Windows 11: Microsoft schaltet Bing-Suche ab und setzt auf Lokal-KI

Microsoft fokussiert Windows 11 auf lokale KI-Verarbeitung, mehr Nutzerkontrolle und eine strategische Abkehr von traditionellen Softwaremodellen.

Der Softwarekonzern leitet eine strategische Neuausrichtung ein: Künftig setzt Microsoft bei Windows 11 verstärkt auf lokale KI-Verarbeitung und mehr Kontrolle für Nutzer über Systemfunktionen. Der Schritt markiert eine Abkehr von jahrzehntealten Softwaremodellen.

Lokale Suche statt Bing-Ergebnisse

Eine der meistgefragten Funktionen wird endlich Realität. Ab der Version 26H2 (Build 26300.8697) können Nutzer Web-Ergebnisse in der Windows-Suche komplett abschalten. Die Bestätigung dafür kam am 21. Juni 2026. Statt wie bisher standardmäßig auch Bing-Ergebnisse einzublenden, priorisiert Microsoft künftig die lokale Dateisuche.

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Über die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen lässt sich die Funktion mit einem Klick deaktivieren. Der Partner Director of Design bei Microsoft betonte, dass das Unternehmen damit auf jahrelanges Nutzerfeedback reagiere. Ziel sei es, die Oberfläche zu verschlanken und die Abhängigkeit von Cloud-Diensten für alltägliche Navigationsaufgaben zu reduzieren.

Strategischer Kurswechsel unter Nadella

CEO Satya Nadella treibt einen grundlegenden Wandel voran. Der Konzern verabschiedet sich von seiner traditionellen Identität als reines Softwarehaus. Stattdessen rücken Sicherheit, Qualität und KI-Transformation in den Mittelpunkt. Nadella zufolge reicht die ursprüngliche Vision, die das Unternehmen jahrzehntelang leitete, nicht mehr aus, um die Anforderungen der aktuellen Technologielandschaft zu erfüllen.

Dieser Kurswechsel folgt auf mehrere Quartale interner Evaluierung zur Integration generativer KI. Während frühere Initiativen darauf abzielten, KI in jeden Winkel des Ökosystems einzubetten, werden die aktuellen Bemühungen zielgerichteter. Branchenbeobachter berichteten am 19. Juni 2026, dass Microsoft die Veröffentlichung eines Nachfolgebetriebssystems – oft als Windows 12 bezeichnet – verschieben könnte. Der Fokus liegt stattdessen auf der Verfeinerung der KI-Fähigkeiten und der Stabilität von Windows 11.

Neue Hardware-Überwachung für KI-PCs

Das Juni-Update KB5094126 bringt eine wichtige Neuerung: Der Taskmanager zeigt jetzt die Auslastung der Neural Processing Unit (NPU) an. IT-Administratoren und Nutzer können damit direkt überprüfen, ob der KI-Beschleuniger aktiv ist und welche Ressourcen er verbraucht.

Die Definition eines Copilot+-PCs bleibt an Hardware gebunden, die mehr als 40 Billionen Operationen pro Sekunde auf einer dedizierten NPU leisten kann. Doch Microsoft testet bereits, lokale KI-Funktionen auf breitere Hardware auszuweiten. Experimentelle Versionen des Windows App SDK aus Mitte Juni 2026 deuten darauf hin, dass das Unternehmen Sprachmodell-APIs auf diskreten Grafikkarten laufen lässt – konkret auf Nvidia GeForce RTX 30-Serien oder neuer mit mindestens 6 GB VRAM.

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Windows 11 wird zur KI-Plattform

Auf der Build-2026-Konferenz skizzierte Microsoft seine Vision: Windows 11 soll zu einer agenten-nativen Plattform werden. Das bedeutet lokale KI-Modelle und Sicherheitsschichten auf Betriebssystemebene, die Entwicklern das Bauen KI-gesteuerter Anwendungen erleichtern. Diese „agentischen“ Systeme arbeiten sowohl lokal als auch in hybriden Cloud-Konfigurationen – für schnellere Reaktionszeiten und besseren Datenschutz.

Durch die Fokussierung auf lokale Ausführungsplattformen – darunter AMD, Intel, Nvidia und Qualcomm – will Microsoft Latenzzeiten reduzieren und das Sicherheitsprofil seiner KI-Funktionen verbessern. Die Botschaft ist klar: Cloud-Skalierung bleibt wichtig, doch die Zukunft der Datenverarbeitung wird zunehmend dezentral sein. Bedeutende Intelligenzaufgaben werden künftig am Rand des Netzwerks – direkt auf dem Gerät des Nutzers – erledigt.