Windows 11: Microsoft plant größten UI-Umbau der Geschichte

Microsoft modernisiert Windows 11 mit neuer UI, KI-gestützter App-Überarbeitung und dem 26H2-Update, das im Herbst 2026 erscheint.

Microsoft hat die bislang umfangreichste Rekonstruktion der Benutzeroberfläche in der Geschichte von Windows 11 initiiert. Im Rahmen der sogenannten K2-Initiative zur Verbesserung des Betriebssystems testet der Konzern derzeit neue Kontextmenüs und hat den AutoPlay-Dialog grundlegend überarbeitet, wie Windows Central berichtet.

AutoPlay-Dialog erhält modernes Design

Bereits mit der Windows 11 Insider Experimental Preview Build 26340.9233 wurde der AutoPlay-Dialog mit WinUI modernisiert und an den Fluent-2-Designstandard angepasst. Die neue Version unterstützt Dark Mode, Text-Skalierung und eine zentrierte Anzeige auf dem Bildschirm. Die Überarbeitung ist Teil eines breiteren Programms, mit dem Microsoft veraltete Oberflächenelemente des Betriebssystems modernisieren will.

Weitere Neuerungen im Insider-Programm

Neben den Kontextmenüs und dem AutoPlay-Dialog arbeitet Microsoft an einer Reihe weiterer Verbesserungen für Windows 11. Geplant ist ein „Preview anyway“-Button im File Explorer, mit dem Nutzer die Sicherheitswarnung bei Dateien mit sogenanntem Mark of the Web umgehen können. Das Feature wurde bereits in den Insider-Builds 26100.8313 und 26200.8313 erwähnt, ein Rollout wird in den kommenden Wochen erwartet.

Auch die Windows-11-Suche wird überarbeitet: Ein Update ermöglicht künftig die Suche bereits ab zwei eingegebenen Zeichen. Eine Substring-Suche in der Preview-Version erlaubt es zudem, Dateien wie „MeetingNotesApril“ durch die Eingabe von „april“ zu finden. Zudem plant Microsoft, lokale Dateien künftig vor Web-Ergebnissen zu priorisieren.

Im Bereich Hardware kündigte Microsoft neue Einstellungen für Unified Memory unter System > Erweitert an, die auf die NVIDIA-RTX-Spark-Plattform zugeschnitten sind.

Windows 11 26H2 als technisches Fundament

Die Oberflächenüberarbeitung fällt zeitlich mit der bevorstehenden Veröffentlichung von Windows 11 26H2 zusammen, die zwischen Ende September und Anfang Oktober erwartet wird. Das neue Feature-Update basiert auf der sogenannten Germanium-Plattform und wird für Nutzer von 24H2 und 25H2 als kleines Enablement-Paket mit einer Größe von 174 KB bereitgestellt.

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Für ältere Windows-Versionen fällt das Update mit rund 6,5 GB deutlich größer aus. Der Support läuft für Home- und Pro-Editionen 24 Monate, für Enterprise- und Education-Versionen 36 Monate.

Der Upgrade-Pfad richtet sich nach der jeweils installierten Version: Während 24H2- und 25H2-Systeme lediglich das kleine Enablement-Paket erhalten, bekommen Nutzer von 22H2 und 23H2 ein vollständiges Update. Geräte mit der Vorabversion 26H1 werden vom Update nicht erfasst. Der Support für 24H2 endet am 13. Oktober 2026.

KI-gestützte Modernisierung alter Apps

Microsoft setzt bei der Überarbeitung des Betriebssystems zunehmend auf künstliche Intelligenz. Mit Hilfe von GitHub Copilot modernisiert der Konzern alte Windows-Anwendungen, etwa im Fall der .NET-Framework-App BookCatalog, die auf .NET 10 migriert wird. Dabei kommt ein WinUI-Agent-Plugin für Copilot und Claude Code zum Einsatz, das auch bei UI-Tests unterstützt. Nach Unternehmensangaben bleibt jedoch stets eine menschliche Kontrolle über die Ergebnisse bestehen.

Kritik an bestehenden Apps

Im Windows Central Podcast diskutierten Daniel Rubino und Zac Bowden die aktuellen Insider-Features, darunter die Kontextmenü-Überarbeitung, Verbesserungen im File Explorer sowie eine geplante Option, Apps im Vollbildmodus zu öffnen. Zugleich äußerten sie Kritik an bestehenden Microsoft-Anwendungen: Apps wie Teams seien nach wie vor langsame Web-Wrapper, weshalb Microsoft insgesamt bessere native Anwendungen liefern müsse.

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Parallel zur Systemoberfläche überarbeitet Microsoft auch seine Office-Anwendungen. Für New Outlook und Outlook im Web führt der Konzern ein „Classic Outlook“-Theme ein, das den Umstieg für Nutzer der klassischen Outlook-Version erleichtern soll.

Eine gezielte Freigabe begann Mitte August, die allgemeine Verfügbarkeit ist zwischen Ende September und Ende Oktober vorgesehen. Für einige Umsteiger wird das klassische Design standardmäßig aktiviert, lässt sich aber über die Einstellungen unter „Allgemein > Darstellung“ wieder abschalten.