Der Windows-Konzern testet die Rückkehr lang geforderter Funktionen – und stellt die Weichen für die KI-Zukunft.
Nach Jahren der Kritik an der starren Benutzeroberfläche von Windows 11 reagiert Microsoft endlich auf das Feedback seiner Nutzer. In aktuellen Testversionen kehrt die Möglichkeit zurück, die Taskleiste frei zu positionieren und in der Größe anzupassen. Gleichzeitig treibt der Konzern die Integration künstlicher Intelligenz voran und bereitet sich auf einen Führungswechsel im Konsumentengeschäft vor.
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Flexibilität kehrt zurück: Taskleiste neu gedacht
Die neuesten experimentellen Builds von Windows 11 adressieren den wohl größten Kritikpunkt des Betriebssystems: die mangelnde Anpassbarkeit der Taskleiste. Entwickler testen derzeit die Rückkehr der Positionierungsfreiheit – Nutzer können die Leiste künftig wieder an verschiedene Bildschirmränder verschieben, statt sie am unteren Rand fixieren zu müssen. Auch die Größenanpassung wird wieder eingeführt, sodass sich Höhe oder Breite je nach Ausrichtung individuell einstellen lassen.
Ein neuer Kompaktmodus für die Taskleiste richtet sich an Nutzer kleinerer Geräte oder solche mit komplexen Multitasking-Anforderungen. Er maximiert die verfügbare Bildschirmfläche. Darüber hinaus bestätigte Microsoft, dass sich die spezielle Copilot-Taste auf neueren Tastaturen nun auf die rechte Strg-Taste umbelegen lässt – eine direkte Reaktion auf Beschwerden von Profi-Anwendern, die die feste KI-Taste als störend empfanden.
Weitere Neuerungen in der Testphase umfassen eine Bildschirmtönung mit sechs Farbprofilen und einer individuellen Einstellung, die Augenbelastung reduzieren soll. Im Beta-Build 26220.8491 findet sich zudem eine lokale Voice-Isolation für die Sprachsteuerung, die Hintergrundgeräusche in drei Stufen unterdrückt – alles direkt auf dem Gerät verarbeitet.
Updates unter Kontrolle: Mehr Macht für den Nutzer
Parallel zu den optischen Änderungen überarbeitet Microsoft die Update-Verwaltung grundlegend. Ein neues „Datum auswählen“-Feature erlaubt es Windows-Insidern, Updates für bis zu 35 Tage zu verschieben – theoretisch sogar unbegrenzt oft verlängerbar. Das soll unerwartete Neustarts während kritischer Arbeitsphasen verhindern, ein Dauerärgernis für Berufstätige.
Hintergrund der Änderung: Windows-Updates überschreiten häufig die 4-Gigabyte-Marke, was zu langen Installationszeiten führt. Um Produktivitätseinbußen zu vermeiden, trennt Microsoft künftig die Energieoptionen von ausstehenden Updates. Die Schaltflächen „Herunterfahren“ und „Neustarten“ bleiben als eigenständige Optionen erhalten, selbst wenn Updates anstehen. Auch beim Ersteinrichtungsprozess wird eine „Später aktualisieren“-Option integriert.
Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Mehrere kritische Schwachstellen erfordern Aufmerksamkeit: CVE-2025-39707 – eine Remotecode-Ausführung im Windows Print Spooler mit einem CVSS-Score von 9,8 – ermöglicht potenziell SYSTEM-Zugriff über manipulierte SMB-Pakete. CVE-2026-23377 betrifft die Windows-Grafikschnittstelle GDI und wirkt sich auf Windows 10, 11 und Server-Editionen aus. CVE-2026-23278 ist eine Sicherheitslücke im Common Log File System Driver, die in den Sicherheitsupdates von Ende 2026 geschlossen wurde.
KI-Offensive: Copilot wird zum Assistenten mit Eigeninitiative
Die Integration künstlicher Intelligenz in Microsoft 365 erreicht die nächste Stufe. Ein aktualisierter Copilot in Word, Excel und PowerPoint erhält einen „Dynamic Action Button“ in der unteren rechten Ecke des Anwendungsfensters. Dieser liefert kontextbezogene Vorschläge für Dokumentbearbeitung und Datenanalyse. Nach Kritik, dass der schwebende Button in Excel Zellen verdeckte, lässt er sich nun in das Ribbon-Menü andocken.
Neue Tastenkürzel – Alt+C für Windows, Cmd+Ctrl+I für Mac – rufen die KI-Hilfe schneller auf. OpenAI hat zudem ChatGPT direkt in PowerPoint integriert: Nutzer können Folien per Textbefehl generieren und umstrukturieren, auch wenn komplexe Formatierungen und spezifische Schriftvorlagen noch nicht vollständig unterstützt werden.
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Doch die KI-Expansion hat ihren Preis. Microsoft kündigte die Mehrzahl seiner Claude-Code-Lizenzen aufgrund hoher Betriebskosten. Entwickler werden auf das GitHub Copilot CLI umgeleitet. Der Trend steigender KI-Kosten zeigt sich branchenweit: Uber soll sein gesamtes KI-Budget für 2026 bereits in den ersten vier Monaten des Jahres aufgebraucht haben. Analysten prognostizieren einen 24-fachen Anstieg des Token-Verbrauchs bis 2030, während Unternehmen auf autonome KI-Agenten setzen.
Führungswechsel: Mehdi geht, Suleyman übernimmt
Die technischen Neuerungen fallen in eine phase des Umbruchs an der Konzernspitze. Yusuf Mehdi, Executive Vice President und Consumer Chief Marketing Officer, kündigte nach 35 Jahren bei Microsoft seinen Abschied an. Mehdi, der maßgeblich an den Markteinführungen von Windows 95, Bing und der ersten Xbox beteiligt war, bleibt noch bis Juni 2027 im Amt. Sein verlängerter Übergang soll die nächste Windows-Ära – das „agentische Zeitalter“ der Computertechnik – mitgestalten.
Der Wechsel ist Teil einer größeren Umstrukturierung unter CEO Satya Nadella. Mustafa Suleyman übernimmt als CEO von Microsoft AI, Judson Althoff erhält eine erweiterte Rolle im kommerziellen Bereich. Zeitlich parallel einigte sich Microsoft auf einen 250 Millionen Dollar schweren Vergleich (rund 230 Millionen Euro) zur Beilegung einer Aktionärsklage im Zusammenhang mit der Activision-Blizzard-Übernahme. Der Vergleich entspricht etwa 0,30 Dollar pro Aktie, ohne dass Microsoft oder die frühere Activision-Führung ein Fehlverhalten einräumen.
Hardware und Ausblick: Surface-Updates und Preiserhöhungen
Die Surface-Reihe erhält geschäftsfokussierte Modelle mit Intel Core Ultra 300-Prozessoren und integrierten Sichtschutzfiltern. Im Gaming-Bereich wurde ein neuer Forza Horizon 6 Limited Edition Xbox-Controller vorgestellt, der auf den Erweiterungsslot für Zubehör wie Chat-Pads verzichtet – ein Schritt hin zu schlankerem Hardware-Design.
Für Unternehmen und Privatnutzer stehen zudem finanzielle Änderungen an. Microsoft bestätigte eine Preiserhöhung für Microsoft-365-Abonnements zum 1. Juli 2026. Die M365-E3-Stufe steigt auf 39 Dollar, die Business-Basic-Stufe auf 7 Dollar. Die prozentual stärksten Anstiege betreffen die „Frontline“-SKUs mit bis zu 33 Prozent Aufschlag.
Unter der Leitung von Jenny Lay-Flurrie, die im Februar 2026 die Trusted Technology Group übernahm, fokussiert Microsoft auf die Reduzierung von Verzerrungen in KI-Modellen. Dazu erwarb das Unternehmen 20 Millionen Minuten multimodaler Daten von „Be My Eyes“, um KI besser auf die Erfahrungen blinder und sehbehinderter Menschen zu trainieren. Die „Human-in-the-Loop“-Philosophie bleibt Leitbild: KI-Agenten übernehmen mehr Aufgaben, doch die letzte Entscheidungsgewalt behält der Mensch.

