Microsoft hat die Unterstützung für sein klassisches PC-zu-PC-Migrationstool in Windows 11 beendet. Wie aus aktuellen Aktualisierungen der Support-Dokumentation vom 17. September 2026 hervorgeht, wird die Funktion nun als nicht länger verfügbar geführt. Nutzer, die Daten zwischen zwei Endgeräten übertragen möchten, werden vom Unternehmen stattdessen auf den Dienst Windows Backup in Verbindung mit der Cloud-Plattform OneDrive verwiesen.
Wegfall der lokalen Direktübertragung
Das nun eingestellte Tool ermöglichte es Anwendern bisher, Dateien und persönliche Einstellungen wie Hintergrundbilder und Themes direkt über ein lokales Netzwerk (WLAN oder LAN) zu migrieren. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode bestand darin, dass kein Cloud-Speicher benötigt wurde und somit das kostenlose 5-GB-Limit von OneDrive nicht griff.
Allerdings war der Funktionsumfang bereits zuvor limitiert: Anwendungen, Passwörter und Anmeldedaten wurden durch das lokale Werkzeug nie übertragen. Mit dem Fokus auf Windows Backup forciert Microsoft nun eine Strategie, die eine Internetverbindung und ausreichend Cloud-Kapazitäten voraussetzt, um die Systemkonfigurationen auf neue Hardware zu spiegeln.
Risiken und Anforderungen bei komplexen Migrationen
Der Wechsel der Migrationsstrategie bei Microsoft spiegelt einen branchenweiten Trend wider, der jedoch auch erhebliche Risiken birgt. Dienstleister wie QuickBooksRepairPro (QBRP) weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass insbesondere bei der Migration geschäftskritischer Buchhaltungsdaten – etwa von Systemen wie Sage, NetSuite oder Microsoft Dynamics zu QuickBooks – eine präzise Planung essenziell ist. Ohne eine systematische Validierung drohen unvollständige Datensätze, fehlende Transaktionen und Abweichungen im Reporting.
Auch im öffentlichen Sektor und bei Großunternehmen bleibt die Datenintegration ein hochkomplexes Feld. So schrieb das Unternehmen MAXIMUS UK SERVICES LIMITED jüngst eine Source-to-Pay-Plattform mit einem Volumen von 100.000 GBP aus. Dabei wird eine tiefgreifende Integration in bestehende SAP-Umgebungen (ECC, S/4HANA, ByDesign) gefordert, während gleichzeitig strikte Sicherheitsstandards wie ISO 27001 und Cyber Essentials Plus sowie die Einhaltung der DSGVO gewährleistet sein müssen.
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IT-Modernisierung zwischen Budgetdruck und Cloud-Kosten
Die Herausforderungen bei der Umstellung von Altsystemen sind erheblich. Laut dem aktuellen Ensono State of IT Modernization Report entscheiden sich 57 % der Unternehmen im Vereinigten Königreich und 48 % in den USA dazu, Legacy-Systeme eher zu verlängern als zu ersetzen.
Die Studie zeigt zudem, dass 71 % der Modernisierungsprojekte ihre Budgets überschreiten. Als größte Hindernisse wurden Workflow-Probleme und Infrastrukturbeschränkungen identifiziert.
Ein wesentlicher Faktor bei der Migration in die Cloud sind die sogenannten Egress-Gebühren für den Datenabzug. Während die Speicherung bei Diensten wie Amazon S3 Standard etwa 0,023 US-Dollar pro Gigabyte und Monat kostet, schlägt der Datentransfer aus der Cloud mit 0,09 US-Dollar pro Gigabyte zu Buche.
Ein Abzug von 10 Terabyte verursacht bei AWS Kosten von 912,60 US-Dollar, bei Azure 882 US-Dollar und bei Google Cloud über 1.200 US-Dollar. Für Kunden in der EU zeichnet sich hier eine Änderung ab: Ab dem 12. Januar 2027 sind derartige Wechselgebühren gesetzlich untersagt.
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Marktentwicklung und technologische Alternativen
Trotz der Kostenhürden wächst der Markt für Datenintegration massiv. Analysten von Grand View Research beziffern das Marktvolumen für das Jahr 2026 auf 20,3 Milliarden US-Dollar, mit einer Prognose von 47 Milliarden US-Dollar bis 2033. Technologische Sprünge wie die Veröffentlichung von AWS Glue 6.0 im August 2026, die eine Preissenkung um 30 % und Latenzen im einstelligen Millisekundenbereich verspricht, treiben diese Entwicklung voran.
Als Gegenmodell zu den kommerziellen Cloud-Riesen gewinnen Open-Source-Lösungen wie Nextcloud an Bedeutung. Diese ermöglichen es, Dienste wie OneDrive oder Microsoft 365 auf eigener Hardware, etwa einem Raspberry Pi 4, zu ersetzen. Während 2 Terabyte Speicher bei Google Drive etwa 100 US-Dollar pro Jahr kosten, lassen sich die Kosten bei eigener Infrastruktur auf rund 30 US-Dollar pro Terabyte für die Hardware reduzieren.
Dass die Abhängigkeit von zentralen Cloud-Strukturen auch Risiken birgt, zeigte sich erst Anfang des Monats. Am 3. September 2026 führte ein Ausfall der Azure-Region East US zu massiven Störungen bei Diensten wie ChatGPT, Microsoft Copilot und Claude, wobei allein für ChatGPT über 37.000 Fehlermeldungen registriert wurden.
Solche Ereignisse unterstreichen die Bedeutung von hybriden Ansätzen und resilienten Backup-Strategien in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt.

