Microsoft reagiert auf anhaltende Kritik an der Benutzeroberfläche von Windows 11 und plant eine grundlegende Neugestaltung des Kontextmenüs im Datei-Explorer. Wie das Unternehmen kürzlich einräumte, sei die aktuelle Umsetzung des Rechtsklickmenüs im Laufe der Zeit zu träge und überladen geworden.
Mit einer überarbeiteten Version, die derzeit in Testläufen erprobt wird, sollen Nutzer künftig deutlich mehr Kontrolle über die angezeigten Inhalte und die Performance des Systems erhalten.
Neue Anpassungsmöglichkeiten für mehr Übersicht
Im Zentrum der geplanten Änderungen steht eine neue Funktion zur Menüanpassung. Dieses „Customize menu“ ermöglicht es Anwendern, integrierte Befehle wie „Senden an“ oder „Drucken“ nach eigenem Bedarf zu aktivieren oder zu deaktivieren.
Zudem wird es möglich sein, Erweiterungen von Drittanbieter-Apps gezielt zu steuern. Primäre Aktionen sollen künftig direkt in der Zeile angeordnet werden können, während der Menüpunkt für die Eigenschaften an das untere Ende des Verzeichs verschoben wird.
Wer sich mit den neuen Funktionen von Windows 11 vertraut machen möchte, findet in diesem kostenlosen Starterpaket alle wichtigen Neuerungen kompakt erklärt. Was steckt wirklich hinter Windows 11? Jetzt gratis Starterpaket sichern
Ziel der Entwickler ist eine saubere, schnellere und individuell konfigurierbare Benutzererfahrung. Microsoft bestätigte in diesem Zusammenhang, dass insbesondere die Einbindung von Drittanbieter-Erweiterungen das Menü in der Vergangenheit verlangsamt habe.
Während das Unternehmen nun an einer hauseigenen Lösung arbeitet, verweisen Beobachter auf bestehende Drittanbieter-Tools wie „Nilesoft Shell“, die bereits jetzt tiefergehende Anpassungen wie das Entfernen von Einträgen oder das Erstellen benutzerdefinierter Untermenüs ermöglichen.
Erprobung in Insider-Builds und Entfernung von Funktionen
Die Neuerungen werden aktuell im Rahmen des Windows-Insider-Programms getestet. Die überarbeitete Struktur des Kontextmenüs wurde zunächst im Experimental Build 26340.9212 ausgerollt. In neueren Testversionen, konkret in den Insider Preview Builds 28020.2731 (Beta) und 28120.2738 (Experimental), wurden zudem weitere Anpassungen am Betriebssystem vorgenommen.
Dazu gehört auch die Entfernung von Funktionen, die bei den Testern auf negative Resonanz stießen. So hat Microsoft die sogenannte „Drag Tray“-Funktion wieder aus den aktuellen Builds gestrichen. Das Feature war vor etwa einem Jahr eingeführt worden, um Dateien schneller an Apps senden zu können. Nach kritischem Feedback der Nutzer wird die Funktion nun ohne angekündigten Ersatz entfernt. Ebenfalls gestrichen wurde das Kommandozeilen-Tool WMIC.
Wenn das Betriebssystem trotz neuer Updates Probleme bereitet oder Fehlermeldungen zeigt, hilft dieser spezialisierte Ratgeber bei der schnellen Selbsthilfe. Windows 11 Probleme selbst lösen – zum kostenlosen Report
Fehlerbehebungen und bekannte Probleme
Neben den optischen und funktionellen Korrekturen am Menüsystem adressieren die aktuellen Vorabversionen mehrere technische Fehler. So enthalten die jüngsten Builds Korrekturen für Abstürze innerhalb der Systemeinstellungen sowie für Probleme beim Start der Bildschirmlupe.
Trotz der Fortschritte weist Microsoft auf bestehende Schwierigkeiten in den Testversionen hin. So sei derzeit ein Problem im Zusammenhang mit dem Spiel „PUBG: Battlegrounds“ bekannt. Ein konkretes Datum für die allgemeine Veröffentlichung des überarbeiteten Rechtsklickmenüs für alle Windows-11-Nutzer nannte das Unternehmen bislang nicht. Die Verteilung erfolgt schrittweise, sobald die Tests in den Insider-Kanälen abgeschlossen sind.

