Microsoft hat am 25. August 2026 damit begonnen, neue systemweite Steuerungsfunktionen für Windows 11 zu testen, die eine effizientere Verwaltung von PC-Energiezuständen ermöglichen sollen. Die neuen Funktionen zielen darauf ab, die Kontrolle über die Hardware-Energienutzung per Mobilgerät zu erlauben und gleichzeitig die Datenschutzeinstellungen für Desktop-Anwendungen zu vertiefen.
Erweiterte Datenschutzkontrollen für Desktop-Anwendungen
Im Rahmen der Insider-Experimental-Version (Build 26340.9233) führt das Unternehmen neue Mechanismen zur Verwaltung der Privatsphäre ein. Nutzer von Windows 11 erhalten damit die Möglichkeit, den Zugriff auf Kamera, Mikrofon und Standortinformationen gezielt für einzelne Desktop-Apps zu steuern. Diese Einstellungen sind unter dem Pfad „Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit“ zu finden.
Bestehende Berechtigungen sollen bei der Umstellung erhalten bleiben. Das Unternehmen wies jedoch darauf hin, dass im Zuge dieser Tests einige Anwendungen unter abweichenden Namen oder als unsignierte Programme in den Listen erscheinen könnten. Diese Maßnahme dient der Erhöhung der Transparenz darüber, welche installierte Software auf sensible Hardware-Ressourcen zugreift.
Manuelle Speicherreservierung für KI und Grafik
Ein weiterer Fokus der aktuellen Entwicklungen liegt auf der Optimierung von Hardware-Ressourcen für rechenintensive Aufgaben. Mit dem Test von „IntelligentCarveout“, das in einem Build vom 17. August 2026 identifiziert wurde, experimentiert Microsoft mit der manuellen Reservierung von Unified Memory für Grafik- und KI-Anwendungen.
Diese Funktion unterscheidet sich vom herkömmlichen Shared GPU Memory dadurch, dass der reservierte Speicher exklusiv blockiert wird und anderen Anwendungen nicht mehr zur Verfügung steht.
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Derzeit ist die Funktion ausschließlich über das Drittanbieter-Tool ViveTool (ID 61121285) aktivierbar und noch nicht offiziell für alle Insider freigegeben. In den Systemeinstellungen unter „System > Erweitert“ stehen Optionen wie „Custom“, „Recommended“, „High“, „Maximum“ sowie „Don’t allow“ zur Auswahl.
Die technische Voraussetzung für diese Funktion ist spezifische NPU-Hardware. Belegt ist die Kompatibilität für Komponenten wie die NVIDIA RTX Spark mit bis zu 128 GB LPDDR5X sowie den AMD Ryzen AI Max+ 395. Letzterer erlaubt es, bis zu 96 GB seines 128 GB umfassenden Speichers als Videospeicher (VRAM) mit einer Bandbreite von 256 GB/s LPDDR5X-8000 zu deklarieren.
Fehlerbehebung bei Energieoptionen und Systemanalyse
Parallel zu den neuen Funktionen adressiert Microsoft bestehende Probleme in der Energieverwaltung. Das August-Update mit der Kennung KB5121003 behebt einen Fehler, bei dem Computer fälschlicherweise vordefinierte Energieoptionen ignorierten, wenn mehrere Energiepläne auf dem System existierten. Dies führte unter anderem dazu, dass der Netzschalter nicht wie konfiguriert reagierte. Anwendern wird empfohlen, ihre aktiven Pläne über den Befehl „powercfg /list“ zu überprüfen.
Zudem wurden Untersuchungen zum Dienst „Windows Health and Optimized Experiences“ (whesvc) bekannt. Eine Analyse durch den Reverse Engineer Xusheng Li ergab, dass dieser Dienst die Skriptsprache Lua 5.4.7 und insgesamt 84 Skripte nutzt, um tiefgreifende Interaktionen mit der Registry, dem Netzwerk und laufenden Prozessen vorzunehmen.
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Den Erkenntnissen zufolge handelt es sich dabei nicht um Spyware; die Datenverarbeitung erfolge lokal, und automatische Uploads fänden nicht statt. Lediglich eine Verbindung zum Microsoft Symbol Server sei vorgesehen, die jedoch derzeit deaktiviert ist.
Abschließend bietet das Unternehmen Lösungsansätze für Probleme mit Laptops an, die unvorhergesehen aus dem Energiesparmodus erwachen. Als häufige Ursachen gelten Netzwerk-Controller oder Hintergrundaufgaben. Zur Diagnose können Nutzer die Befehle „powercfg -lastwake“ und „powercfg -waketimers“ verwenden. In der Geräteverwaltung lässt sich zudem gezielt deaktivieren, dass bestimmte Hardwarekomponenten das System eigenständig aufwecken dürfen.
Mehr zum Thema bei BleepingComputer: „Microsoft tests new privacy controls for Windows 11 desktop apps“

