Windows 11: Microsoft macht Rechner mit 8 Gigabyte RAM deutlich leichter

Microsoft testet Speicher- und Architekturänderungen; die breite Veröffentlichung für Rechner mit 8 Gigabyte RAM ist bis Ende 2026 geplant.

•

Microsoft überarbeitet zentrale Kernkomponenten von Windows 11, um das Betriebssystem auf Laptops und Desktop-PCs mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher deutlich leichter und schneller zu machen.

Mit gezielten architektonischen Anpassungen reagiert der Softwarekonzern auf veränderte Marktbedingungen, nachdem stark gestiegene Speicherpreise und eine anhaltende DRAM-Knappheit durch den Ausbau von KI-Rechenzentren die Hardwareausstattung vieler Endgeräte prägen.

Bisher hatte das Unternehmen 16 Gigabyte als Basis empfohlen, für Copilot-Plus-PCs ebenfalls 16 Gigabyte verlangt und 32 Gigabyte für Gaming-Systeme vorgesehen.

Technische Eingriffe senken die Systemlast

Im Mittelpunkt der Anpassungen steht das Speichermanagement auf Systemen mit 8 Gigabyte RAM oder weniger. Das Betriebssystem hält künftig bis zu 2 Gigabyte mehr aktive Anwendungsdaten direkt im flüchtigen Speicher, anstatt sie auf langsamere Datenträger auszulagern.

Zudem wird auf entsprechenden Geräten das Vorladen von Widgets im Hintergrund unterbunden. Die Widgets laden künftig erst nach einem Klick, was bereits beim Systemstart mehr als 200 Megabyte Arbeitsspeicher freisetzt.

Als ein wesentlicher Treiber für den bisherigen Ressourcenbedarf galt das Chromium-basierte WebView2, das unter anderem in Widgets, den Einstellungen, dem Startmenü und der Dateisuche separate Instanzen ausführte. Microsoft stellt nun Komponenten wie die Windows-Suche sowie die Fotos-App auf WinUI 3 um.

Anzeige

Während Microsoft die Performance-Probleme im Systemkern angeht, können Nutzer viele typische Fehler bereits heute ohne Expertenhilfe korrigieren. Dieser kostenlose PDF-Report zeigt, wie Sie Update-Fehler und andere Windows-11-Hürden in wenigen Minuten selbst lösen. Kostenlosen Windows-11-Ratgeber jetzt herunterladen

Die Fotos-App öffnet sich dadurch bis zu 30 Prozent schneller. In der Systemversion 26300.9550 reagiert Windows 11 im Vergleich zur Ausgabe 26200.7628 insgesamt bis zu 20 Prozent schneller. Die Verbesserungen betreffen die Suche, das Startmenü, die Einstellungen, das Snipping Tool, den Datei-Explorer, Microsoft 365 sowie Kontextmenüs bei Rechtsklicks.

Zusätzlich wurden die Anmeldung über Windows Hello und die Bluetooth-Kopplung überarbeitet, wodurch sich beispielsweise Apple AirPods bis zu 15 Sekunden schneller verbinden. Die Taskleiste sowie das Startmenü lassen sich künftig wieder flexibel am oberen, linken oder rechten Bildschirmrand platzieren.

Anzeige

Wer die neuen Performance-Vorteile von Windows 11 nutzen möchte, aber beim Umstieg Datenverlust befürchtet, findet hier eine fundierte Unterstützung. Der Gratis-Report bündelt alles Wissenswerte, damit der Wechsel reibungslos und ohne Stress gelingt. Schritt-für-Schritt-Plan für Windows 11 gratis sichern

Weitere Änderungen umfassen Anpassungen der Benutzeroberfläche der Fotos-App, vorkompilierte Shader über die sogenannte Advanced Shader Delivery und Neuerungen für die Smartphone-Verknüpfung Phone Link.

Ausrollung und Beobachtungen zur Speichernutzung

Auf der IFA 2026 erläuterte Mark Linton aus dem Bereich Windows und Geräte bei Microsoft, dass die Bootzeiten und die Reaktionszeiten von Windows Hello spürbar optimiert worden seien. Ziel sei es, dass auch Rechner mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher hervorragend laufen, wenngleich ein schnellerer Systemstart noch nicht Teil der aktuellen Vorschauversionen sei.

Die Bereitstellung der Maßnahmen für 8-Gigabyte-Systeme erfolgt zunächst über das Windows-Insider-Programm. Die breite öffentliche Veröffentlichung plant Microsoft bis Ende 2026. Als nächster Entwicklungsschritt ist zudem eine Weiterentwicklung der integrierten Suche mithilfe künstlicher Intelligenz vorgesehen.

Erste Messungen rund um Windows 11 26H2 zeichnen ein differenziertes Bild: Nutzerberichte zeigen einen sinkenden Arbeitsspeicherverbrauch im Leerlauf bisher vor allem auf Rechnern mit 16 Gigabyte RAM oder mehr. Bei Systemen mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher blieben spürbare Veränderungen im Leerlauf bislang uneinheitlich oder aus, wozu Microsoft bisher keine Ursache benannt hat.