Microsoft hat Mitte Oktober 2026 eine tiefgreifende Überarbeitung der Speicherverwaltung für Windows 11 angekündigt. Ziel der technischen Anpassungen ist es, aktive Systemdaten effizienter im Arbeitsspeicher zu halten, anstatt sie auf Solid-State-Drives (SSD) oder Festplatten (HDD) auszulagern.
Durch diesen geänderten Umgang mit dem RAM verbleiben bis zu 2GB an aktiven Daten direkt im schnellen Arbeitsspeicher, was Latenzen verringern und alltägliche Systemabläufe merklich beschleunigen soll.
Mehr Reaktionsfähigkeit bei alltäglichen Aufgaben
Die Optimierungen zielen insbesondere auf häufig genutzte Systemkomponenten ab. Dazu zählen der Systemstart, das Startmenü, der Datei-Explorer, die Windows-Suche sowie Edge und Microsoft 365. Nach Angaben von Microsoft laufen bestimmte Builds nach der RAM-Überarbeitung um bis zu 20 Prozent schneller.
Dieser Wert bezieht sich jedoch auf spezifische Aktionen und Test-Builds; die tatsächliche Leistungssteigerung variiert je nach Systemkonfiguration, Nutzerszenario und dem jeweiligen Update-Zeitpunkt.
Ein einheitlicher Geschwindigkeitsgewinn für jede installierte Software lässt sich daraus nicht ableiten. Zudem betont der Konzern, dass das Vorhalten von 2GB aktiven Daten im Arbeitsspeicher nicht gleichbedeutend mit einer pauschalen Reduzierung des Gesamtverbrauchs um 2GB ist. Für Videospiele ergeben sich daraus keine Zuwächse bei den Bildern pro Sekunde (FPS).
Auch nach der neuesten RAM-Optimierung können im Alltag unerwartete Systemfehler oder Update-Hürden auftreten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie typische Windows-11-Probleme ohne teuren IT-Service in wenigen Minuten selbst beheben. Erste Hilfe für Windows 11 kostenlos herunterladen
Berichten zufolge verbessert die angepasste Verwaltung die allgemeinen Reaktionszeiten um bis zu 20 Prozent, während sich Menüs in bestimmten Tests um bis zu 70 Prozent schneller öffnen. Ergänzend greift ein spezielles Low Latency Profile, das bei Bedarf kurzzeitig die Frequenz des Hauptprozessors anhebt. Dadurch lassen sich Programme wie Outlook oder Edge Tests zufolge rund 40 Prozent schneller aufrufen.
Entlastung für Geräte mit 8GB Arbeitsspeicher
Geräte mit 8GB RAM oder weniger profitieren von gezielten Entlastungsmaßnahmen. Widgets werden auf solchen Systemen erst dann geladen, wenn sie tatsächlich geöffnet werden, was mehr als 200MB RAM einspart.
Während die offizielle Mindestanforderung für Windows 11 unverändert bei 4GB RAM liegt, gelten 8GB in der Praxis als Untergrenze für flüssiges Arbeiten mit Office- und Web-Anwendungen. Bei Notebooks mit fest verlötetem LPDDR5X-Speicher ist ein nachträgliches Upgrade nicht möglich, wodurch die Reserven für professionelle Workflows knapp bleiben.
Zudem erfordert die Copilot+ PC-Zertifizierung mindestens 16GB RAM, sodass erweiterte KI-Funktionen auf 8-GB-Geräten nicht zur Verfügung stehen. Für anspruchsvolle Aufgaben empfiehlt Microsoft weiterhin Konfigurationen mit 16GB RAM oder mehr.
Wer sich mit der Leistungsfähigkeit von Windows 11 befasst, sollte auch die grundlegenden Funktionen und versteckten Neuerungen des Systems kennen. Das kostenlose Starterpaket bietet IT-Expertenwissen aus 30 Jahren Erfahrung für einen optimal konfigurierten PC. Kostenloses Windows 11 Starterpaket jetzt sichern
Rollout und Versionsunterstützung
Die Verteilung der Neuerungen erfolgt schrittweise über reguläre Windows-Updates und ist nicht exklusiv an das Update 26H2 gebunden. Am 16. Oktober 2026 veröffentlichte Microsoft das Release-Preview-Update KB5127936 für Build 26200.9807 (Version 25H2) und Build 26300.9807 (Version 26H2).
Darin werden Edge-Aufrufe direkt an bestehende Instanzen statt über Zwischenprozesse geleitet, was die Latenz weiter senkt; die breite Bereitstellung wird über das kumulative Update im November 2026 für 26H2 erwartet.
Nach der Veröffentlichung von Windows 11 26H2 am 30. September 2026 ergaben Messungen von Windows Latest auf Systemen ab 16GB RAM nach dem Hochfahren bis zu 2GB mehr freien Arbeitsspeicher. So sank der Speicherbedarf bei einem 16-GB-Notebook von über 10GB auf circa 7GB (45 Prozent von 15,7GB), bei einem 32-GB-Rechner von 9,1GB auf 7,5GB und bei einem 48-GB-System von 6,9GB auf 4,8GB.
Laut einem Supportdokument vom 21. Oktober 2026 steht Version 26H2 inzwischen für Geräte mit den Versionen 24H2 und 25H2 bereit. Die Unterstützung für Version 24H2 endete in den Editionen Home und Pro am 13. Oktober 2026, während 26H2 bis zum 9. Oktober 2028 (Enterprise und Education bis zum 8. Oktober 2029) unterstützt wird.
Mehr zum Thema bei Neowin: „Windows 11 64-bit performance boost coming soon thanks to Intel & Microsoft“

