Der Softwarekonzern Microsoft hat tiefgreifende Speicher-Optimierungen für Windows 11 angekündigt. Diese sollen Systeme mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher um bis zu 20 Prozent reaktionsschneller machen und die Leistung beim Multitasking um bis zu 40 Prozent steigern. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Ressourcenbedarf des Betriebssystems und zentraler Anwendungen deutlich zu verringern.
Dreiteiliger Ansatz für mehr Leistungsfähigkeit
Laut Windows-Chef Pavan Davuluri basiert das Konzept auf drei Säulen: einer effizienteren Speichernutzung, dem Schutz unmittelbarer Nutzerinteraktionen und einer Verringerung des Speicherbedarfs einzelner Anwendungen.
Die Steigerung der Reaktionsschnelligkeit um 20 Prozent bezieht sich insbesondere auf Kernfunktionen wie den Systemstart, die Windows-Suche, das Kontextmenü per Rechtsklick, die Einstellungen sowie das Snipping Tool und den Datei-Explorer. Um Interaktionen zu priorisieren, werden im Hintergrund laufende Prozesse wie die Suchindexierung temporär zurückgestellt.
Der Zuwachs von bis zu 40 Prozent beim Multitasking wurde in einem Microsoft-Labortest ermittelt. Als Testplattform diente ein HP OmniBook 3 mit Snapdragon X Plus 8-Core und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher.
Verglichen wurden die Test-Builds 26200.7623 und 26200.9445 unter einer Last von 20 offenen Tabs im Edge-Browser, einem 4K-Videostream sowie gleichzeitig geöffneten großen Dateien in Word, PowerPoint, Excel, Outlook und dem Explorer. Microsoft wies darauf hin, dass es sich dabei um ein spezifisches Anwendungsszenario und nicht um einen standardisierten Benchmark handele.
Weniger Speicherhunger bei Betriebssystem und Apps
Durch eine verbesserte Kompression verbleiben künftig bis zu 2 Gigabyte mehr aktive Daten direkt im schnellen Arbeitsspeicher, statt auf langsamere Datenträger ausgelagert zu werden.
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Zudem verringert sich das Wachstum des zugesicherten Speichers bei Windows, Edge und Microsoft 365 um bis zu 900 Megabyte. Die Büroanwendungen Word, PowerPoint, Excel und Outlook sparen in Kombination bis zu 360 Megabyte Arbeitsspeicher ein; auch WhatsApp profitiert von den Anpassungen.
Weitere Einsparungen betreffen die Benutzeroberfläche: Das Widgets-Board wird auf Systemen mit 8 Gigabyte RAM nicht mehr beim Hochfahren vorab geladen, sondern erst beim tatsächlichen Öffnen, was rund 200 Megabyte freihält. Im Browser Edge wechseln inaktive Tabs bereits nach 15 Minuten statt nach 2 Stunden in den Ruhezustand.
Der Start von Edge beschleunigt sich ab Version 150 und Build 26300.9818 um bis zu 33 Prozent, wobei das Entwicklerteam im Regelfall von rund 15 Prozent ausgeht. Für Teams ist der Effizienzmodus auf Systemen mit 8 Gigabyte RAM standardmäßig aktiv, was den Start um bis zu 20 Prozent beschleunigt.
Marktbedingungen und Systemvoraussetzungen
Die technischen Verbesserungen setzen Windows 11 in der Version 26H2 ab Build 26300.9818 voraus und kommen grundsätzlich allen PCs zugute, laut Berichten auch Geräten mit lediglich 4 Gigabyte RAM.
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Microsoft plant zudem feste Speicherbudgets für Gerätehersteller, um Systemausbremsungen durch vorinstallierte Drittsoftware einzudämmen. Für sehr anspruchsvolle Arbeitslasten empfiehlt das Unternehmen jedoch weiterhin Konfigurationen mit mindestens 16 Gigabyte RAM.
Künftig sollen intelligentere Kompressionsverfahren, gemeinsame Programmkomponenten für Widgets und die Suche sowie eine engere Abstimmung mit Chip- und PC-Herstellern folgen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer weltweiten RAM-Knappheit durch die hohe Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz und stark steigender Speicherpreise.
Laut Berichten warnt das Marktforschungsunternehmen Gartner, dass das Segment der PCs unter 500 US-Dollar bis 2028 verschwinden könnte. Zuletzt hatte Apples MacBook Neo mit 8 Gigabyte RAM den Optimierungsbedarf im Markt verdeutlicht.
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