Windows 11: Microsoft überarbeitet Datei-Explorer-Kontextmenü

Microsoft modernisiert das Windows-11-Kontextmenü mit Fokus auf Performance und Individualisierung. Der Rollout startet bei Insidern, die allgemeine Freigabe folgt im Herbst.

Microsoft hat ein grundlegend überarbeitetes Kontextmenü für den Datei-Explorer von Windows 11 angekündigt. Das Rechtsklick-Menü soll künftig schneller reagieren, übersichtlicher aufgebaut und individuell anpassbar sein. Der Rollout erfolgt zunächst an Windows Insider.

Kritik am bisherigen Design

Microsoft räumte selbst ein, dass die bisherigen Kontextmenüs überladen und träge gewirkt hätten. Das neue Design setzt auf weniger visuelle Unordnung und höhere Performance. Nutzer erhalten künftig die Möglichkeit, einzelne Aktionen ein- oder auszublenden sowie Erweiterungen von Drittanbieter-Apps zu verbergen.

Wer sich an das gewohnte Erscheinungsbild von Windows 10 halten möchte, kann laut Microsoft auch dieses Listenlayout wiederherstellen. Die allgemeine Verfügbarkeit der Neuerung wird für den Herbst erwartet.

Rollout über mehrere Insider-Builds

Die Umsetzung erfolgt schrittweise über mehrere Testversionen. Microsoft veröffentlichte fünf neue Insider-Builds mit dem überarbeiteten Kontextmenü, in denen ein neuer Menüpunkt namens „Customize menu“ direkt zu den zugehörigen Einstellungen führt. Konkret bringt der Windows 11 Insider Build 26340.9212 das neue Kontextmenü samt zusätzlicher Konfigurationsoptionen mit.

In derselben Build-Version wurde zudem ein Fehler behoben, bei dem die Bildvorschau mit einem störenden dicken Balken angezeigt wurde. Außerdem passte Microsoft die Rollout-Population für das personalisierte Startmenü an, wobei sich die Funktion über ein Feature-Flag wieder reaktivieren lässt.

Der experimentelle Build 26340.9212 enthält neben dem Kontextmenü und der Option zur Wiederherstellung des Windows-10-Layouts weitere Änderungen: Die sogenannte Drag-Tray-Funktion sowie das Werkzeug WMIC wurden entfernt, während Emoji der Version 17.0 und eine modernisierte Lupe neu hinzukamen.

Weitere Verbesserungen im Datei-Explorer

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Parallel zum neuen Kontextmenü kündigte Microsoft eine Reihe zusätzlicher Optimierungen für den Datei-Explorer an. Dateiumbenennungen sollen künftig nicht mehr durch laufende Synchronisationsvorgänge unterbrochen werden.

Die Adressleiste unterstützt nun Eingaben mit Anführungszeichen, ein Mittelklick öffnet Ordner direkt in einem neuen Tab, und die Startseite merkt sich künftig aufgeklappte Bereiche. Dateigrößen werden zudem einheitlich in KB, MB oder GB angezeigt.

Drag Tray entfernt, Ersatz in Prüfung

Die Drag-Tray-Funktion zum Teilen von Dateien, die über ein Jahr in Insider-Builds getestet wurde und beim Ziehen einer Datei an den oberen Bildschirmrand erschien, hat Microsoft nach Nutzerfeedback aus den Insider-Versionen entfernt. Ein Ersatz werde derzeit geprüft. In den Produktions-Builds von Windows 11 ist die Funktion nach wie vor vorhanden.

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Auch in den Insider Beta Builds 26220.9202 (25H2) und 28020.2731 (26H1) wurden WMIC und Drag Tray gestrichen; zusätzlich wurde dort die Startseite des Datei-Explorers beschleunigt, Touch-Scrolling im Bereich „Empfohlen“ eingeführt und das Suchfeld um vier Pixel vergrößert.

WMIC-Entfernung aus Sicherheitsgründen

Microsoft entfernt das Windows Management Instrumentation Command-line-Tool (WMIC) ab August 2026 vollständig aus Windows 11. Das Tool, zuletzt nur noch als Feature on Demand verfügbar, galt als Sicherheitsrisiko, da es häufig von Schadsoftware missbraucht wurde. Als Alternative empfiehlt Microsoft den Umstieg auf PowerShell.

Weitere Oberflächen-Anpassungen

Über den Datei-Explorer hinaus arbeitet Microsoft an weiteren Oberflächenänderungen. In der Release-Preview-Version lässt sich die Taskleiste nun am oberen, linken oder rechten Bildschirmrand positionieren, mit kompakteren Symbolen sowie einem in Größe anpassbaren Startmenü. Ein Administrator-Schutz ist standardmäßig deaktiviert, kann aber über Intune oder Gruppenrichtlinien aktiviert werden.

Ein Termin für die allgemeine Verfügbarkeit dieser Taskbar-Funktionen steht bislang nicht fest. Zudem plant Microsoft, klassische Dialogfelder und Pop-ups schrittweise durch modernere, auf WinUI basierende Designs zu ersetzen – etwa ein neues, zentriert dargestelltes Autoplay-Fenster mit abgerundeten Ecken und größeren Symbolen.