Windows 11: Microsoft testet Performance-Boost gegen PC-Flaute

Microsoft testet mit Project K2 ein neues Leistungsprofil für Windows 11, während Edge 148 mit Bugs kämpft und steigende Hardwarepreise den PC-Markt belasten.

Der Softwarekonzern treibt die Optimierung seines Betriebssystems voran – und kämpft gleichzeitig mit explodierenden Hardwarepreisen und einem schrumpfenden PC-Markt. Seit Anfang Mai testet Microsoft öffentlich „Project K2″, ein neues Leistungsprofil für Windows 11, das die Systemreaktion spürbar verbessern soll.

Project K2: Millisekunden entscheiden über die Nutzererfahrung

Am 8. Mai 2026 startete Microsoft die Testphase für ein „Low Latency Profile“ mit dem internen Codenamen Project K2. Die Idee: Bei wichtigen Nutzeraktionen erhält der Prozessor für ein bis drei Sekunden einen kurzen Leistungsschub. Erste Testergebnisse zeigen, dass sich Programmstarts um bis zu 40 Prozent beschleunigen lassen – besonders bei Kernanwendungen wie Microsoft Edge und Outlook.

Noch deutlicher fällt der Gewinn bei der Systemnavigation aus. Die Reaktionszeit des Startmenüs und von Kontextmenüs soll sich um bis zu 70 Prozent verbessern. Entscheidend für die Akzeptanz: Die kurzen CPU-Boosts sollen kaum Auswirkungen auf Akkulaufzeit oder Gerätetemperatur haben. Die Ingenieure setzen damit auf hochgezielte Optimierungen statt auf pauschale Leistungssteigerungen.

Parallel dazu rückt ein kleines Tool namens „PeekDesktop“ in den Fokus. Es erlaubt, alle Fenster durch Klick auf eine leere Desktop-Stelle auszublenden – eine Funktion, die macOS-Nutzer seit Jahren kennen. Microsofts Führungsebene hat die App kürzlich hervorgehoben, sie läuft auch auf ARM-basierten Windows-Laptops, die für die Zukunftsstrategie der Plattform zentral sind.

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Edge 148: KI-Fortschritt mit Kinderkrankheiten

Mitte Mai erschien Microsoft Edge Version 148.0.3967.54. Sie bringt eine neue, von Copilot inspirierte Startseite für Geschäftskunden. Die Oberfläche vereint Websuche, Chat und Erkundungstools in einem einzigen Eingabefeld. Standardmäßig ist die Funktion deaktiviert, IT-Administratoren können sie über die Richtlinie „CopilotNewTabPageEnabled“ freischalten.

Doch der Rollout verlief nicht reibungslos. Bis zum 10. Mai verzeichneten die Support-Plattformen über 28.000 Anfragen. Nutzer berichten von Abstürzen, Einfrieren bei der Vorlesefunktion und Problemen mit dem Tab-Manager. Zudem sorgt die Entfernung des H.265 (HEVC) WebRTC-Codecs für Kompatibilitätsprobleme.

Microsoft strafft den Browser weiter: Die „Collections“-Funktion wird eingestellt, die Seitenleisten-App-Liste folgt. Ein Sicherheitshinweis vom 10. Mai drängt Nutzer zum Update auf die aktuelle Version, um bekannte Schwachstellen zu schließen.

Hardware-Inflation bremst den Umstieg

Der Druck auf Windows 10 wächst. Der Support endete offiziell am 14. Oktober 2025. Zwar gibt es erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) für Privatnutzer bis Oktober 2026 – für rund 28 Euro. Doch Microsoft drängt auf die vollständige Migration. Systeme mit Windows 10 gelten zunehmend als Sicherheitsrisiko, besonders bei Online-Banking und Cloud-Diensten.

Das Problem: Die Hardwarepreise explodieren. Die Preise für DRAM- und NAND-Speicher sind im ersten Quartal 2026 um rund 90 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal kamen weitere 50 Prozent hinzu. Die Folge: PCs verteuern sich um geschätzte 25 Prozent – während Analysten für das Gesamtjahr einen Marktrückgang von 11,3 Prozent erwarten.

Die Softwarewelt dreht sich dennoch weiter. Neue Anwendungen werden zunehmend exklusiv für Windows 11 entwickelt, um die Sicherheitsfunktionen Secure Boot und TPM zu nutzen. Auch Drittanbieter ziehen mit: Die Citrix Workspace App Version 2603.1 vom 11. Mai unterstützt nun Windows 11 und Server 2025. Ubuntu 26.04 LTS wurde Ende April in das Microsoft-Defender-Framework integriert – ein Zeichen für die wachsende Bedeutung plattformübergreifender Sicherheit in Unternehmen.

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Sicherheitsoffensive und das Ende klassischer Tools

Microsoft arbeitet derzeit an einer grundlegenden Erneuerung seiner Sicherheitsinfrastruktur. Ein zentraler Punkt: Der Austausch der Secure-Boot-Zertifikate von 2011, die 2026 auslaufen. Die Aktualisierung läuft seit April und erfordert einen zusätzlichen Systemneustart.

Der Konzern treibt zudem die passwortlose Zukunft voran. Weltweit sind bereits fünf Milliarden Passkeys im Einsatz. Bei Microsoft selbst nutzen 99,6 Prozent der Mitarbeiter phishing-resistente Authentifizierungsmethoden. Die Änderungen schlagen sich in Entra ID nieder: Passwort-Zurücksetzungen über Sicherheitsfragen werden bis Januar 2027 abgeschaltet.

Auch die Produktivitätssuite Microsoft 365 wird umgebaut. Outlook Lite wird am 25. Mai 2026 eingestellt, der Support für das klassische Outlook, Windows Mail und Kalender endet am 31. Dezember 2026. Der „New Outlook“-Client wird ab Anfang 2027 verpflichtend. Er erhält neue KI-Funktionen wie „Copilot Insights“ und verbesserte Team-Kalender-Tools, die Anfang Mai eingeführt wurden.

Ausblick: Zweigleisige Strategie in schwierigem Markt

Die Entwicklung von Windows 11 zeigt einen klaren Doppelfokus auf Leistungsoptimierung und KI-gestützte Funktionen. Project K2 ist der Versuch, auf jahrelange Nutzerkritik an der gefühlten Trägheit von Windows zu reagieren – besonders im Vergleich zu macOS. Indem Microsoft die sichtbarsten Verzögerungen bei App-Starts und Menüs angeht, will es die wahrgenommene Geschwindigkeit steigern, ohne dass Nutzer neue Hardware kaufen müssen.

Ob diese Strategie aufgeht, hängt auch von der Stabilität von Edge und der Entwicklung der Hardwarepreise ab. Die steigenden DRAM- und NAND-Kosten dürften den Ersatzzyklus alter Windows-10-Rechner verlangsamen. Ein erheblicher Teil der Nutzerbasis könnte auf nicht unterstützter Hardware sitzen, wenn die Sicherheitsdeadlines näher rücken.

Die Integration generativer KI und der Übergang zu phishing-resistenten Sicherheitsmodellen bleiben die Haupttreiber des Microsoft-Ökosystems. Die Einstellung alter Produkte wie Microsoft Publisher (Oktober 2026) und des klassischen Outlook mag kurzfristig stören – doch sie dient der Konsolidierung auf eine moderne, sichere und KI-fähige Plattform. In einem Markt mit prognostiziertem zweistelligem Rückgang wird die Fähigkeit von Windows 11, eine leistungsstarke und sichere Umgebung zu bieten, entscheidend sein für die Position im professionellen und Unternehmensbereich.