Microsoft hat einen schwerwiegenden Fehler in der Backup-Funktion des Betriebssystems Windows 11 bestätigt. Nach der Installation des Sicherheitsupdates KB5124008 vom September 2026 kommt es bei der Funktion „Dateiversionsverlauf“ (File History) zu massiven Störungen. Betroffene Nutzer können weder neue Sicherungen erstellen noch bestehende Archive aktualisieren, obwohl der Dienst als aktiv angezeigt wird.
Symptome und technische Hintergründe des Fehlers
Anwender der Windows-Versionen 24H2 und 25H2 berichten von verschiedenen Fehlersymptomen. Das System fordert Nutzer dazu auf, das Sicherungslaufwerk neu zu verbinden, obwohl die Hardware korrekt angeschlossen ist und einwandfrei funktioniert.
Zudem wird der Zeitstempel für das letzte erfolgreiche Backup nicht mehr aktualisiert. In der Versionsübersicht bereits gesicherter Daten erscheint häufig der Hinweis, dass keine vorherigen Versionen verfügbar seien.
Technische Analysen in der Ereignisanzeige (Event-Viewer) belegen Abstürze der Dateien FileHistory.exe und KERNELBASE.dll. Laut Microsoft sind die bereits vorhandenen Sicherungsdateien physisch nicht gelöscht worden, sondern werden lediglich aufgrund des Fehlers nicht korrekt innerhalb der Systemoberfläche angezeigt. Das Unternehmen gab an, dass nur ein Teil der installierten Maschinen betroffen sei, nannte jedoch keine konkrete Anzahl geschädigter Systeme.
Umfang der betroffenen Systemversionen
Der Fehler ist nicht auf die neuesten Windows-11-Versionen beschränkt. Berichten zufolge lösen verschiedene Knowledge-Base-Artikel (KB) das Problem aus.
Dazu gehören neben KB5124008 für Windows 11 25H2 und 24H2 auch KB5124012 für die Version 26H1 sowie KB5122880 für die Version 23H2. Sogar ältere Systeme sind betroffen, darunter Windows 10 (22H2/21H2) mit dem Update KB5122878 sowie die LTSC-Versionen von 2016 und 2019.
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Das ursprüngliche Update KB5124008 wurde Anfang September veröffentlicht und sollte eigentlich Korrekturen für den Mauszeiger, Desktop-Anpassungen sowie Audio-Probleme bei Remote-Desktop-Verbindungen liefern.
Ein zusätzlich veröffentlichtes Out-of-Band-Update (KB5129195), das spezifische Probleme mit Hyper-V und Remote Desktop beheben sollte, brachte keine Besserung für den Dateiversionsverlauf. Stattdessen wurden durch dieses neue Update weitere Fehler bei USB-Audio-Geräten gemeldet, die zu einem vollständigen Tonausfall führen können.
Fehlende Lösungen und strategischer Fokus auf Zuverlässigkeit
Gegenwärtig stellt Microsoft weder einen offiziellen Fix noch einen funktionierenden Workaround für das breite Publikum bereit. Eine Lösung soll in einem künftigen Windows-Update erscheinen, wobei noch kein Termin feststeht. Lediglich im experimentellen Kanal von Windows 11 (Build 26340.9502) wurde ein Fix getestet, der die Fehlermeldung bezüglich nicht gefundener Laufwerke adressiert.
Inmitten dieser technischen Schwierigkeiten kündigte der Windows-Verantwortliche Pavan Davuluri einen verstärkten Fokus auf die Performance und Zuverlässigkeit des Betriebssystems an. In einem Fortschrittsbericht stellte er Verbesserungen für den Datei-Explorer, die Suche und das Startmenü in Aussicht.
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Zu den geplanten Maßnahmen gehören eine effizientere Speicherallokation und Optimierungen für Systeme mit 8 GB Arbeitsspeicher oder mehr. Diese Änderungen sollen für reguläre Nutzer teilweise ab Anfang Oktober sichtbar werden.
Bedeutung für professionelle Anwender
Die Zuverlässigkeit von Windows bleibt insbesondere für Entwickler ein zentrales Thema. Während eine Umfrage von Gergely Orosz in der Startup- und Tech-Branche eine dominance von macOS (61,6 % bis 66 %) gegenüber Windows (rund 12 %) zeigt, zeichnet der Stack Overflow Developer Survey 2025 ein anderes Bild. Global nutzen demnach rund 49,5 % der professionellen Entwickler Windows als primäres Betriebssystem, während macOS auf 32,9 % kommt.
Um diese Zielgruppe zu halten, forcierte Microsoft im Jahr 2026 Projekte wie „Project Zenith“, das Hardware-Spezifikationen von mindestens 64 GB Unified Memory für lokale KI-Modelle vorsieht. Gleichzeitig wächst die Nutzung von Linux innerhalb von Windows stark an.
Ein Vertreter von Canonical gab an, dass die Ubuntu-Nutzung im Windows-Subsystem für Linux (WSL) schneller wachse als native Desktop-Installationen und diese in wenigen Monaten überholen könnte.

