Der Softwarekonzern Microsoft hat eingeräumt, dass das mit Windows 11 eingeführte Rechtsklick-Menü gegenüber der Version in Windows 10 qualitative Nachteile aufweist. Das Unternehmen reagiert damit auf die anhaltende Kritik an einer als träge und überladen empfundenen Benutzeroberfläche (UX) und stellt weitreichende Korrekturen in Aussicht.
Technisches Redesign gegen erhebliche Ladezeiten
In den vergangenen Monaten identifizierten Techniker das asynchrone Laden von Erweiterungen als Hauptursache für die mangelhafte Performance des Kontextmenüs. Dieses Verfahren führte in der Praxis zu Verzögerungen von bis zu 8 Sekunden, bevor das Menü vollständig auf dem Bildschirm erschien.
Mit dem Experimental Build 26340.9212, der seit Mitte August 2026 zur Verfügung steht, testet Microsoft nun eine grundlegende Überarbeitung. Das neue Design zielt auf eine schnellere Öffnung und eine Reduktion der visuellen Unordnung ab.
Neben einer nativen Anpassung an das Systemdesign wird für Anwender, die das klassische Bedienkonzept bevorzugen, ein optionales Windows-10-Layout integriert. Mit einer breiten Veröffentlichung des überarbeiteten Kontextmenüs wird für den Herbst 2026 gerechnet.
Mehr Kontrolle durch neue Einstellungsoptionen
Parallel zur technischen Optimierung erweitert Microsoft die Konfigurationsmöglichkeiten innerhalb der Systemeinstellungen. Ein neues Untermenü zur Anpassung ermöglicht es Nutzern künftig, spezifische Befehle wie „Senden an“, „Drucken“ oder „Als Pfad kopieren“ gezielt zu aktivieren oder zu deaktivieren. Zudem wird eine Option für die vertikale Anordnung der Hauptaktionen eingeführt, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.
Trotz dieser angekündigten Verbesserungen äußerten Nutzer Kritik an dem späten Zeitpunkt der Umsetzung. Die Problematik der Menü-Trägheit begleitete das Betriebssystem bereits seit seiner Markteinführung.
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Optimierungen am Datei-Explorer und Systembereinigungen
Neben der Menüstruktur stehen weitere Systemkomponenten im Fokus der aktuellen Entwicklungsphase. In Preview-Builds sowie im Beta-Build 26220.9202 (Version 25H2) erprobt Microsoft einen beschleunigten Datei-Explorer.
Die Verbesserungen betreffen insbesondere eine schnellere Ladezeit der Startseite sowie Korrekturen am Touch-Scrolling und dem Vorschau-Band. Kleinere optische Anpassungen, wie ein um 4 Pixel erhöhtes Suchfeld in der Taskleiste, ergänzen die Aktualisierungen.
Gleichzeitig setzt Microsoft auf eine Straffung des Systems und die Entfernung veralteter oder risikobehafteter Schnittstellen. Das Kommandozeilen-Werkzeug WMIC (Windows Management Instrumentation Command-line) wird aus künftigen Versionen wie 24H2 und 25H2 sowie aktuellen Beta-Builds entfernt. Als moderner Ersatz dient die PowerShell.
Die Entscheidung begründeten Sicherheitsverantwortliche damit, dass WMIC in der Vergangenheit häufig von Cyberkriminellen als sogenanntes „LOLBIN“ (Living Off The Land Binary) für Angriffe missbraucht worden war. IT-Verantwortliche werden darauf hingewiesen, dass bestehende Skripte mit wmic-Befehlen durch dieses Update unbrauchbar werden können.
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Sicherheitsfeatures und gestrichene Funktionen
Im Bereich der Systemsicherheit führt Microsoft in den aktuellen Insider-Vorschauversionen zudem eine neue Schutzfunktion für Administratoren sowie ML-KEM für die TLS-Verschlüsselung ein.
Ein weiteres experimentelles Feature, das sogenannte Drag Tray (später als Drop Tray bezeichnet), wurde hingegen nach negativem Feedback der Test-Community wieder aus den Insider-Builds entfernt. Das Modul befand sich seit Anfang 2025 in der Erprobung, konnte die Erwartungen der Anwender jedoch offenbar nicht erfüllen.

