56164 eine Authentifizierungslücke im SharePoint Server. Sicherheitsforscher entdeckten zudem am 17. Juli einen neuen Exploit namens LegacyHive, der den Windows-Benutzerprofildienst angreift.

Copilot wird Standard: Ausblick auf die kommenden Monate

Microsoft treibt die Integration seines KI-Assistenten Copilot weiter voran. Nach der Veröffentlichung von Outlook 16.111 für Mac am 14. Juli – Copilot verarbeitet dort über 30 verschiedene Dateitypen – kündigte der Konzern an, dass Copilot bis Ende 2026 zur Standardausstattung von Outlook gehören wird.

Ab August 2026 führt Microsoft Teams KI-gesteuerte Meeting-Archive ein. Sitzungsdateien werden dann direkt in SharePoint gespeichert – für Nutzer mit entsprechenden Lizenzen. Die bisherige Funktion „Outlook Meeting Insights“ wird dagegen im September 2026 eingestellt und durch Copilot-generierte Zusammenfassungen ersetzt. Ältere Authentifizierungsmethoden in Exchange Online PowerShell bleiben noch bis Dezember 2026 erhalten.