Windows 11: Marktanteil sinkt erstmals seit Monaten deutlich

Windows 11 büßt weltweit Marktanteile ein, während Windows 10 zulegt. In Deutschland wächst das neue System, doch Microsofts OEM-Geschäft schwächelt.

Erstmals seit Monaten sinkt der globale Marktanteil von Windows 11 wieder. Ausgerechnet der Vorgänger Windows 10 legt zu – und Microsofts jüngste Quartalszahlen zeigen, warum der Konzern unter Druck steht.

Die neuesten Daten von Statcounter für Juli 2026 zeichnen ein überraschendes Bild: Weltweit fiel der Marktanteil von Windows 11 um rund 1,01 Prozentpunkte auf 68,88 Prozent. Windows 10 hingegen legte um 1,72 Prozentpunkte zu und kommt nun auf 29,88 Prozent. Ein Trend, der auch für den deutschen Markt relevant ist – hierzulande läuft die Entwicklung allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

Deutschland setzt auf den Nachfolger

Während Windows 11 international Federn lassen muss, gewinnt das System hierzulande an Boden. Im Juli stieg der Anteil in Deutschland um 1,64 Prozentpunkte auf 76,33 Prozent. Windows 10 musste dagegen ein leichtes Minus auf 21,50 Prozent hinnehmen.

Anders sieht es in China aus: Dort verlor Windows 11 im Juli satte 7,13 Prozentpunkte und liegt nun bei genau 50,00 Prozent. Seit dem Höchststand im Februar 2026 mit 67,17 Prozent geht es in der Volksrepublik kontinuierlich bergab. Windows 10 kommt dort inzwischen auf 43,58 Prozent, selbst das betagte Windows 7 hält noch 5,47 Prozent.

Microsofts Rechnung geht nur teilweise auf

Die jüngsten Quartalszahlen des Konzerns zeigen, warum die Migration nicht überall wie erhofft verläuft. Zwar steigerte Microsoft den Gesamtumsatz im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf 90 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 18 Prozent im Jahresvergleich. Doch das Windows-Geschäft mit Originalherstellern (OEM) und Geräten gab um sieben Prozent nach.

Konzernvertreter räumen ein: Der aktuelle Absatz von Windows 11 wird vor allem durch das nahende Ende des Windows-10-Supports getrieben – nicht durch den Hype um KI-fähige PCs. Die Notwendigkeit von Hardware-Erneuerungen wegen ablaufender Software-Lebenszyklen bleibt der dominante Faktor.

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Hardware-Partner liefern ernüchternde Zahlen

Wie groß der Altbestand noch ist, zeigen Daten der großen Hersteller: Bei HP nutzen noch rund 30 Prozent der installierten Geräte Windows 10. Dell berichtet, dass die Windows-11-Einführung der historischen Übernahmekurve von Windows 10 um etwa 10 bis 12 Prozentpunkte hinterherhinkt.

Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung: Microsoft hat das verlängerte Extended-Security-Update-Programm (ESU) für Windows 10 ausgedehnt – es läuft nun bis zum 12. Oktober 2027. Branchenbeobachter vermuten, dass viele Nutzer diese Frist abwarten, bevor sie umsteigen.

Optimierungen für schwächere Rechner

Um die Migration zu beschleunigen, setzt Microsoft auf technische Verbesserungen. Konzernmanager Pavan Davuluri kündigte an, Windows 11 bis Ende 2026 für Systeme mit 8 Gigabyte RAM zu optimieren. Im Fokus: der Speicherverbrauch von Hintergrundprozessen und der WebView2-Engine, die auf schwächeren Maschinen besonders viel Arbeitsspeicher beanspruchen.

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Ende Juli kamen zudem neue Funktionen in die Insider-Builds: Die Taskleiste lässt sich nun flexibel am oberen oder seitlichen Bildschirmrand positionieren. Allerdings sind Touch-Gesten und die Copilot-Integration in diesen Konfigurationen noch nicht verfügbar.

Bereits früher im Jahr hatte Microsoft Fortschritte beim Datei-Explorer, den Systemstartzeiten und der Update-Planung gemeldet. Kritiker bemängeln jedoch das Fehlen konkreter Benchmark-Daten, die die versprochenen Leistungssteigerungen über alle Hardware-Konfigurationen hinweg belegen würden.