Windows 11: Microsoft behebt 974 Sicherheitslücken in Rekord-Patchday

Microsoft beseitigt mit KB5124008 zahlreiche Sicherheitsprobleme und aktiviert neue Windows-11-Funktionen, darunter eine frei positionierbare Taskleiste.

Microsoft hat mit der Veröffentlichung der kumulativen Updates KB5124008 für die Windows-11-Versionen 24H2 und 25H2 sowie KB5122880 für die Version 23H2 den bisher umfangreichsten Patchday des Jahres 2026 vollzogen. Neben der Behebung einer Rekordzahl an Sicherheitslücken führen die Aktualisierungen signifikante Änderungen an der Benutzeroberfläche ein, darunter die von vielen Anwendern geforderte Rückkehr der flexiblen Taskleiste.

Rekordzahl an Sicherheitspatches und behobene Zero-Day-Lücken

Die im Rahmen des September-Patchdays bereitgestellten Aktualisierungen adressieren eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Schwachstellen. Berichten zufolge behebt allein das Update KB5124008 insgesamt 974 Sicherheitsprobleme. Darunter befinden sich laut Branchenanalysten mehr als 110 als kritisch eingestufte Lücken sowie 20 Schwachstellen, die als „wormable“ gelten, sich also selbstständig innerhalb von Netzwerken verbreiten könnten.

Besondere Aufmerksamkeit widmet Microsoft zwei bereits aktiv ausgenutzten Zero-Day-Lücken. Dabei handelt es sich um CVE-2026-81963, die den Windows Update Service und dessen Stack betrifft, sowie CVE-2026-85880 innerhalb der Windows-Komponente ALPC (Advanced Local Procedure Call).

Anzeige

Windows 11 macht Probleme? Diese 5 Fehler können Sie ab sofort selbst beheben. Kein IT-Techniker nötig – ein kostenloser Report zeigt, wie es geht. Erste Hilfe für Windows 11 kostenlos herunterladen

Aufgrund der akuten Bedrohungslage hat die US-Cybersicherheitsbehörde CISA beide Schwachstellen in ihre Liste der bekannten ausgenutzten Sicherheitslücken aufgenommen und für Bundesbehörden eine Frist zur Installation der Patches bis zum 22. September 2026 gesetzt.

Weitere behobene Fehler betreffen kritische Remote-Code-Execution-Risiken (RCE) in Exchange Server, SharePoint und dem Remote Desktop Service. Insgesamt beläuft sich die Zahl der im laufenden Jahr durch Microsoft behobenen Schwachstellen damit auf 2.760.

Evolution der Benutzeroberfläche und neue Systemfunktionen

Zusätzlich zu den Sicherheitsaspekten bringt KB5124008 (Build 26200.9445 und 26100.9445) tiefgreifende Neuerungen für die User Experience von Windows 11. Eine zentrale Änderung ist die Wiederherstellung der verschiebbaren Taskleiste.

Nutzer erhalten damit die Möglichkeit, die Leiste wahlweise am oberen, linken, rechten oder unteren Bildschirmrand zu positionieren. Diese Funktion wird nach Angaben von Microsoft schrittweise ausgerollt. Ergänzend dazu wurde eine Option für eine verkleinerte Darstellung der Taskleiste implementiert.

Anzeige

Wer hunderte Euro an IT-Kosten sparen und typische Update-Fehler oder Systemprobleme ohne Vorkenntnisse lösen möchte, findet hier die passende Unterstützung. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Ihr System in Minuten selbst wieder flottmachen. Kostenlosen Windows-11-Notfall-Report sichern

Auch das Startmenü wurde überarbeitet und ist nun in der Größe anpassbar. Anwender können zwischen einer kleinen und einer großen Ansicht wählen sowie einzelne Abschnitte des Menüs ausblenden. Eine weitere Neuerung betrifft die integrierte Suchfunktion: Über einen Umschalter in den Datenschutzeinstellungen lässt sich eine Suche konfigurieren, die keine Ergebnisse der Suchmaschine Bing einbezieht.

Technische Optimierungen und Administratoren-Schutz

Unter der Oberfläche enthält das Update KB5124008 Leistungsverbesserungen wie einen beschleunigten Start des Datei-Explorers. Im Bereich der Systemsicherheit führt Microsoft die sogenannte „Administrator Protection“ ein, die standardmäßig deaktiviert ist, sowie eine Prozessisolierung für MXC.

Zudem wurde die Unterstützung für ML-KEM innerhalb des TLS-Protokolls ergänzt, während das veraltete WMIC-Tool (Windows Management Instrumentation Command-line) aus dem System entfernt wurde.

Für Unternehmenskunden meldet Microsoft zudem die allgemeine Verfügbarkeit (General Availability) der Autopilot-Gerätezuordnung. Während die meisten Sicherheitsupdates automatisch über die Windows-Update-Funktion verteilt werden, unterstreichen Experten die Dringlichkeit der Installation angesichts der hohen Zahl kritischer Fehler in weit verbreiteten Diensten wie SQL Server und Office-Anwendungen.