Windows 11: Microsoft ersetzt 1990er-Komponenten durch WinUI 3

Microsoft treibt die Modernisierung von Windows 11 voran: WinUI 3 ersetzt Komponenten aus den 90ern, Explorer und Suche werden verbessert.

Der Softwarekonzern beschleunigt die Modernisierung von Windows 11 und entfernt nach und nach Komponenten aus den 1990er Jahren. Aktuelle Testversionen vom Juli 2026 zeigen: Microsoft treibt den Umbau auf die moderne WinUI-3-Plattform massiv voran.

Der große Umbau: WinUI 3 ersetzt Urgesteine

In den neuesten experimentellen Builds hat Microsoft gleich mehrere altgediente Dialogfenster überarbeitet. Das „Ausführen“-Fenster – vielen noch als Startmöglichkeit für Programme bekannt – bekommt ein komplett neues Design auf Basis von WinUI 3. Die Neuerung ist derzeit im Experimental Channel als optionale Funktion verfügbar. Die Leistungsdaten sprechen für sich: Die Anzeigezeit sank von durchschnittlich 103 auf 94 Millisekunden. Hinzu kommen Dark Mode und Programmsymbole. Der „Durchsuchen“-Button fiel allerdings weg – interne Daten zeigten eine Nutzung von gerade einmal 0,0038 Prozent.

Noch tiefgreifender ist der Umbau der Dateieigenschaften im Explorer. Build 26300.8935 zeigt erstmals ein modernisiertes Eigenschaften-Fenster, das die seit Windows 95 bekannten Win32-Oberflächen ablöst. Die neue Version unterstützt Dark Mode und setzt auf ein sogenanntes Pivot-Header-Design. Allerdings gibt es eine Hürde: Die Integration von Drittanbieter-Erweiterungen – etwa von 7-Zip oder Dropbox – erfordert einen komplexen Prozess namens Reverse-Islanding. Aktuell ist die neue Oberfläche daher vor allem für Dateien im Papierkorb sichtbar.

Explorer und Suche: Mehr Komfort für den Alltag

Ein Juli-Update für Windows 11 Version 24H2 und 25H2 bringt praktische Verbesserungen für die Dateiverwaltung. Der Datei-Explorer zeigt Dateigrößen künftig automatisch in Megabyte oder Gigabyte an – eine automatische Einheitenumrechnung. Neu ist auch: Mit der mittleren Maustaste lassen sich Ordner direkt in neuen Tabs öffnen.

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Die Windows-Suche wurde ebenfalls überarbeitet. Sie verarbeitet nun kürzere Suchbegriffe – sogar Dateinamen mit nur zwei Buchstaben – und zeigt sich toleranter gegenüber Tippfehlern. Weitere Neuerungen der Juli-Builds: ein vereinfachter Sperrbildschirm mit Fokus auf Wetter-Widgets sowie ein aktualisierter Kontobereich im Startmenü, der den Abonnementstatus anzeigt.

Sicherheit: TPM wird zum Pflichtprogramm

Microsoft hat am 23. Juli 2026 ein neues Sicherheitsfeature für die Windows-Aktivierung angekündigt: „KMS Hardware-Secured“. Das System nutzt die TPM-Attestierung, um die Echtheit von KMS-Hosts (Key Management Service) zu prüfen. Ab August 2026 zeigt Windows Server 2025 erste Bereitschaftsmeldungen für diese Funktion. Mit dem nächsten LTSC-Release (Long-Term Servicing Channel) wird die TPM-basierte Überprüfung voraussichtlich verpflichtend.

Auch im Büroalltag tut sich etwas: Das klassische Outlook für Windows erhält ab August 2026 einen dauerhaften Copilot-Einstiegspunkt. Lizenzierte Nutzer finden dann oberhalb des E-Mail-Lesebereichs einen kontextbezogenen Zugang zum KI-Assistenten.

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Barrierefreiheit: Braille wird einfacher

Der Windows 11 Insider Preview Build 26220.8925, der diese Woche erschien, bringt wichtige Verbesserungen für Menschen mit Sehbehinderung. Die Sprachausgabe Narrator unterstützt nun HID-Braille-Displays – die Geräte werden per USB sofort erkannt, eine manuelle Treiberinstallation entfällt. Auch während der Windows-Ersteinrichtung ist die Braille-Ausgabe möglich. Die Kopplung von Bluetooth-fähigen Braille-Geräten wurde vereinfacht.

Für Entwickler: WinUI direkt aus Kotlin und Java

Ein spannendes Projekt für die Entwickler-Community: NTT Resonant Technology hat am 23. Juli 2026 die quelloffene Bibliothek „WinUI4K“ veröffentlicht. Sie ermöglicht es, WinUI-Steuerelemente direkt aus Kotlin oder Java über die Java Virtual Machine (JVM) zu nutzen – ohne zusätzliche Bridge-Bibliotheken.

Gaming: Xbox-Klassiker jetzt auf dem PC

Microsoft hat am 22. und 23. Juli 2026 sein Gaming-Angebot erweitert: Erstmals läuft originale Xbox-Software auf Windows-PCs. Vier Titel sind über Game Pass verfügbar, inklusive Hochskalierung der Auflösung und Unterstützung moderner Controller. Ein wichtiger Schritt, um Spiele-Klassiker der ersten Xbox-Generation auf die moderne Windows-Plattform zu bringen.