Microsoft lockert die strengen Hardware-Vorgaben für KI-Funktionen und bringt lokale KI auf ältere Geräte.
Der Tech-Konzern vollzieht eine strategische Kehrtwende. Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026, die am 7. Juni zu Ende ging, verkündete CEO Satya Nadella: Lokale KI-Funktionen sollen künftig nicht mehr an spezielle NPU-Chips gebunden sein. Stattdessen unterstützt Windows Machine Learning nun auch Nvidia-Grafikkarten und ältere Prozessoren.
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Ende der Exklusivität für Copilot+ PCs
Bislang waren KI-Features wie die OpenClaw-Agenten oder das Modell Aion-1.0-Instruct nur auf Geräten mit dediziertem Neural Processing Unit (NPU) nutzbar. Diese Beschränkung fällt. Microsoft öffnet die lokale KI für eine deutlich breitere Hardware-Basis.
Auch die Speicherhürde sinkt: Statt der bisher geforderten 16 Gigabyte RAM reichen künftig acht. Ein Zugeständnis an die Konkurrenz? Das MacBook Neo von Apple arbeitet ebenfalls mit 8 GB RAM. Als erstes Zeichen dieser neuen Linie präsentierte Microsoft ein Surface Laptop for Business mit eben dieser Speicherausstattung.
Nvidia RTX Spark: Die High-End-Alternative
Während die Einstiegshürden sinken, schafft Microsoft gleichzeitig eine neue Leistungsklasse. Gemeinsam mit Nvidia entstand der „RTX Spark“-Chip, der auf der Computex 2026 vorgestellt wurde. Das Herzstück: der Arm-basierte Blackwell GB10 Superchip mit 20 CPU-Kernen und 6.144 GPU-Kernen. Unterstützt werden bis zu 128 Gigabyte LPDDR5X-Speicher.
Die ersten Geräte mit dieser Technologie wurden auf der Build vorgestellt: das Surface Laptop Ultra und die Surface RTX Spark Dev Box. Auffällig: Das Surface Laptop Ultra trägt kein prominentes Copilot+-Branding mehr. Stattdessen setzt Microsoft auf Leistung als Verkaufsargument. Mit bis zu einem Petaflop (1.000 TOPS) KI-Leistung übertrifft das Gerät die ursprüngliche 40-TOPS-Hürde für Copilot+ PCs um ein Vielfaches. Eine Desktop-Version des RTX Spark für Windows soll im dritten Quartal 2026 erscheinen.
Windows 11 Update: Neuer Task-Manager und bessere Dateiverwaltung
Am 9. Juni 2026 erscheint das nächste Windows-11-Update. Es bringt eine lang erwartete Funktion: Der Task-Manager zeigt künftig die Auslastung des NPU an. Nutzer können so genau verfolgen, wie stark ihr KI-Beschleuniger gefordert ist.
Weitere Neuerungen:
– Shared Audio: Zwei Kopfhörer gleichzeitig an ein Gerät koppeln
– Multi-App-Kamera-Streaming: Mehrere Anwendungen gleichzeitig auf die Kamera zugreifen lassen
– Schnellere Dateiverwaltung: Massenlöschungen im Explorer sollen 30 Prozent schneller laufen
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Microsoft IQ: Plattform für KI-Agenten
Für Unternehmen stellte Microsoft „Microsoft IQ“ vor – eine Plattform zur Entwicklung KI-gestützter Agenten. Vier Kontext-Engines stehen bereit:
- Work IQ: Nutzt Microsoft-365-Daten (API-Start: 16. Juni 2026)
- Fabric IQ: Fokussiert auf semantische Daten
- Foundry IQ: Verwaltet organisatorisches Wissen
- Web IQ: Integriert Live-Daten aus dem Internet
Sieben neue MAI-Modelle
Die Build-Konferenz diente auch als Startrampe für sieben neue „MAI“-Modelle. Darunter MAI-Thinking-1 für komplexe Denkaufgaben, MAI-Code-1-Flash für Entwickler sowie spezialisierte Modelle für Bildgenerierung, Transkription in 43 Sprachen und Sprachsynthese in 15 Sprachen. Eine Zusammenarbeit mit der Mayo Clinic soll die KI-Werkzeuge im Gesundheitswesen erproben.
Entwickler-Tools: Surface Laptop Ultra ohne Bloatware
Entwickler dürfen sich freuen: Das Surface Laptop Ultra und die Dev Box werden mit einer schlanken Windows-11-Version ausgeliefert. Standard-Widgets und News-Feeds fehlen. Zudem enthält VS Code 1.123, das Anfang Juni erschien, eine „Session Sync“-Funktion. Sie bewahrt KI-Chat-Verläufe geräteübergreifend via GitHub auf.

