Microsoft baut Windows für den kombinierten Einsatz von lokalen und cloudbasierten Modellen für künstliche Intelligenz um. Im Zentrum der Ankündigung stehen die sogenannten Microsoft Execution Containers, die ab sofort für Windows 11 allgemein verfügbar sind. Diese Umgebung soll den Datei- und Netzwerkzugriff von KI-Agenten gezielt kontrollieren und absichern.
Lokale Modelle und Ausführungskontrolle
Mit der Bereitstellung der Ausführungscontainer reagiert der Konzern auf Sicherheitsanforderungen automatisierter Systeme. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Integration lokaler Sprachmodelle voran: Das lokal ausführbare Modell MAI Code 1.1 Flash verfügt über 137 Milliarden Gesamtparameter und 6,8 Milliarden aktive Parameter. Durch eine 3-Bit-Präzision lässt sich die Modellgröße um knapp 80 Prozent reduzieren, während das lokale Kontextfenster 256K umfasst.
Ergänzend kündigte Microsoft an, dass ein künftiges NVIDIA-Nemotron-Modell über 70 Milliarden Parameter nutzen soll, während DeepSeek V4 Flash auf 284 Milliarden Parameter beziffert wird. Die Funktion Hybrid Intelligence mit GitHub HydraFusion soll später im Oktober als experimentelle Vorschau für die Copilot-Anwendung, das Befehlszeilenprogramm sowie Visual Studio Code erscheinen.
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Das hybride Konzept sieht vor, dass Copilot bei Datenschutzanforderungen oder Kostengründen auf lokale Modelle setzt, während rechenintensive Aufgaben weiter an die Cloud delegiert werden. Entsprechende Funktionen für Copilot+ PCs sowie Windows-Rechner werden für die kommenden Monate erwartet.
In Demonstrationen zeigte Microsoft unter anderem den Zugriff auf lokale Dateien: Ein Autopilot-Agent durchsuchte Ordner nach Steuerdokumenten, benannte Dateien um, fasste sie in einem ZIP-Archiv zusammen und bereitete eine E-Mail vor.
Zudem beschreibt ein Bericht Neuerungen in Word, wo eine interaktive Vorlesefunktion es ermöglicht, per Mikrofon Zwischenfragen zum Dokument zu stellen und Inhalte erläutern zu lassen.
Überarbeitung der Systemsuche und Taskleiste
Parallel dazu plant Microsoft umfassende Änderungen an der Systemsuche in Windows. Wie Windows-Chef Pavan Davuluri am 7. Oktober 2026 darlegte, sollen bis Ende 2026 Tausende von Aktionen direkt über die Suche ausführbar sein. Nutzer können ab Herbst Einstellungen wie den Dunkelmodus, die Funktion für ungestörtes Arbeiten oder die Mikrofonlautstärke anpassen sowie Kurznachrichten über gekoppelte Mobiltelefone absenden.
Der schrittweise Rollout der überarbeiteten Oberfläche auf WinUI-3-Basis begann am 7. Oktober 2026 für Tester im experimentellen Insider-Kanal. Die Vorabversion, die sich über spezifische Test-Builds aktivieren lässt, unterstützt zunächst Englisch und bündelt Inline-Aktionen sowie Ergebnisse in einer Liste. Datei- und Webvorschauen, Filter und die Verknüpfung mit dem Startmenü sind für spätere Zeitpunkte vorgesehen.
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Wachstumszahlen und neue Entwickler-Hardware
Flankiert werden die Software-Updates von neuen Geräten und Kennzahlen zum Geschäftskundenbereich. Das Surface Laptop Ultra soll ab dem 16. Oktober 2026 zu einem Einstiegspreis von 2.599 US-Dollar erhältlich sein. Für Entwickler folgt im November 2026 die Surface RTX Spark Dev Box für 5.999 US-Dollar.
Geschäftlich verzeichnete Microsoft 365 Copilot im Juli mehr als 30 Millionen bezahlte Sitze. Dabei verdoppelten sich die Netto-Neuzugänge im Vergleich zum Vorquartal. Microsoft hatte zuvor bereits 13 Milliarden US-Dollar in den Kooperationspartner OpenAI investiert.

