Windows 11: Microsoft senkt RAM-Verbrauch um 30 Prozent

Microsoft räumt übermäßigen Speicherverbrauch ein und priorisiert nun Systemstabilität vor neuen Funktionen.

Der Softwarekonzern gesteht übermäßigen RAM-Verbrauch ein und leitet eine Kehrtwende ein.

Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 haben Microsoft-Vertreter eingeräumt, dass native Anwendungen in Windows 11 zu viel Arbeitsspeicher verbrauchen. Die Folge: Ein radikaler Strategiewechsel. Statt neuer Funktionen steht nun die Optimierung der Systemstabilität im Vordergrund. Konkret will Microsoft das WinUI-Framework überarbeiten, um den RAM-Verbrauch zu senken – und zwar bevor geplante Oberflächen-Updates umgesetzt werden.

WinUI im Fokus: Weniger Speicher, mehr Leistung

Die Benutzeroberfläche von Windows-Apps basiert maßgeblich auf WinUI. Genau hier liegt das Problem. Chris Anderson vom Windows-UI-Team bestätigte, dass die Entwicklung nun auf Performance, Qualität und grundlegende Systemfunktionen ausgerichtet ist. Ein zentraler Schritt: WinUI wird künftig direkt mit dem Windows-System-Compositor arbeiten. Das verspricht schnellere Reaktionszeiten und einen geringeren Speicherverbrauch.

Doch dieser Kurs hat seinen Preis. Mehrere mit Spannung erwartete Updates wurden verschoben. Dazu gehören die Überarbeitung des Startmenüs und der Agenda-Ansicht im Benachrichtigungscenter. Beide bleiben auf Eis, bis WinUI bestimmte Leistungsbenchmarks erreicht. Ein klares Signal an Entwickler: Microsoft streicht zudem die Versionsnummer aus WinUI – ein Zeichen für langfristige Stabilität. Für Unternehmen gibt es neue DataGrid- und Charting-Steuerelemente, die die Abhängigkeit von Drittanbieter-Bibliotheken verringern sollen.

Datei-Explorer und Windows Update: Die ersten Erfolge

Erste Früchte dieser Strategie zeigen sich bereits. Ein experimenteller Insider-Build vom 20. Juli 2026 bringt deutliche Verbesserungen im Datei-Explorer. Besonders beim Löschen großer, fragmentierter Dateien zeigt sich der Fortschritt: Microsoft spricht von einer Leistungssteigerung von mindestens 30 Prozent bei Massenlöschungen. Auch die Startseite des Explorers lädt nun schneller, und der Eigenschaften-Dialog erhält ein modernes WinUI-Design mit nativem Dark Mode.

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Nur fünf Tage später, am 25. Juli 2026, folgten neue Preview-Builds, die sich einem Dauerärgernis widmen: dem Windows-Update-Prozess. Die Fortschrittsbalken werden nun präziser berechnet, und die Bereinigungslogik wurde überarbeitet. Das Ziel: Schluss mit den gefürchteten Systemträgheiten nach einem Neustart.

Drittanbieter-Tool spart RAM – und Microsoft behebt Speicher-Bug

Auch die Drittanbieter-Szene profitiert von der neuen Ausrichtung. Das beliebte Windows-11-Tool Wintoys erhielt heute ein umfangreiches Update. Es setzt nun auf .NET 10 und das Windows App SDK 2.3.1. Dank Ahead-of-Time (AOT)-Kompilierung sinkt der Speicherverbrauch drastisch: Die Services-Seite benötigt 30 Prozent weniger RAM, die Apps-Seite immerhin 20 Prozent.

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Bereits im Juni 2026 hatte Microsoft einen hartnäckigen Speicher-Bug gefixt. Eine Datenbankdatei für Anwendungsberechtigungen wuchs durch redundante Ereignisprotokollierung unkontrolliert an – in manchen Fällen auf mehrere Gigabyte. Der Fehler ist nun behoben.

Ausblick: Was bringt Windows 11 26H2?

Trotz des Performance-Fokus bereitet Microsoft für den Herbst 2026 größere Änderungen vor. Das Update Windows 11 26H2 soll die lang vermisste frei positionierbare Taskleiste zurückbringen – und zwar an allen Bildschirmseiten. Zudem ist eine kleinere Taskleisten-Option geplant. Das Startmenü wird modularer: Nutzer können die Bereiche „Angeheftet“ und „Zuletzt verwendet“ einzeln ein- und ausschalten. Die lokale Suche soll klarer zwischen Web- und Systemergebnissen unterscheiden. Einige dieser Funktionen könnten bereits früher über monatliche Qualitätsupdates für die Version 25H2 ausgerollt werden.