Windows 11: Microsoft setzt KI gegen Schwächen der Benutzeroberfläche ein

Microsoft arbeitet an einer einheitlicheren Windows-Oberfläche; die Fotos-App lädt schneller und benötigt weniger Arbeitsspeicher.

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Fünf Jahre nach der Veröffentlichung von Windows 11 hat Microsoft eingeräumt, dass das Betriebssystem bei der Benutzeroberfläche weiterhin erhebliche Schwächen aufweist.

In einer Reaktion auf Kritik des Nutzers Chris Pirillo auf der Plattform X erklärte Diego Baca, Vice President of Product Design bei Microsoft, dass Windows 11 zusätzliche Arbeit erfordere. Um bestehende Inkonsistenzen im Erscheinungsbild zu beheben, setzt der Konzern nun verstärkt auf künstliche Intelligenz.

Laut Baca habe der Einsatz von KI-Werkzeugen die Arbeitsabläufe innerhalb des Designteams spürbar beschleunigt. Designer seien dadurch in der Lage, direkt zu Code-Korrekturen beizutragen, um die visuelle Einheitlichkeit und Qualität des Systems zu verbessern.

Eine konsistente Benutzeroberfläche über das gesamte Betriebssystem hinweg sei ein Ziel, das alle verfolgten, und ein aktiver Arbeitsbereich, dessen Tempo man weiter anziehe. Das Team stelle dabei auch höhere Erwartungen an sich selbst.

Die Begeisterung der Nutzerschaft für Windows wolle man durch greifbare Ergebnisse zurückgewinnen und nicht allein durch Absichtserklärungen. Einen konkreten Zeitplan für die anstehenden Verbesserungen nannte Baca allerdings nicht; auch welche KI-Tools im Detail eingesetzt werden und welche Änderungen genau geplant sind, blieb offen.

Schrittweise Modernisierung mit WinUI 3

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Hintergrund der Initiative ist die noch immer bestehende Zersplitterung des Betriebssystems. Trotz des Alters von fünf Jahren wirken zahlreiche Bereiche von Windows 11 weiterhin veraltet. Wie March Rogers, Design-Partner-Direktor bei Microsoft, darlegte, verfolgt der Konzern das Ziel, sämtliche alten Oberflächen schrittweise in das moderne Framework WinUI 3 zu überführen.

Als eine der ersten Maßnahmen soll der Datei-Eigenschaften-Dialog komplett neu entwickelt werden, dessen technische Basis noch aus den Zeiten von Windows 95 stammt. Dabei gehe es nicht lediglich um eine Anpassung an den Dunkelmodus, sondern um einen vollständigen Neuaufbau.

Zugleich bestätigte Microsoft offiziell die von Anwendern wiederholt gemeldete Ruckel-Problematik. Diese resultiert unter anderem daraus, dass alte Windows-95-Dialoge und moderne Oberflächen auf Basis von WinUI 3 derzeit parallel nebeneinander existieren. Neben Skalierungsschwierigkeiten bei Bildschirmen mit hoher Pixeldichte arbeitet das Entwicklerteam an der Bewältigung des hohen Speicherbedarfs.

Messungen über den Task-Manager belegen, dass Windows 11 im normalen Alltagsbetrieb bereits rund 6,7 Gigabyte Arbeitsspeicher belegt. Dies führt dazu, dass werkseitig mit Windows 11 ausgelieferte Surface-Notebooks mit einer Gesamtkapazität von acht Gigabyte RAM bei mehreren geöffneten Browser- und Office-Fenstern an Kapazitätsgrenzen stoßen.

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Fortschritte bei Systemkomponenten und Anwendungen

Erste Resultate der technischen Überarbeitung zeigen sich bereits in einzelnen Systembereichen und Anwendungen. Das klassische Ausführen-Fenster wurde testweise mit WinUI 3 sowie .NET Native AOT neu aufgesetzt, was nach internen Messungen zu leichten Geschwindigkeitsvorteilen führt.

Auch eine überarbeitete, direkt in Windows integrierte Suche, die Systemeinstellungen über Befehle anpassen kann, durchläuft derzeit Tests im Windows-Insider-Programm; ihr Rollout ist für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen. Das überarbeitete Startmenü soll nach Abschluss der Arbeiten ebenfalls schrittweise an alle Nutzer verteilt werden.

Bereits weiter fortgeschritten ist die Umstellung bei der bordeigenen Fotos-App, zu der Baca am 16. Oktober 2026 ein Video der Galerie-Ansicht präsentierte. Der neu mit WinUI 3 entwickelte Editor lädt nach Unternehmensangaben um 25 Prozent schneller und beansprucht fast 50 Prozent weniger Arbeitsspeicher.

Die Bildanzeige startet im Schnitt 15 Prozent schneller, bei Aufnahmen im HEIC-Format sogar um bis zu 30 Prozent. Die Anwendung bündelt lokale Aufnahmen sowie Bestände aus Cloud-Diensten wie OneDrive und iCloud, bietet eine Suche mit natürlicher Sprache und ergänzt Funktionen wie die Lichtanpassung mit bis zu drei virtuellen Lichtquellen sowie die Unterstützung für SVG- und WebP-Dateien.

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