Die Mai-Updates für Windows 11 bringen lang ersehnte Neuerungen – doch Installationsprobleme trüben den Start.
Microsoft hat Mitte Mai 2026 ein umfangreiches Update-Paket für Windows 11 veröffentlicht. Neben Sicherheitspatches und Stabilitätsverbesserungen warten die optionalen Vorschau-Builds mit Funktionen auf, die Nutzer seit Jahren fordern. Allen voran: Die FAT32-Partitionsgrenze steigt endlich auf zwei Terabyte. Doch wie so oft bei größeren Update-Zyklen gibt es auch diesmal Kinderkrankheiten.
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Installationshürden: Wenn das Update bei 35 Prozent stecken bleibt
Das Mai-Update KB5089549 bereitet auf zahlreichen Systemen Probleme. Betroffene Nutzer berichten von der Fehlermeldung 0x800f0922 – der Installationsprozess bricht bei etwa 35 bis 36 Prozent ab und rollt zurück. Microsoft hat die Ursache identifiziert: Der EFI-Systempartition fehlt schlichtweg der Platz. Systeme mit zehn Megabyte oder weniger freiem Speicher auf dieser Partition können das Update nicht verarbeiten.
Das Unternehmen hat einen „Known Issue Rollback“ (KIR) eingeleitet und empfiehlt als Übergangslösung entweder Registry-Anpassungen oder einen Neustart vor der erneuten Installation. Ein weiterer hartnäckiger Fehler, der unter dem Code 0x80010002 firmiert, blockiert seit März 2026 Updates auf manchen Rechnern. Diese Systeme hängen seit Februar auf dem alten Patch-Level fest. Schuld sind offenbar modifizierte Timeout-Einstellungen in stark abgeschotteten Netzwerkumgebungen. Microsoft arbeitet an einem dauerhaften Fix, hat aber bereits spezielle Rollback-Pakete bereitgestellt.
Bessere Stabilität für Audio und Benachrichtigungen
Die Release-Preview-Builds vom 19. Mai für Windows 11 24H2 und 25H2 bringen dagegen gute Nachrichten. Sie beheben zwei lästige Probleme: Stummgeschaltete Audioausgaben auf bestimmten Geräten gehören der Vergangenheit an. Und der Windows-Push-Benachrichtigungsdienst (WPN) hängt nicht mehr, was zuvor das Starten von Anwendungen verhinderte. Diese Korrekturen sollen in den Pflicht-Updates Anfang Juni landen.
FAT32, neue Archive und mehr Startmenü-Freiheit
Das optionale Update KB5089570 für Windows 11 26H1 ist der eigentliche Star des aktuellen Zyklus. Die Erweiterung der FAT32-Formatierungsgrenze auf zwei Terabyte ist ein echter Meilenstein – das alte Limit von 32 Gigabyte hatte sich in Zeiten großer Speichermedien längst überlebt. Zudem unterstützt Windows nun nativ die Archivformate uu, cpio, xar und nupkg. Drittanbieter-Tools werden damit in vielen Fällen überflüssig.
Auch das Startmenü hat ein Upgrade erhalten. Nutzer können jetzt zwischen festen Layout-Größen wählen, die Empfehlungen ausblenden oder angeheftete Apps verstecken. Sogar das Profilbild lässt sich entfernen. Das sind Vorboten einer umfassenderen Anpassungsoffensive – die Taskleiste soll künftig an allen vier Bildschirmseiten positionierbar sein.
Hardware-Ökosystem: AMD-Treiber und neue Surface-Geräte
Parallel zu den Software-Updates hat AMD am 19. Mai den Ryzen-Chipsatztreiber in Version 8.05.04.516 veröffentlicht. Er optimiert Leistung und Stabilität für die aktuellen Prozessorarchitekturen. Microsoft selbst bringt mit dem Surface Pro 12 und dem Surface Laptop 8 neue Flaggschiffe an den Start. Die Preise beginnen bei rund 1.800 Euro – ein klares Signal, dass Microsoft im Premium-Segment angreifen will.
KI-Integration: Copilot-Taste wird anpassbar
Die viel diskutierte Copilot-Taste auf neuen Tastaturen wird endlich umprogrammierbar. Ab dem 2026er-Update können Nutzer ihr die Kontextmenü-Funktion oder die rechte Strg-Taste zuweisen. Eine willkommene Geste für alle, die den KI-Assistenten selten nutzen. Allerdings hat Microsoft den kostenlosen Copilot-Zugang in Word, Excel und PowerPoint zum 15. April eingestellt. Wer dort KI-Funktionen nutzen will, braucht ein Premium-Abonnement. Der Standard-Chat bleibt über das Web, die Standalone-App sowie Teams und Outlook kostenlos erreichbar.
Sicherheit: „YellowKey“-Lücke und Abschied von SMS
Sicherheitsforscher haben eine neue Zero-Day-Lücke namens „YellowKey“ aufgedeckt. Sie erlaubt Angreifern mit physischem Zugriff, die BitLocker-Verschlüsselung zu umgehen. Microsoft steht unter Druck, seine Schutzmechanismen nachzubessern. Gleichzeitig entfernt sich das Unternehmen von der SMS-basierten Zwei-Faktor-Authentifizierung für Privatkonten und setzt künftig auf Passkeys.
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Ein unscheinbarer, aber kritischer Bestandteil der Mai-Updates ist die automatische Erstellung eines „SecureBoot“-Ordners auf dem Systemlaufwerk. Er enthält sieben PowerShell-Skripte zur Verwaltung von Secure-Boot-Zertifikaten. Der Hintergrund: 2011 ausgestellte Zertifikate laufen im Juni 2026 ab. Wer den Ordner löscht, riskiert ernsthafte Sicherheitsprobleme beim nächsten Update.
Ausblick: Pflichtupdate im Juni
Die optionalen Korrekturen dieser Woche sind der Vorgeschmack auf das obligatorische kumulative Update am 9. Juni 2026. Es soll die Stabilitätsfixes für Audio- und Benachrichtigungsprobleme bündeln und die Zertifikatsaktualisierungen für Secure Boot abschließen. Für IT-Administratoren und ambitionierte Nutzer heißt es: Die kommenden Wochen werden arbeitsintensiv – aber die Aussicht auf ein stabileres, flexibleres Windows 11 macht den Aufwand lohnenswert.

